Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Kargowa

Überreste des Jüdischen Friedhofs in Kargowa
Foto: Anke Geißler-Grünberg
Überreste des Jüdischen Friedhofs in Kargowa
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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre

Über die Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Kargowa ist wenig bekannt, ein genaues Datum der Errichtung ist nicht überliefert. Quellen belegen allerdings die Existenz des Friedhofs gegen Ende des 18. Jh. Sicher ist, dass er nach 1655 entstand.

Über die Zerstörung des Friedhofs sind hingegen gleich zwei Versionen überliefert. Eine gängige Meinung unter älteren Einwohnenden Kargowas ist, dass der Friedhof 1939 von in Unruhstadt lebenden Nationalsozialisten „dem Erdboden gleichgemacht” wurde und das übrig Gebliebene Plündernden nach dem Krieg zum Opfer fiel.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Friedhof gegen Ende des Krieges, im Winter 1944/45 zerstört wurde. Denn vieles deutet darauf hin, dass er aufgrund seiner Lage als potenzieller Stützpunkt des deutschen Militärs gegen die Rote Armee genutzt wurde. Hierzu wurden Schützengräben errichtet und Geschützhalterungen aufgestellt, die bis heute erkennbar sind. Ob die endgültige Zerstörung des Friedhofs bereits beim Aufbau des Stützpunktes oder bei Kampfhandlungen gegen Kriegsende erfolgte, ist unklar. Gräber von Holocaust-Opfern gibt es nicht.

Heute ist der Friedhof verwaist und er ist nur den wenigsten Einheimischen der Region bekannt.

Sophie Kamrad

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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre