Zum Hauptinhalt springen

Jüdicher Friedhof in Mittenwalde

Gedenkort Jüdischer Friedhof Mittenwalde
Foto: Tabea Reinders
Gedenkort Jüdischer Friedhof Mittenwalde

Erste schriftliche Hinweise auf jüdisches Leben in Mittenwalde reichen bis ins Mittelalter. Ihre neuere Geschichte beginnt jedoch erst im ausgehenden 17. Jahrhundert. Die jüdische Gemeinschaft blieb indes stets gering. Sie gründete in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwar eine eigene Gemeinde; die wenigen Mittenwalder Juden schlossen sich aber noch vor dem Ersten Weltkrieg der Synagogengemeinde Köpenick an. Den von ihnen angelegten Friedhof nutzten sie weiterhin, bis zu ihrer gewaltsamen Vertreibung aus der Stadt in der NS-Zeit.

Diverse Veröffentlichungen datieren die Gründung dieses Friedhofs ins Ende des 18. Jahrhunderts auf dem ehemaligen Gebiet der Wallgräben vor der zugeschütteten Stadtmauer. In der Pogromnacht 1938 wurde er zerstört, 1942 eingeebnet und danach als Privatgrundstück genutzt. Als Gedenk- und Begegnungsstätte wurde er 2014 für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Hier erinnern seitdem zwölf graue Natursteinplatten an die einstigen Standorte der Gräber und Grabsteine. Alle, bei der Umgestaltung geborgenen 22 Grabsteinbruchstücke befinden sich heute in der Stadtverwaltung Mittenwalde. 

Die hier vorgelegte Arbeit entstand im Rahmen des Seminars „Jüdische Friedhöfe als Kulturerbe“, das im Sommersemester 2025 an der Universität Potsdam stattfand. Sie will einen Beitrag leisten, die aufgezeigte Lücke zu schließen und dazu beitragen, dass der jüdische Friedhof als Teil der Stadtgeschichte Mittenwaldes im Stadtbild sichtbar wird.

Tabea Reinders