Professur Jüdisches Denken
Bild: Jan Blatt, Eddy Decembrino

Professur für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Jüdisches Denken

Profil

Angesiedelt an der Schnittstelle zwischen der Potsdamer Religionswissenschaft und den Jüdischen Studien widmet sich die Professur wesentlich der Erschließung jüdischer Denkwelten und Wissenskulturen zwischen Mittelalter und Neuzeit. Es wird dabei kein konfessionell gebundener, sondern ein explizit säkularer, historisch-kulturwissenschaftlicher Ansatz verfolgt. Ein besonderes Interesse liegt auf der Analyse jüdisch-christlicher Beziehungen in unterschiedlichen Kontexten und Kulturen. Ein anderes zielt auf den Aufbau eines Schwerpunkts „Sefardische Studien“, der sich mit Geschichte und Kultur iberischer Juden vor und nach den Vertreibungen zwischen 1492 und 1498 beschäftigt.

Dabei ist von Bedeutung, dass die Erforschung des sefardischen Judentums für die gesamte Geschichte der mittelalterlichen Philosophie und der Entwicklung frühneuzeitlicher Wissensbestände zentral ist. Gleichzeitig spricht die neuere Forschung den Conversos, getauften Sefarden, die zum Teil im Geheimen als Juden lebten, eine wichtige Rolle bei der  Ausbildung protomoderner Identitäten, kultureller Hybriditäten und frühmoderner Formen religiösen Skeptizismus zu, die auch über die Jüdischen Studien hinaus von zentraler Bedeutung und Aktualität sind. Mit ihrem Schwerpunkt „Sefardische Studien“ soll die Universität Potsdam nicht nur an entsprechende Forschungsaktivitäten anschließen, die zurzeit neben Spanien vor allem in den USA und in Israel betrieben werden. Es sollen auch Schulabgänger/innen und Studierende angesprochen werden, die sich für die spanische und/oder portugiesische Sprache und die Iberische Halbinsel und/oder Lateinamerika interessieren.

Durch die Ausbildung der derzeitigen Stelleninhaberin sind Promotions- und Habilitationsprojekte nicht nur in der Religionswissenschaft und den Jüdischen Studien, sondern auch im Bereich der Jüdischen Geschichte am Lehrstuhl möglich und willkommen.

Professur Jüdisches Denken
Bild: Jan Blatt, Eddy Decembrino