Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Świętojańsko

Zeugen der Geschichte
Foto: Anke Geißler-Grünberg
Nicht verstummte Zeugen der Geschichte in Świętojańsko
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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre

Der jüdische Friedhof in Świętojańsko wurde im 19. Jahrhundert angelegt. In der „Liste der historischen Friedhöfe Polens“ für die damalige Wojewodschaft Gorzów wird der Zustand mit Stand vom 31. Mai 1995 jedoch folgendermaßen angegeben: gelegen „im Wald, an der Straße Kostrzyń-Skwierzyna, im Besitz des Schatzamtes, jüdisch, 14. Jhdt. (…)“.

Zuvor notierte Przemysław Buchard in seinem Buch „Andenken und Denkmäler der jüdischen Kultur in Polen“ im Kapitel über die Gorzower Wojewodschaft über einen Ort „Świętojersko“ – mit hoher Wahrscheinlichkeit ist Świętojańsko gemeint: „Friedhof an der Straße nach Skwierzyna, angelegt im 14. Jahrhundert, nicht umzäunt, verwüstet, einige Grabsteine erhalten“.

Über den jüdischen Friedhof in St. Johannes vor 1945 schreibt Dr. Willi Schlaak in seinem nicht veröffentlichten Erinnerungsbuch „Verlorene Heimat Warthebruch“: „An der Straße von Kriescht nach Schwerin, östlich der Kreuzung mit dem Weg nach Stuttgardt war der Judenfriedhof. Er war von einer Mauer umgeben und hatte ein schmiedeeisernes Tor, das von einer Kette mit Vorhängeschloss verschlossen war. Als ich noch zur Schule ging, waren die Gräber schon ungepflegt und mit Gras und Unkraut bewachsen. Von einer Synagoge in Kriescht oder Umgebung habe ich nie etwas gehört. Aber nach der Größe des Friedhofs zu urteilen, muss es doch einmal eine größere jüdische Gemeinde gegeben haben.“ Ende der dreißiger Jahre habe er den Friedhof noch einmal gesehen: „Eine obere Türangel war anscheinend durchgerostet und das Tor war schräg nach vorn gekippt. Die Kette mit dem Vorhängeschloss war noch vorhanden. Auf dem Friedhof hatte sich inzwischen noch Akaziengestrüpp angesiedelt.“

Nach Angaben von Heinz Habermann im „Oststernberger Heimatbrief“ waren im Jahr 2013 noch Reste von Grabsteinen des Friedhofs zu erkennen.

Peggy Lohse

 

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