Lehrangebot Wintersemester 2021/22

Lehrveranstaltungen für Bachelorstudiengänge

Multikulturalismus und der Umgang mit illiberalen Gruppen

Dr. Kerstin Reibold

Do, 10:00 – 12:00

Westliche, liberale Demokratien werden zunehmend multikulturell. Damit einhergehend ergeben sich neue Problemstellungen für politische Gerechtigkeitstheorien, die damit konfrontiert sind, verschiedene Lebensweisen und Weltanschauungen gerecht zu repräsentieren, zu beachten und zu integrieren. In diesem Seminar werden wir zunächst unseren Blick darauf richten, welche Gruppen welche Ansprüche an liberale Staaten stellen. Wir werden ethnische und religiöse Minderheiten betrachten sowie deren Forderungen nach bestimmten Minderheitsrechten. Wir werden dann analysieren, inwiefern diese Forderungen gerechtfertigt sind und dabei auch fragen: Sind Minderheitenrechte eine Voraussetzung für Gleichheit oder untergraben sie diese? Kann es einen kulturell neutralen Staat geben und wie sähe dieser aus?  Wie ist mit Gruppen umzugehen, die sich nur teilweise in die liberale Gesellschaft integrieren? Können individuelle Rechte und Gruppenrechte koexistieren oder stehen sie immer in Spannung miteinander? Zu diesen Fragen werden wir einige der klassischen Texte aus der Multikulturalismusdebatte lesen. Anschließend an jeden Theorieblock werden wir anhand eines praktischen Beispiels die Implikationen und Vor- und Nachteile der jeweiligen Theorien erarbeiten.

Die Veranstaltung findet online statt.

 

Vorlesung und Übung: Einführung in die Politische Theorie und Ideengeschichte

Prof. Dr. Fabian Schuppert

Mo, 12:00 – 14:00 (Vorlesung)

Mo, 14:00 – 15:00 (Übung)

Beide Veranstaltungen finden online und asynchron statt.

Diese Einführungsveranstaltung dient dazu Studierenden einen Überblick zur Ideengeschichte wesentlicher theoretischer Konzepte (wie z.B. Demokratie, Souveränität, etc.) und der einschlägigen Denker*innen zu verschaffen. Ziel der Vorlesung ist es, Ihnen einen groben Überblick über die politische Ideengeschichte zu geben.

Die Vorlesung wird mit einer begleitenden Übung angeboten.

 

Staatstheorie

Prof. Dr. Fabian Schuppert

Di, 14:00 – 16:00

Dieses Vertiefungsseminar bietet Studierenden einen Einblick in die Staatstheorie. Wir werden verschiedene mögliche Definitionen und Konzeptionen von Staaten ebenso diskutieren wie mögliche Theorien über die grundsätzlichen Aufgaben und Ziele des Staates. Ferner werden wir uns mit verschiedenen Verständnissen von Souveränität und Legitimität auseinandersetzen. Der letzte Teil des Kurses widmet sich radikalen Staatstheorien.

Das Seminar ist zunächst - gemäß den Vorgaben der Universitätsleitung - in Präsenz geplant. Dies kann sich jedoch kurzfristig ändern. Bitte beachten Sie etwaige Ankündigungen.

 

Kolloquium für Politische Theorie und Ideengeschichte (BA und MA)

Prof. Dr. Fabian Schuppert

Di, 16:00 – 18:00

Dieses Kolloquium richtet sich an BA/MA Studierende, die entweder bereits ihre Abschlussarbeiten im Bereich der Ideengeschichte und Politischen Theorie angemeldet haben oder kurz davor stehen, sowie Doktoranden, und dient zur intensiven Diskussion bestehender Projekte und Entwürfe. Es ist ausdrücklich empfohlen dieses Kolloquium nur zu besuchen, wenn Sie tatsächlich in der Politischen Theorie schreiben (wollen).

Das Kolloquium dient darüber hinaus als Forum für Gastvorträge aus dem In- und Ausland.

Das Kolloquium findet, soweit möglich, in Präsenz statt.

