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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Schon zu Beginn meines Bachelor-Studiums hat mich die Vorstellung eines Auslandsaufenthaltes in einem fernen Land sehr gereizt. Da ich jedoch während des Bachelorstudiums beruflich sehr eingespannt war, habe ich mir vorgenommen, diesen Traum zu Beginn meines Masterstudiums anzugehen. Von meinen Kommilitonen habe ich erfahren, dass die Universität Potsdam einige Hochschulpartnerschaften und Partnerschulen im Ausland hat. Für mich stand schnell fest, dass ich in einem sonnigen und englischsprachigen Land mein Auslandssemester absolvieren möchte. Bei der Recherche bin ich schließlich auf die University of Technology Sydney (UTS) gestoßen, deren abwechslungsreiches Kursangebot und faszinierende Stadt mich sehr angezogen hat. Daher habe ich entschieden, mich auf einen der begehrten Austauschplätze an der UTS zu bewerben. Das Bewerbungsverfahren auf einen Platz in einem Hochschulpartnerschaftsprogramm an der Universität Potsdam ist sehr umfangreich und zeitaufwendig, weshalb ich es sehr empfehlen würde, sich so früh wie möglich mit den einzelnen Bewerbungsschritten bzw. Bewerbungsfristen und notwendigen Formularen (bspw. Sprachzertifikat, Transcript of Records, Gutachten eines/-er Hochschullehrers/-in) vertraut zu machen. Zudem ist für das Motivationsschreiben und eine mögliche Anerkennung von erbrachten Prüfungsleistungen im Ausland eine frühzeitige und genaue Recherche des Kursangebotes der jeweiligen Wunschuniversität sehr empfehlenswert. Durch die Recherche konnte ich den Kreis meiner Wunschuniversitäten genauer eingrenzen und eine erste Übersicht der einzelnen Gastuniversitäten erstellen. Sobald ich das Bewerbungsverfahren erfolgreich durchlaufen und erfreulicherweise eine Zusage für einen Austauschplatz an der University of Technology in Sydney erhalten habe, habe ich die finalen Schritte meines bevorstehenden Auslandsaufenthaltes in Angriff genommen. Bei der Bewerbung für ein Visum habe ich mich für ein „Student Visa“ entschieden, welches einen legalen Aufenthalt in Australien bis zu einem Monat nach Beendigung des Semesters ermöglicht und zudem eine Arbeitserlaubnis von bis zu 20 Arbeitsstunden pro Woche beinhaltet. Das „Student Visa“ kann online beantragt werden und wurde mir bereits nach zwei Tagen genehmigt. Wichtig zu beachten ist, dass sich erst auf das Student Visa beworben werden kann, wenn die Gastuniversität die sogenannte Overseas Student Confirmation-of-Enrolment (CoE) erstellt und ausgehändigt hat. Bezüglich einer Auslandskrankenversicherung musste ich einen australischen Anbieter auswählen, da ich für die Beantragung meiner Student Visa eine australische Krankenversicherung vorweisen musste.


Studienfach: Lehramt für die Sek II (Master) – Sport / Geographie

Aufenthaltsdauer: 07/2018 - 11/2018

Gastuniversität:University of Technology Sydney

Gastland: Australien

Studium an der Gastuniversität

Bevor ich mich für die einzelnen Kurse an der UTS eingeschrieben habe, habe ich einen Termin mit dem Leiter des Prüfungsausschusses in Bildungswissenschaften der Universität Potsdam vereinbart. In einem Gespräch haben wir ein sogenanntes Learning Agreement vereinbart, in dem festgehalten wurde, welche potenziellen
Kurse der UTS mir an der Universität Potsdam anerkannt werden können. Den Abschluss eines Learning Agreement würde ich jedem empfehlen, da es mir Gewissheit gegeben hat, welche belegten Kurse an der UTS mir angerechnet werden können und welche nicht. Insgesamt habe ich drei Kurse an der UTS belegt, von denen mir gemäß des Learning Agreements Zwei angerechnet werden können. Zwei meiner Kurse bestanden aus einem wöchentlich stattfindenden dreistündigen Seminar und unterschiedlichen Hausaufgaben, die ebenfalls wöchentlich zu absolvieren waren. Die Hausaufgaben waren schon relativ umfangreich und haben meist 1-2 Stunden zusätzlich pro Woche in Anspruch genommen. Der dritte Kurs bestand aus einem wöchentlichen Seminar und einer wöchentlichen Vorlesung. Das Leistungserfassungs- bzw. Benotungssystem an australischen Universitäten ist anders als an der Universität Potsdam, weshalb bereits während des Semesters ein Großteil der Studienleistungen bzw. Prüfungen, wie Hausarbeiten, Vorträge oder Projektarbeiten, absolviert werden muss. Aus diesem Grund was das Studium während des Semesters zwar zeitaufwändiger, aber dafür in den letzten Wochen entspannter, da ich in zwei meiner drei Kurse einen Großteil der Prüfungsleistungen bereits erbracht habe. Generell würde ich sagen, dass die Leistungsanforderungen der UTS vergleichbar mit der Universität Potsdam sind, auch wenn deutlich mehr Prüfungen während der Semesterwochen zu bewerkstelligen sind. Was mir an dem Studium an der UTS besonders gefallen hat, war das lockere und hilfsbereite Auftreten meiner Dozenten. Es hat so gut wie immer eine sehr entspannte Arbeitsatmosphäre in den einzelnen Seminaren vorgeherrscht, wodurch es mir auch als Austauschstudent leicht gefallen ist, sich in die Seminare einzubringen. Da in den Seminaren zudem sehr viele Gruppenarbeiten durchgeführt wurden, war es sehr einfach, sich mit den anderen Studenten und somit unterschiedlichen Kulturen auszutauschen und verschiedene Perspektiven und
Vorstelllungen kennenzulernen. Darüber hinaus verfügt die UTS über ein sehr moderne und vielseitige Ausstattung sowie ein vielfältiges Sport -und Freizeitangebot. Ab der zweiten Semesterwoche habe ich regelmäßig mit anderen Studenten einmal die Woche Fußball gespielt, was eine gute Gelegenheit war, um andere Studenten kennenzulernen und neue Bekanntschaften/ Freundschaften zu schließen.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Die Einführungswoche und die vielzähligen Campusevents haben mir sehr geholfen, viele Kontakte in den ersten Wochen zu knüpfen. Ich würde es zudem sehr empfehlen, an den vielfältigen und günstigen Events von „UTS-Activate“ teilzunehmen. Über dieses Programm habe ich viele sympathische Studierende unterschiedlichster Kulturen kennengelernt und schon in den ersten Wochen viele Orte von Sydney besucht, wie beispielsweise den Luna Park, die Harbour Bridge oder ein Rugby Spiel der Wests Tigers. Mit einheimischen Studenten hatte ich jedoch eher weniger Kontakt, da sich die Mehrheit der Studierenden aus meinen Masterkursen bereits aus ihren Bachelorkursen kannten und es daher schwierig war, mit ihnen Freundschaften zu schließen und auch außerhalb der Uni etwas zusammen zu unternehmen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich bereits in der elften Klasse ein Auslandssemester in den USA absolviert hatte, war meine Sprachkompetenz in Englisch bereits vor dem Auslandsaufenthalt in Sydney gut ausgeprägt. Durch das Auslandssemester konnte ich jedoch diese Sprachkompetenzen verstärken und vertiefen. Ich fühle mich aktuell sehr sicher, mit anderen Mitmenschen auf Englisch zu kommunizieren und habe Freude daran, mich auf Englisch auszutauschen. Durch die zahlreichen englischen Texte und Hausarbeiten konnte ich zudem auch mein akademisches Englisch deutlich verbessern und einige neue Wörter und Redewendungen in meinen Wortschatz aufnehmen. Den australischen Dialekt verstehe ich mittlerweile auch sehr gut, wobei ich auf meiner Reise durch Australien feststellen musste, dass ich insbesondere bei den Australiern von ländlichen Gebieten nach wie vor nicht immer alles verstehe.

