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Forschungsthemen

Ein hundertprozentiger Schutz vor Naturgefahren ist unmöglich. Daher wird das lange Zeit vorherrschende Sicherheitsversprechen in Wissenschaft und Planungspraxis zunehmend durch Methoden des Risikomanagements ersetzt. Auch die drei Forschungsthemen der Arbeitsgruppe „Geographie und Naturrisikenforschung“ orientieren sich am Kreislauf des Risikomanagements.

Quelle: eigene Darstellung

Forschungsthema 1: Aus Katastrophen lernen: Dokumentation und Analyse von Schadensereignissen

Ziele:

  • Entwicklung und Implementierung von systematischen Schadens- und Ereignisdokumentationen für verschiedene Naturgefahren, z.B. Hochwasser, Starkregen und Dürren, um eine konsistente Datenbasis über Naturgefahren und ihre Auswirkungen zu schaffen; dabei werden verschiedene räumliche Skalen berücksichtigt
  • Erprobung von Methoden der Mustererkennung (Data Mining), um aus heterogenen Datensätzen typische Ereignisse, Versagensfälle und Schadensbilder zu identifizieren, die eine schnelle Einordnung neuer Schadensfälle ermöglichen sowie eine solide Grundlage für die quantitative Schadensmodellierung bilden
  • Prozesse der Regeneration von Gesellschaften nach Schadensereignissen verstehen

Forschungsthema 2: Die raum-zeitliche Dynamik von Risiken verstehen: Risiko- und Unsicherheitsanalysen

Ziele:

  • Entwicklung von quantitativen Schadens- und Risikomodellen
  • Quantifizierung der raum-zeitlichen Dynamik von Risiken, um den Einfluss verschiedener Treiber zu verstehen und Lösungen für eine effektive Risikoreduktion zu entwickeln
  • Die Rolle von Ökosystemen bei der Risikoreduktion untersuchen
  • Unsicherheiten quantifizieren, bewerten und – wo möglich – durch Informationserweiterung gezielt reduzieren

Forschungsthema 3: Nachhaltige, resiliente Gesellschaften bilden: Risikowahrnehmung, Anpassung und Risikokommunikation

Ziele:

  • Beobachtung, Analyse und Unterstützung der Wahrnehmung von Risiken durch Naturgefahren und der Vorsorge von Individuen, Privathaushalten und Organisationen – auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen
  • Bewertung und Weiterentwicklung von Methoden der Beteiligung und Kommunikation für den Transfer von Forschungsergebnissen - insbesondere im Geographieunterricht

Zusammenarbeit mit dem Deutschen Komitee Katastrophenvorsorge (DKKV)

Von März 2013 bis Dezember 2015 war Prof. Dr. Annegret Thieken Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), einer nationalen Plattform für Katastrophenvorsorge in Deutschland. Seit Dezember 2015 ist sie Vorsitzende des DKKV und somit verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der neuen Vereinsstrategie DKKV2020+. Zudem begleitet sie den DKKV-Anteil im BBK-Vorhaben DESKRIS - Definition von Schutzzielen und -niveaus Kritischer Infrastrukturen in Deutschland: Forschungsstand, Rechtlicher Rahmen und politische Entscheidungsfindung sowie im EU-Projekt ESPREssO - Enhancing Synergies for Disaster Prevention in the European Union. Ein kurzer Film zeigt, worum es dabei geht (zum Video).