Jüdischer Friedhof in Sulechów (Züllichau)

Zeichnung Stadtplan Züllichau
Foto: Stiftung Brandenburg, ohne Sign.
Züllichau. Stadt und Umgebung, Zeichnung 1954 (u. ergänzt 1957)
Aleph
Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre

Über die Geschichte der Juden in Züllichau (heute Sulechów) und ihren Friedhof gibt es bis heute nur spärliche Informationen. Bekannt ist, dass sie im Jahr 1861 eine Synagoge im Ort besaßen, die sich 1932 in der Tuchmacherstraße befand.

Anfang des 19. Jh. hatte die im Mittelalter gegründete Stadt Züllichau als Sitz des Landratsamts und des Amtsgerichts für den Landkreis Züllichau-Schwiebus größere Bedeutung erlangt. Sie beherbergte neben einem kurfürstlichen Schloss seit langem ein Pädagogium mit Waisenhaus, das sich dem Halleschen Pietismus verpflichtet fühlte. Der Ausbau des Straßennetzes und die Anbindung an das Schienennetz im zweiten Drittel des 19. Jh. gaben dem traditionellem Tuchmachergewerbe der Stadt wesentliche Impulse. Weitere Industriezweige siedelten sich hier an; der Handel gelangte zu einer bescheidenen Blüte.

1890 waren von den 7.700 Einwohnern in Züllichau 96 Juden; sie besaßen also einen Anteil von 1,25 % an der Gesamtbevölkerung. 1932 lebten hier nur noch 38 Juden, während die Gesamtbevölkerung der Stadt auf 9.200 Einwohner gestiegen war. Erster Vorsitzender der Synagogengemeinde war Hermann Wollinski, der mit seiner Familie erst 1921 nach Züllichau kam.

Der Geschichte dieser Familie ist der Aufsatz „Zur Verfolgung und Verdrängung von Juden aus Ostbrandenburg in den 1930er Jahren am Beispiel der Familie Wollinski“ von Martin Jeske gewidmet. Er entstand 2012 im Rahmen einer Studienarbeit an der Viadrina. In gekürzter Fassung steht er an Stelle eines Porträts der Geschichte der Jüdischen Gemeinde von Züllichau.

Anke Geißler-Grünberg

Aleph
Foto: OLF1.1. FrankRuhlLibre