Soziales Miteinander

15. Dezember 2018 - 12/2018

Lernen, Verhalten, soziale Integration –

Welche Chancen bieten peer-gestützte Lernverfahren für Schülerinnen und Schüler mit externalisierenden Verhaltensproblemen?

Autor:

Markus Spilles (Universität zu Köln)

Zusammenfassung:

Schülerinnen und Schüler mit externalisierenden Verhaltensproblemen stehen unter einem erhöhten Risiko, neben mangelnden Sozialkompetenzen ebenfalls von Lerndefiziten und sozialem Ausschluss in (inklusiven) Schulklassen betroffen zu sein. Jene Variablen beeinflussen sich gegenseitig, was die schulische Situation für die betroffene Klientel äußerst kritisch erscheinen lässt. Da peer-gestützte Lernverfahren positive Effekte auf den benannten Ebenen erzielen können, werden im vorliegenden Beitrag die Potentiale solcher Methoden für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensproblemen beleuchtet. Dabei werden auch konkrete Hinweise gegeben, welche Aspekte und Adaptionen in diesem Zusammenhang als besonders vielversprechend erachtet werden können.  Artikel


Schlagwörter:

peer-gestütztes Lernen, externalisierende Verhaltensprobleme, soziale Integration

15. Oktober 2018 - 10/2018

"Die Klasse als Gruppe im Blick"

Gruppenentwicklungsprozesse in Klassen verstehen und begleiten

Autorin:

Anja Schwalbe (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:

Um Prozesse sozialer Integration und Ausgrenzung in Klassen zu verstehen, sollte auch die Klasse als Gruppe in den Blick genommen werden. Soziale Beziehungen müssen sich hier allerdings erst entwickeln, wobei sozialen Normen als Kriterien für die Anerkennung und Ablehnung dabei eine wichtige Bedeutung zukommt. Die Lehrkraft kann diesen Entwicklungsprozess der Klasse begleiten und fördern. Im Beitrag wird daher dargestellt, welche Entwicklungsphasen Klassen auf dem Weg zu einer Gruppe durchlaufen. Weiterhin werden Merkmale der einzelnen Phasen herausgearbeitet, da diese Lehrkräften Anhaltspunkte für mögliche Interventionen zur Gestaltung der Gruppenentwicklungsprozesse liefern können.  Artikel


Schlagwörter:

Gruppenentwicklung, Normentwicklung, soziale Inklusion, soziale Exklusion, Einfluss der Lehrkraft

15. April 2017 - 04/2017

"Gruppenbezogenes Denken und die Problematik der Identitätsbildung bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf"

Autorin:

Deborah Ryszka, (Universität Potsdam)

Zusammenfassung: 

Im Gegensatz zum angelsächsischen Sprachraum spielt in Europa, insbesondere in Deutschland, ein gruppenbezogenes Denken bzw. ein Denken in Gruppen- oder Kollektivkategorien eine relevante Rolle, welches den Schulalltag nicht unberührt lässt und besonders auf die Identitätsbildung bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf problematisierend wirkt. Daher scheint es notwendig, zukünftige Lehrkräfte für eine individualisierte Betrachtung von Kindern mit sonderpädagogischer Förderbedarf (SFB) zu sensibilisieren. Zum Artikel

Schlagwörter:

Gruppendenken, Identität, Selbst(konzept), sonderpädagogischer Förderbedarf

15. Februar 2017 - 02/2017

"Um in unserer Klasse dazuzugehören, …" - Zur Bedeutung von Normen für die soziale Integration in der Klasse

Autorin:
Anja Schaefer (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:
Ein wichtiges Anliegen der Bemühungen um ein inklusives Schulsystem stellt die gemeinsame Unterrichtung aller Kinder in der Klasse dar. Jedoch scheinen insbesondere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SFB) dabei ein erhöhtes Ausgrenzungsrisiko zu haben (Huber, 2008). Eine wichtige Rolle spielen hierfür Klassennormen, die als Kriterien für Akzeptanz und Ablehnung relevant werden (Petillon, 1980). Welche Bedeutung Normen für die soziale Integration in der Klasse haben, welche Normen aus Sicht von Grundschulkindern integrationsrelevant sein können und inwiefern sich daraus Implikationen für die pädagogische Praxis ergeben, wird im Beitrag thematisiert. Zum Artikel

Schlagwörter:
soziale Integration, Gruppennormen, Klasse, Grundschule

15. Juni 2016 - 06/2016

Stigmatisierungsprozesse – Sichtweisen, Forschungsbelege und Ableitungen für den inklusionsförderlichen Unterricht

