Jüdischer Friedhof in Trzciel (Tirschtiegel)

Sicht auf den Jüdischen Friedhof in Trzciel von der Straße
Foto: Anke Geißler-Grünberg
Sicht auf den Jüdischen Friedhof in Trzciel von der Straße
aleph
Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre

Einem in Deutsch verfassten Statut vom 10. Juli 1745 zufolge erlaubte der adlige Grundherr Ludwig Szoldrski, dass Juden in der Stadt Tirschtiegel (heute Trzciel) siedeln durften. Um die Wende zum 19. Jahrhundert zählten sie bereits 253 Seelen, hatten sich als Jüdische Gemeinde konstituiert und unterhielten eine eigene Synagoge. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Stadt mit seinen ungefähr 1.700 Einwohnern zu Preußen, das sein Territorium im Zuge der Zweiten polnischen Teilung 1793  vergrößert hatte.

Mit Beginn der Industrialisierung wanderten aus Tirschtiegel viele Juden gen Westen und vor allem in die großen Städte ab. Zu Beginn der 1930er Jahre lebten nur noch sieben jüdische Familien und zwei jüdische Frauen im Ort.

Zur Bestattung ihrer Toten erwarben die Tirschtiegler Juden im gleichen Jahr ihrer Ansiedlung, 1745, auch einen Friedhof. Etwas außerhalb des Ortes in einem Waldstück nahe der Straße und direkt am Nordhang des Juden-Sees (Jezioro Żydowskie) gelegen, hat er seinen besonderen Reiz trotz starker Schädigungen und Verluste bis heute behalten.  

Anke Geißer-Grünberg

 

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Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre