Tourimus und Armut: Poorism in Schwellen- und Entwicklungsländern

Auftraggeber:

Eigenprojekt

Projektbeschreibung:

Seit etwa Mitte der 1990er Jahre hat sich in einigen Metropolen und Megacities von Entwicklungs- und Schwellenländern eine Tourismusform etabliert, bei der geführte Touren durch die Armutsviertel im Mittelpunkt stehen. Solche Touren werden insbesondere in den südafrikanischen Großstädten (Johannisburg, Kapstadt), den indischen Metropolen oder auch im brasilianischen Rio de Janeiro in nennenswertem Umfang und in professionalisierter Form angeboten. Zielgruppen dieser Tourangebote sind in erster Linie internationale Touristen. Schätzungen gehen von über 300.000 Touristen in Kapstadt und über 40.000 in Rio de Janeiro aus.

Bisher liegen erst wenige empirische Untersuchungen zu diesem touristischen Phänomen vor. Zum einen thematisieren diese Analysen die Motivation der Touristen. Oftmals werden als Hauptmotive ein Interesse an der Kultur des Landes oder am Alltag sowie der Lebenssituation der Bewohner in den Armutsvierteln ermittelt. Zum Zweiten gehen diese empirischen Studien der Frage nach, inwieweit diese Tourangebote ein Potenzial für die ökonomische Entwicklung dieser sozial benachteiligten Stadtquartiere darstellen, in Südafrika zum Beispiel im Sinne eines Community Based Tourism.

Es ist eine gesellschaftstheoretische Kernfrage dieses Projektes, weshalb und in welchen Formen sich in der modernen Gesellschaft ein Markt für die Besichtigung von Armutsvierteln etabliert hat.

Projektbeteiligte: 

Manfred Rolfes gemeinsam mit Andreas Pott, Malte Steinbrink (Universität Osnabrück) und Christina Uhl (Universität Potsdam)

Bearbeitungszeitraum: 

seit Februar 2007

Arbeitsfeld:

Touristische Raumsemantiken und Tourismusräume