Autorin:
Tanja-Maria Ewald (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:
Im Rahmen von strukturellen Veränderungsprozessen im Schulsystem und der damit einhergehenden Unterrichtsentwicklung, bleibt die Frage offen, ob die Diagnose „Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SFB)“ Auswirkungen auf die soziale Rolle, die soziale Position und damit die soziale Akzeptanz hat. Erste Ableitungen des aus soziologischer Sicht dargestellten Etikettierungsprozesses, der daraus folgenden sozialen Rolle sowie Ergebnissen der sozialen Akzeptanz von Schülerinnen und Schülern mit SFB im Unterricht, sollen in diesem Beitrag Anhaltspunkte für unterrichtliche Handlungsimplikationen geben. Der Fokus liegt dabei auf der Kontakthypothese und dem kooperativen Lernen als handlungsleitendes didaktisch-methodisches Konzept. Zum Artikel

Schlagwörter:
Stigmatisierungsprozess, Etikettierung, soziale Akzeptanz, Kontakthypothese, Kooperatives Lernen

15. September 2015 - 9/2015

Einstellungen im inklusiven Klassenzimmer - erkennen, verstehen und soziale Distanz verringern.

Autor:
Anita Gerullis (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:
Kinder mit und ohne Behinderungen lernen in inklusiven Klassen räumlich nah beieinander. Sie zeigen dadurch bessere Leistungen, jedoch sind Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oft nicht genügend in die Klassengemeinschaft integriert. Die Kinder haben eine große soziale Distanz zueinander. Ein Grund dafür sind Einstellungen, die Kinder und auch Lehrkräfte haben, schon bevor ein Kind mit einer Behinderung in die Klasse kommt. Dieser Artikel beschreibt das Erkennen und die Messung dieser Einstellungen und der sozialen Distanz im Kontext der inklusiven Beschulung. Lehrkräfte bekommen Anregungen, wie sie die soziale Distanz in ihrem Klassenzimmer systematisch beobachten und verringern können. Zum Artikel

Schlagwörter:
inklusive Klassen, soziale Distanz, Einstellungen, Diagnostik

15. Mai 2015 - 5/2015

Soziale Ansteckung im Klassenzimmer
Das Risiko kennen, das Potenzial nutzen

Autor:
Marie-Luise Gehrmann (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:
Im Zuge der Umsetzung der Inklusion in Deutschland ergibt sich eine zunehmende Anzahl an Kindern mit Verhaltensschwierigkeiten im Regelschulsystem. Es stellt sich die Frage, welche Effekte dies auf die Verhaltensentwicklung der Kinder selbst sowie ihrer Mitschüler hat. Um unerwünschte Einflussprozesse zu begrenzen und erwünschte bestärken zu können, werden Informationen dazu benötigt, was Individuen anfällig für soziale Ansteckung macht. Anhand empirischer Ergebnisse wird betrachtet, ob die Gelegenheitsstrukturen für soziale Ansteckung für alle Kinder einer Klasse identisch sind, wer tatsächlich in Richtung prosozialen oder dissozialen Verhaltens „angesteckt“ wird und welche Faktoren dafür bedeutungsvoll erscheinen. Abschließend werden Potenziale für die Prävention und Intervention von Verhaltensschwierigkeiten aufgezeigt. Zum Artikel

Schlagwörter:
Verhaltensprobleme, soziale Ansteckung, Peer-Ansteckung, Inklusion, Intervention

15. Januar 2015 - 1/2015

Soziometrie und Netzwerkanalyse
Eine Methode zur Erfassung der Gruppendynamik in inklusiven Schulklassen

Autor:
Pawel R. Kulawiak (Universität Potsdam)

Zusammenfassung:
Reziproke Freundschaften und die soziale Interaktion in Cliquen sind das eigentliche Wesen einer Klassengemeinschaft. Im Rahmen der Transformation des Schulsystems hin zur Inklusion wird zunehmend die soziale Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf untersucht. Für die Erfassung der Gruppendynamik in heterogenen Schulklassen gewinnen soziometrische und netzwerkanalytische Methoden zunehmend an Bedeutung. Die Anwendung dieser Methoden wird hier am Beispiel der soziometrischen Befragung einer inklusiven Grundschulklasse erläutert und die soziale Integration von Schulkindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird untersucht. Zum Artikel

Schlagwörter:
Soziometrie, Netzwerkanalyse, soziale Integration