Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Dębno

Hinweisschild der Stadt Dębno
Foto: Anke Geißler-Grünberg
Hinweisschild der Stadt Dębno am Jüdischen Friedhof
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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre

Die Ursprünge des Jüdischen Friedhofes von Dębno liegen am Beginn des 19. Jh., als Neudamm einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte und auch Juden eine Lebensgrundlage bot. Sie legten ihren Friedhof außerhalb der Stadt auf einem Hügel westlich der nach Süden führenden Küstriner Chaussee an. Er erhielt eine Einfriedung, auch wenn unklar ist, ob diese aus einer Mauer bestand oder auch aus einem Zaun. An der östlichen Grundstücksgrenze aufgefundene Mauerreste lassen vermuten, dass zumindest der Zugang zum Friedhof aus gemauerten Pfosten bestand.

Während der NS-Zeit befand sich in Neudamm ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Ob sich unter den hier Gefangenen auch Juden befanden, ist nicht bekannt. Für den Fall aber, dass sie hier ermordet wurden, gilt eine anschließende Beerdigung auf dem Jüdischen Friedhof an der Straße nach Küstrin als sehr wahrscheinlich.

Es ist davon auszugehen, dass der Friedhof bei den Kampfhandlungen in der Stadt Anfang des Jahres 1945 nicht beschädigt wurde. Er war aber verwaist und verwahrloste durch ausbleibende Pflege. Erst mehr als 30 Jahre später, 1987, wurde durch das Amt für Denkmalpflege in Gorzów Wielkopolski eine Kartei zum Friedhof angelegt. Einem hierfür angefertigten Lageplan zufolge befand sich der Zugang zum Friedhof an seiner südlichen Seite – also direkt an einem Wirtschaftsweg, der zu einem Damm und den angrenzenden Feuchtwiesen führte.

Eine Bürgerinitiative aus Dębno erwirkte im Jahr 1995, dass die Stadt Mittel für die Sanierung des Jüdischen Friedhofes bereitstellte. Irgendwann stellte die Stadtverwaltung dann ein Schild auf, mit dem sie den Friedhof als geschlossen und stillgelegt markierte. Demnach steht er unter Aufsicht der Denkmalbehörde, sind seine Zerstörung und das Vermüllen unter Strafe verboten. Heute ist dieser Ort ein sich selbst überlassener Biotop, an dessen Rändern dennoch Müll liegt.

Anke Geißler-Grünberg

 

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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre