3. Sprachbildung und -förderung im mehrsprachigen/inklusiven Kontext- Didaktik DaF/DaZ, ZeLB und Deutschdidaktik im inklusiven Kontext

Das Projekt Sprachbildung und -förderung im mehrsprachigen/inklusiven Kontext ist eins der 12 Teilprojekte des ZeLB-Projekts “UP Network for Sustainable Teacher Education”, welches im Rahmen des DAAD-Programms „Lehramt. International“ (2021-24) gefördert wird. 
 

Gesellschaftspolitischer Rahmen

Mit Flucht, Migration und sozialen Unterschieden nimmt die sprachliche Heterogenität der Schülerschaft in Deutschland beständig zu. Lehrkräfte müssen auch die unterschiedlichen Sprachniveaus ihrer Schüler:innen berücksichtigen, um fachliche Lernprozesse zu unterstützen. Weiterhin benennt die Kultusministerkonferenz in ihrer Empfehlung „Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache stärken“ vom 5.12.2019 das Ziel, bildungssprachliche Kompetenzen nicht allein im Deutschunterricht, sondern darüber hinaus in allen Fächern zu fördern. In der Ausbildung von Lehrkräften soll somit auch in den Fokus rücken, Fachunterricht sprachsensibel zu gestalten. 

Das Projekt vereinigt zwei bedarfsorientierte Studienangebote, die an unterschiedlichen Phasen im Lehramtsstudium andocken:

  • ein Seminarangebot zum sprachsensiblen Fachunterricht im Rahmen des Praxissemesters Master Lehramt (im Ausland)
  • ein digitales Service-Learning-Angebot zur Sprachbildung und -förderung - von Studierenden für Schüler:innen der mit dem ZeLB kooperierenden Deutschen Auslandsschulen 
     

Sprachsensibler Fachunterricht für das Praxissemester (im Ausland) 

An der Universität Potsdam ist sprachsensibler Fachunterricht bisher noch nicht umfassend im Lehramtsstudium verankert. Um die angehenden Lehrkräfte beim Erwerb der nötigen Kompetenzen zu unterstützen, hat das ZeLB in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Didaktik DaF/DaZ ein Seminarkonzept entwickelt, das den sprachsensiblen Fachunterricht in den Mittelpunkt stellt. 

Im ersten Schritt werden Lehramtsstudierende, die ihr im Praxissemester im Ausland absolvieren, gezielt auf die Arbeit mit sprachlich heterogenen Schülergruppen vorbereitet und in dieser begleitet. Der anschließende gemeinsame Austausch zu den gesammelten Erfahrungen dient der Vertiefung und weiteren Weiterentwicklung der Kompetenz sprachsensiblen Unterrichtens. 

Nach Erprobung und Anpassung des Seminarkonzepts wird dieses im zweiten Schritt auf das Praxissemester im Inland erweitert, um somit allen Lehramtsstudierenden der Universität Potsdam die Möglichkeit zu bieten, der zunehmendem Herausforderung sprachlicher Heterogenität an Schulen in Deutschland pädagogisch erfolgreich zu begegnen.

Das Projekt ist Bestandteil der qualitativen Maßnahmen für das Praxissemester Lehramt im Ausland und setzt die Arbeit eines in diesem Kontext erfolgreich durchgeführten „Innovativen Lehrprojekts“ fort. Ziel des Projekts ist, ein dauerhaftes Angebot für alle Lehramtsstudierenden zu schaffen. 

Des Weiteren sind Fortbildungen für Mitarbeiter:innen der UP sowie für Lehrkräfte der mit dem ZeLB kooperierenden Deutschen Auslandsschulen sowie Forschungskooperationen zwischen den Bereichen DaF/DaZ und Lehrerbildung angedacht. Das Projekt steht in engem Austausch mit der AG Sprachbildung.

Projektleitung “Sprachsensibler Fachunterricht”

Weitere Informationen / Aktuelles zum “Sprachsensiblen Fachunterricht” 

 

Digitales Service-Learning-Angebot “Sprachbildung und -förderung von Potsdamer Lehramtsstudierenden für Schüler:innen Deutscher Auslandsschulen” 

Zwei Seminare aus dem DaF/DaZ-Bereich sowie aus der inklusiven Deutschdidaktik kollaborieren ab dem WS 2021/22. Während in einem Seminar eher die Sprachbildung Vorrang hat, betont das andere Seminar die Sprachförderung, beide Seminare im Bereich des Lesens, Sprechens, Schreibens, Präsentierens und Zuhörens. Dabei ist die Unterstützung der Schüler:innen im sprachsystematischen sowie sprachpragmatischen Feld des Deutschen in allen Fächern Ziel dieses Seminarprojektes. Die teilnehmenden und praxiserprobten Lehramtsstudierenden können durch den internationalen Austausch einen kulturellen Einblick gewinnen, der vielleicht in ein längeres Praktikum an Ihrer Schule mündet. Unterrichtsmaterialien des Projektes sollen digital gesammelt und den teilnehmenden Schulen zur Verfügung gestellt werden. Zudem besteht bei entsprechendem Interesse die Möglichkeit, nach enger Rücksprache mit den Lehrpersonen und deren Bedarfsermittlung einen Workshop für Lehrkräfte anzubieten, in dem auch die Eignung der entstandenen Materialien thematisiert werden könnte.

Ein Studierendentandem unterbreitet interessierten Schüler:innen ein Service-Learning-Angebot im Bereich der Sprachbildung und -förderung via Zoom. Das kann beispielsweise eine Unterstützung beim Leseverstehen, beim Schreiben von Texten, bei der Anregung mündlicher Unterrichtsinteraktionen, der Vermittlung der Grammatik/Orthografie oder bei der Erstellung von Präsentationen in den einzelnen Unterrichtsfächern sein. Die sprachlichen curricularen Kompetenzen in den einzelnen Jahrgangsstufen werden dabei im Blick behalten. Diese Unterstützung kann nach Absprache der Lehrpersonen und Eltern einmalig oder auch in einem kürzeren Zeitraum als Powerkurs mehrmals genutzt werden. Die Lernzeit wird individuell abgesprochen und soll sich nach den Wünschen der Schulen und Elternhäuser orientieren.

Das Angebot richtet sich an Schüler:innen kooperierender Deutscher Auslandsschulen in der Sekundarstufe I/II.

Informationsflyer zum Service-Learning-Angebot für Schulen

Projektleitung Service-Learning-Angebot “Sprachbildung und -förderung”

Studienbereiche und Fächer

Projektpartner innerhalb der UP

Internationale Partner