Wohn- und Lebenssituation

Nachdem ich das Stipendium für mein Auslandsemester erhalten habe, habe ich direkt angefangen, mich intensiver mit meiner zukünftigen Wohnsituation in Sydney zu beschäftigen. Die UTS verfügt über zahlreiche Studentenwohnungen in der Stadt, die eine sehr gute Anbindung zu den einzelnen UTS-Gebäuden vorweisen. Ich habe mir die verschiedenen Angebote angeguckt, Preise verglichen und nach Erfahrungsberichten recherchiert. Bei der Recherche und im Gespräch mit dem Auslandsamt der Uni Potsdam wurde ich darauf Aufmerksam gemacht, dass das Studentenzimmer vom UTS-Housing bis Mitte Januar angemietet werden muss. Da ich jedoch bereits nach Semesterende (Mitte November) direkt anfangen wollte zu reisen und die Preise für ein Zimmer im UTS-Housing zwischen $280-300 / Woche liegen, habe ich mich nach Wohnungen und Zimmern außerhalb des UTS-Housing in Sydney umgeschaut. Freunde von mir, die bereits für eine längeren Zeitraum in Sydney gelebt hatten, haben mir die Internetseiten „flatmates.com“ und die Facebook-Gruppe „Accommodations Sydney Inner-West“ für die Wohnungssuche empfohlen. Ich habe ausschließlich nach Zimmern in einer WG gesucht, die in der Nähe der UTS liegen und nicht mehr als $290 / Woche kosten. Die Preise für Unterkünfte in Sydney sind im Vergleich zu Potsdam und Berlin sehr hoch und haben mit Abstand den größten Anteil meiner Ausgaben in Sydney eingenommen. Bei der Wohnungssuche habe ich relativ schnell festgestellt, dass der Wohnungsmarkt in Sydney sehr schnelllebig ist und eine hohe Anzahl an frei werdenden Zimmern permanent vorzufinden ist. Wenn man sich für eine Unterkunft außerhalb des UTS Housing entscheidet, muss man sich bewusst sein, dass es deutlich mehr Aufwand und stressiger ist, aber am Ende auch Geld eingespart werden kann, falls man nach Semesterende nicht mehr allzu lange in Sydney wohnen will. Da ich mir nur vor Ort einen genauen Eindruck von meinem neuen potenziellen „Zuhause“ machen wollte, habe ich die ersten Tage in einem Hostel geschlafen und viele Wohnungsbesichtigungen vereinbart. Letztendlich habe ich nur zwei Tage gebraucht, um die Zusage für ein schönes Zimmer ($280 / Woche) in einem Reihenhaus in einer fünfköpfigen WG zu erhalten. Meine WG-Mitbewohner (ein Italiener, eine Argentinierin, eine Französin, ein Inder) waren alle sehr cool drauf und wir haben öfter mal zusammen gekocht oder die Tage gemütlich in unserem Backyard ausklingen lassen. Unser Haus hat in einer ruhigen Straße in dem Suburb Newtown gelegen, wo echt immer viel los ist und viele leckere Restaurants und cooles Bars/Tanzbars aufzufinden sind. Im Nachhinein bin ich froh, off-campus gelebt zu haben, da ich so mehr vom Stadtleben mitbekommen konnte und echt eine schöne Zeit in meiner WG hatte. Die ersten zwei Monate habe ich in einem Restaurant gekellnert, um mir ein wenig Geld für meine spätere Reise zur Seite legen zu können. Was das Leben allgemein angeht, muss man sich bewusst sein, dass Sydney, sei es die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der Wocheneinkauf, der Besuch von Veranstaltungen, Bar/Clubabende und vor allem die Miete schon deutlich teurer sind als in Potsdam oder Berlin. Jedoch hat Sydney natürlich seinen speziellen Reiz. Die Australier sind locker und cool drauf, die Stadt hat ein vielfältiges kulturelles Angebot und die diversen Strände sind auch nur ca. 30-40 Minuten von der Central Station entfernt. Insgesamt bin ich mit dem Geld, was mir auch in Deutschland zum Leben zur Verfügung steht, gut zurecht gekommen, wobei ich auch seltener auswärts essen gegangen bin als in Deutschland. Ansonsten habe immer versucht, vor allem die Sonntage für Ausflüge und Stadterkundungstouren zu nutzen, da am Sonntag nur einmalig $2,70 für den öffentlichen Nahverkehr in ganz New South Wales gezahlt werden muss. So ist es zum Bespiel sehr günstig, einen Tagesausflug in die umliegenden Blue Mountains, zum Palm Beach oder den Royal National Park zu machen oder die Fähre zum Manly Beach oder zur Watson Bay zu nehmen.

Studienfach: Lehramt für die Sek II (Master) – Sport / Geographie

Aufenthaltsdauer: 07/2018 - 11/2018

Gastuniversität:University of Technology Sydney

Gastland: Australien


Rückblick

Rückblickend muss ich sagen, dass ich mehr als dankbar und froh bin, die Möglichkeit erhalten zu haben, ein Auslandssemester in Sydney bestreiten zu dürfen. Es war sehr aufregend und hat viel Spaß gemacht, in einer anderen Stadt zu leben und ein anderes Lebensgefühl kennenzulernen. Insbesondere haben mir die zahlreichen und schönen Strände in Sydney gefallen, die kulturelle Vielfalt und die entspannte Art der Australier. Was die Vorbereitung angeht, ist es sehr zu empfehlen, so früh wie möglich mit der Planung anzufangen und sich am besten eine Liste zu erstellen, welche Dokumente eingeholt und welche Termine wahrgenommen werden müssen. Zudem sollte man sich vorher eine kleine Übersicht zu den entstehenden Kosten in Sydney erstellen, um während seines Aufenthaltes ausreichend Geld zum Leben und bei Bedarf zum Reisen zur Verfügung zu haben. Darüber hinaus hat mir auch das Studieren an sich an der UTS sehr gut gefallen, da ich viele Kurse belegen konnte, die mich inhaltlich sehr interessiert und gepackt haben und mir viele neue Perspektiven aufgezeigt wurden, die sowohl für mein weiteres Studium als auch für meinen späteren Beruf von hoher Bedeutung sein können. Von meinen Erfahrungen her kann ich es nur sehr empfehlen, sich für ein Auslandssemester in Sydney zu bewerben und hoffe, dass auch die zukünftigen Auslandsstudenten und -studentinnen eine tolle und aufregende Zeit in Down Under haben werden.

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