 

Lehrveranstaltungen für Masterstudiengänge

No Refuge – Grenzregime und Flüchtlingsrechte

Dr. Kerstin Reibold

Blockseminar (in Präsenz):

Sa, 20.11.2021, 16:00 – 18:00

07.01.2022 – 08.01.2022, 10:00 – 16:00

18.02.2022 – 19.02.2022, 10:00 – 16:00

05.03.2022 – 06.03.2022, 09:00 – 19:00

Dieses Seminar setzt sich mit der Frage der Flüchtlingspolitik aus einer normativen Perspektive auseinander. Wir werden Serena Parekhs Buch ‚No refuge - Ethics and the Global Refugee Crisis‘ gemeinsam lesen und diskutieren. Das Buch diskutiert die Situation von Flüchtlingen, die in Flüchtlingslagern, in urbanen Slums oder auf der stetigen Weiterreise keine sichere Zuflucht finden. Es analysiert, wie die schlechte Unterbringung eine zweite Flüchtlingskrise schafft und diskutiert, welche moralischen Ansprüche Flüchtlinge in solchen Situationen an die internationale Gemeinschaft stellen können. Wir werden ebenfalls im Seminar mit Mitgliedern von Flüchtlingsorganisationen diskutieren und somit eine Verknüpfung von Theorie und Praxis anstreben.

Das Seminar endet mit einer zweitägigen Studentenkonferenz, in der alle SeminarteilnehmerInnen ihre Hausarbeit vorstellen und ihre Arbeiten diskutieren. Serena Parekh wird ebenfalls an der Konferenz teilnehmen und Feedback zu den Arbeiten geben. Daher werden Konferenz und Hausarbeiten in Englisch gehalten bzw. geschrieben.

Das Seminar ist ideal für Studierende, die daran interessiert sind, erste Erfahrungen mit Konferenzpraesentationen und wissenschaftlichem Austausch zu sammeln und/ oder die daran interessiert sind, normativ-theoretische Themen mit praktisch-empirischen Fragestellungen zu verknüpfen.

 

Klasse, ‚Rasse‘ und Nation bei C.L.R. James und Frantz Fanon

Eleonora Roldán Mendívil

Termine (Präsenzveranstaltung):

12.11.2021, 15:15 – 16:45

17.12.2021, 13:00 – 19:00

18.12.2021, 10:00 – 16:00

14.01.2022, 13:00 – 19:00

15.01.2022, 10:00 – 14:00

Das Seminar baut auf Vorwissen der Studierenden in den analytischen Kategorien Klasse, ‚Rasse‘ und Nation bezogen auf politische Theorie auf. Das Seminar beleuchtet intensiv zwei zentrale karibische Denker: C.L.R. James (1901–1989) aus Trinidad und Frantz Fanon (1925-1961) aus Martinique. Beide gehören einer Generation von karbischen Revolutionären an, welche die radikalsten Analysen und Kritiken ihrer Zeit bezogen auf Kapitalismus, Rassismus und nationale Befreiung vom Joch des Kolonialismus zusammen brachten. Durch das Studium von Primär- sowie Sekundärquellen werden die theoretischen Überlegung, sowie das politische Handeln dieser beiden wichtigen Figuren vor allem Schwarzer und ‚Dritte-Welt‘ Befreiungsbewegungen nachvollziehbar gemacht, sowie das Wirken ihrer Analysen für heutige soziale und politische Kämpfe im Globalen Süden, sowie im Rahmen antirassistischer Kämpfe im Globalen Norden verdeutlicht. Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum: Was bedeutet Antikolonialismus? Was bedeutet menschliche Befreiung? Welche Rolle kommt Schwarzen und kolonisierten Subjekten im Kontext gesamtgesellschaftlicher Befreiung zu? Sind alle (ehemals) kolonisierten Sobjekte gleichermaßen unterdrückt? Welche Rolle spielt die nationale herrschende Klasse bei antikolonialen und antiimperialistischen Kämpfen – damals wie heute?

 

Ethnischer und politischer Nationalismus in Mittel- und Osteuropa

PD Dr. habil Andrzej Marcin Suszycki

Do, 16:00 – 19:00 (in Präsenz; 14-täglich)

Diese Lehrveranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende der Politikwissenschaft. Unter Heranziehung sowohl der älteren als auch der neueren Theorieansätze befasst sich das Seminar mit den dominanten Formen des Nationalismus in Mittel- und Osteuropa.

Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.