Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Trzemeszno Lubuskie

Zustand des Friedhofs in Trzemeszno Lubuskie im Frühjahr 2020.
Foto: Anke Geißler-Grünberg
Zustand des Jüdischen Friedhofs in Trzemeszno Lubuskie im Frühjahr 2020.

Die in der zweiten Hälfte des 18. Jh. über Schermeisel bestimmenden Grundherren derer von Kalckreuth und der Sophie Seidlitz stimmten gegen eine entsprechende Gebühr der Einrichtung eines jüdischen Friedhofs zu. 1930 wurde der Unternehmer Max Gutermann als einer der letzten Juden auf dem jüdischen Friedhof in Schermeisel bestattet. Anschließend verwaiste der Friedhof und war über viele Jahre verwüstet.

Im August 2007 gab es 37 stehende und 27 liegende Grabsteine, und im April 2010 wurden nur noch etwa zwölf stehende Grabmale gezählt. Als im Mai 2010 am Standort der abgerissenen Schermeisler Synagoge im heutigen Trzemeszno Lubuskie ein Gedenkstein eingeweiht wurde, brachte man auch den jüdischen Friedhof in Ordnung. Um diesen kümmerten sich dann die Schüler der örtlichen Grundschule.

Im September 2021 wurde der Friedhof im Rahmen eines internationalen Workshops, den das Projektteam des Lehrstuhls für Denkmalkunde der Europa-Universität Viadrina organisiert hatte, in einen würdigen Zustand versetzt. Studierende, Postdocs, Wissenschaftler und Vor-Ort-Aktivisten aus Deutschland, Polen und der Ukraine sowie Mitstreiter von Aktion Sühnezeichen beseitigten das hochgewachsene Unkraut, bargen fast einhundert zum Teil unter der Erde liegende Grabsteine, stellten diese wieder auf und dokumentierten sie.

Andrzej Kirmiel und Anke Geißler-Grünberg