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Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Friesack

Foto: Michael Schmitz
Fragment als Symbol für den Zustand des Begräbnisortes in Friesack

Am Stadtrand von Friesack bestattete die jüdische Gemeinde ihre Toten auf der mit Bäumen bewachsenen Kuppe einer kleinen Anhöhe. Die achtzehn erhaltenen Grabsteine des Friedhofes datieren dessen Nutzung von 1829 bis 1920. Viele Mitglieder der Familie Salomon, beginnend mit Isaac Salomon (1763-1829) bis hin zu Goldine Salomon (1839-1910), haben hier ihren Platz gefunden. Laut Zeitzeugenberichten soll im Jahre 1933 auch der Altmetallhändler Salli Lewinsohn auf diesem Friedhof beigesetzt worden sein. Wie heute bekannt ist, wurde er jedoch in Berlin-Spandau begraben. Vermutlich hatte Lewinsohn in Friesack keine Verwandten mehr und sich zuvor schon in der Hauptstadt aufgehalten.

Einige Friesacker Bürger sorgten in der Zeit nach 1945 für den Schutz des Geländes und vor dessen Beräumung. Auf Initiative des Friesacker Kulturbund-Klubs wurde mit Unterstützung der Sowjetarmee der verwahrloste jüdische Friedhof in den 1980er Jahren restauriert. Die erhaltenen Grabsteine wurden, aus Unkenntnis und vermutlich auch aus optischen Gründen, nicht mit der Front nach Südosten in Richtung Jerusalem, sondern in Richtung des Friedhofseinganges wiederaufgestellt. Die Anlage versah man mit einer Holzumzäunung, welche die ehemalige rote Ziegelmauer ersetzte, deren Fragmente noch heute an einigen Stellen außerhalb des Zaunes erkennbar sind. Dabei ist das Areal auf ca. 16x14m verkleinert, Bäume sind gefällt und Grabhügel eingeebnet worden. Hinweise auf eine mögliche Belegung vor 1829 sind durch die Entfernung zahlreicher Grabsteinfragmente verloren gegangen, was auch für die genealogische Forschung einen unwiederbringlichen Verlust bedeutet.

Nicole Schmitz