Geschichte des Jüdischen Friedhofes in Storkow

Die Storkower Juden legten sich ihren Friedhof nach 1814 etwas außerhalb der Stadt an, belegten aber offenbar nur die hintere Hälfte der Fläche. Zuvor hatten sie ihre Toten nach Buckow (Märkische Schweiz) gebracht, wie aus einem königlichen Dokument von 1720 hervorgeht.
1942/1943 erfolgte seine „Arisierung“, indem der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg das Grundstück an die Stadt Storkow für lediglich 50 Reichsmark „verkaufte“.
Nach dem Krieg, 1952, wurde der Jüdische Friedhof in Volkseigentum überführt, verwilderte und verwahrloste bis zur Unkenntlichkeit. Denn Behörden und Stadtgesellschaft hatten keinerlei Interesse an diesem sepulkralen Erbe und betrachteten sich als nicht zuständig. Immer wieder wurde der Friedhof Ziel antisemitischer Überfälle und Zerstörungen. Im Zuge des 50. Jahrestages der Pogromnächte 1988 begann auch in Storkow ein Umdenken. Umgeworfene Grabsteine wurde zumindest wieder aufgerichtet und der Friedhof gepflegt. Allerdings wurden hierbei einige Grabsteine verkehrt herum aufgestellt, denn das Hebräische zeigt nach Norden.
Aber erst die antisemitischen Zerstörungen durch Rechtsextreme zwischen 1993 und 1995 führten dazu, dass die Stadt ein umfangreiches Restaurierungsprogramm durchführte und den Friedhof wieder in einen würdigen Zustand versetzte.
Im März 2009 berichtete der Tagesspiegel, dass Unbekannte das Eingangstor des Friedhofs beschädigt hatten, indem Ornamente der siebenarmigen Leuchter verbogen und abgebrochen worden sind.
Heute steht der Friedhof unter Denkmalschutz.
Anke Geißler-Grünberg
