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Das ZEIF „Potsdamer Zentrum für empirische Inklusionsforschung“ ist ein interdiszipinärer Zusammenschluss von Forscher*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen an der Universität Potsdam. 

Seit der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 haben Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein einklagbares Recht auf inklusive Beschulung.  Diese Konvention zog zahlreiche Diskussionen nach sich, die normative Aspekte der Integration und Inklusion umfassend besprochen haben. Empirische Untersuchungen zur Umsetzung der Integration und Inklusion von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Lindsay, 2007; Kavale & Mostert, 2003) sind hingegen weiterhin nicht im notwendigen Umfang vorhanden, um auf evidenzbasierter Grundlage inklusive Schulen und inklusiven Unterricht zu gestalten.

Das ZEIF soll dazu beitragen, diese empirische Lücke weiter zu schließen, den Transfer in die Praxis zu unterstützen und so Handlungsgrundlagen für schulische und außerschulische Anwendungsfelder zu schaffen.

Aktuelles (Stand 04.03.2026)

STELLUNGNAHME
des Zentrums für Empirische Inklusionsforschung (ZEIF) an der Universität Potsdam zur öffentlich geäußerten Position des Landeselternrats, der das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern in Brandenburg für gescheitert erklärt:

Inklusive Bildung ist ein menschenrechtlich verankertes Prinzip und keine bildungspolitische Option unter vielen

Das Recht auf inklusive Bildung ist international menschenrechtlich verbrieft und kann nicht abgeschafft werden. Gemeinsames Lernen umfasst sowohl Kinder und Jugendliche, die zusätzliche Unterstützung benötigen, als auch solche, die besonders leistungsstark sind. Inklusive Bildung bedeutet, passende Lern- und Entwicklungswege für alle unter dem Dach einer gemeinsamen Schule zu gestalten und Angebote für ein echtes Miteinander zu schaffen - trotz und gerade wegen unserer Unterschiede. Als evidenzbasiert Forschende und Lehrende am Zentrum für Empirische Inklusionsforschung der Universität Potsdam haben wir viele Brandenburger Schulen bei der Ausgestaltung inklusiven Lernens begleitet und vielfältige Belege für die positive Wirksamkeit inklusiven Lernens gefunden, weit über sogenannte „Leuchtturmschulen“ hinaus. Von einem „Scheitern“ kann auf Grundlage dieser kostenlos öffentlich zugänglichen empirischen Befunde keine Rede sein.

Wir pflichten dem Landeselternrat bei, dass Ressourcen für Schulen des Gemeinsamen Lernens nicht weiter gekürzt werden dürfen und mehr Ressourceneinsatz zieldienlich und gerechtfertigt wäre. Dass sich durch mehr Förderschulen Ressourcen einsparen ließen, weisen wir entschieden zurück. In der Summe sind positive Effekte auf Systemebene durch verschärfte Zugangsbedingungen oder einer Rückkehr zu stärkerer Förderschulstruktur nicht zu erwarten, das Ressourcenproblem lösen sie keinesfalls. Längeres gemeinsames Lernen kann zudem zur Bildungsgerechtigkeit beitragen, da Bildungswege länger offenbleiben und soziale Herkunft weniger stark über Chancen entscheidet.

Bis zum 8. März 2026 kann sich noch zu unserem Fachtag angemeldet werden, auf dem zahlreiche gelingende Praxisbeispiele aus Brandenburg vorgestellt werden: www.uni-potsdam.de/de/inklusion/zeif/konferenzen/konferenzen-2026.

Tätigkeitsfeld

Das ZEIF plant und koordiniert Forschungsprojekte.

Das ZEIF organisiert regelmäßige Forschungskolloquien zur Diskussion aktueller Forschungsvorhaben.

Das ZEIF gibt wissenschaftliche Veröffentlichungen heraus.

Das ZEIF organisiert Tagungen und Diskussionen zu den Themen Integration und Inklusion.

Das ZEIF ist besonders bemüht um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der empirisch arbeitenden Inklusions- und Sonderpädagogik.

Das ZEIF bereitet empirische Erkenntnisse auf und stellt sie für Lehrkräfte zusammen. Zeitschrift Empirische Inklusionspädagogische Forschung für die Praxis (EIP)