Promotionen und Habilitationen
Aktuelle Projekte (Promotion und PhD)
Wahrheit und Wissen in der zeitgenössischen Politik – Glorianne Wilkins, M.A.
Die Dissertation befasst sich mit den theoretischen Disziplinen der feministischen und politischen Erkenntnistheorie, der Standpunkttheorie und der politischen Philosophie. Da zunehmende gesellschaftliche Spaltung und politischer Zerfall bisherige Vorstellungen von sozialem und politischem Fortschritt zu bedrohen scheinen, ist die stark polarisierte Landschaft von Wahrheit und Wissen in der zeitgenössischen Politik stärker in den Fokus gerückt. Das post-truth Zeitalter hat nicht nur die erkenntnistheoretische Frage aufgeworfen, was es bedeutet, zu wissen, und wie wir wissen, sondern auch das Vertrauen in unsere Fähigkeit erschüttert, gemeinsam zu bestimmen, was als wahr oder als guter Grund gilt. Proklamierte universelle Werte wie Demokratie, Wahrheit und Gerechtigkeit verlieren ihre Fähigkeit, Entscheidungsträger zu vereinen, und werden stattdessen zu konzeptuellen Waffen, die von allen Seiten geschwungen werden. Daher ist es interessant, die Natur unserer nicht hinterfragten Annahmen in Bezug auf Wahrheit und Wissen in der zeitgenössischen Politik zu untersuchen und anschließend zu erörtern, wie dies die Art und Weise beeinflusst, wie wir über unsere größten gesellschaftlichen Herausforderungen nachdenken und auf sie reagieren. In der Arbeit wird die Natur unseres individuellen und kollektiven Bedürfnisses nach Gewissheit untersucht und überlegt, wie wir uns den Grenzen unseres Wissens stellen können, um bessere Werkzeuge zu entwickeln, mit denen wir eine unendlich komplexe politische Welt verstehen können.
Bürgerbeteiligung an Entscheidungsprozessen in der Klimapolitik in Ballungsräumen – Janina Walkenhorst, M.A.
In ihrem Promotionsprojekt untersucht Janina Walkenhorst den Einfluss der Bürgerbeteiligung auf klimapolitische Entscheidungsprozesse in Ballungsräumen. Zunächst befasst sie sich mit dem normativen Konzept einer „guten“ Bürgerbeteiligung im Zusammenhang mit der Klimapolitik, das sich um das Zusammenspiel von demokratischer Legitimität, wirksamen Maßnahmen und der Entstehung gesellschaftlicher Akzeptanz dreht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf deliberativen Beteiligungsformaten. Darüber hinaus analysiert Janina die Input-Legitimität dieser Beteiligungsformate, indem sie neben dem Ziel auch verschiedene Ansätze der Repräsentation betrachtet. Die Fragen lauten: Nach welchen Kriterien werden die Bürger repräsentiert? Wer ist für die Gewichtung der Entscheidungen verantwortlich? Wie wird eine unabhängige Entscheidungsfindung gewährleistet? Zudem werden die Verknüpfung der aus den Bürgerbeteiligungsprojekten hervorgehenden Empfehlungen der Bürger mit Politik und Verwaltung sowie die wechselseitigen Auswirkungen auf Legitimität und Akzeptanz einbezogen.
Vergangene Projekte (Promotion und PhD)
Energiegerechtigkeit – Rabea Scholz, M.A.
Die Promotionsarbeit beginnt mit einer theoretischen Kritik des bestehenden Diskurses zur Energiegerechtigkeit. Auf dieser Grundlage werden eigene Grundsätze für eine anwendungsorientierte Theorie der Energiegerechtigkeit entwickelt. Anschließend werden die Entwicklung des Gerechtigkeitsdiskurses untersuchen (d. h. Klimagerechtigkeit im Zusammenhang mit öffentlicher Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit oder Steuergerechtigkeit) und herausgearbeitet, welche Gerechtigkeitsströmung in Deutschland besonders relevant ist. Auf dieser Grundlage wird untersucht, wie sich der Gerechtigkeitsdiskurs in Deutschland insbesondere in den Krisenjahren 2021 und 2022 verschoben hat, um herauszufinden, inwieweit sich die Wahrnehmung von Gerechtigkeit in sozialen Fragen mit wechselnden Krisenschwerpunkten verändert. Insbesondere aufgrund der derzeit vorherrschenden Energiekrise treten Fragen der Gerechtigkeit in der Energiewende deutlicher denn je in den Vordergrund. Daher ist es ein Anliegen, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen und Empfehlungen für die Politikgestaltung in Deutschland zu entwickeln.