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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Nachdem für mich die Wahl des Landes feststand, galt es herauszufinden, zu welcher Institution ich gehen wollte und wie ich diese erreichen konnte. Dafür empfehle ich jedem, sich bereits 1 bis 1,5 Jahre vor Auslandsaufenthalt zu informieren. Zu Beginn wusste ich nicht, wo ich anfangen sollte und so war mein erster Anlaufpunkt die Outgoing-Website der Uni Potsdam (https://www.uni-potsdam.de/de/international/service/center/io/outgoing.html). Da für mich feststand, dass ich in die USA gehen wollte, kam nur eine Hochschulpartnerschaft in Frage. Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, diesen Trip auf eigene Verantwortung und Anstrengungen zu organisieren. Da dies jedoch enorme finanzielle und organisatorische Aufwände mit sich brachte, entschied ich mich dagegen. Um nun in den vielen Gastuniversitäten, welche einem zur Verfügung stehen, die passende zu finden, las ich die Erfahrungsberichte von Studenten, die bereits an einem Austausch teilgenommen hatten. Zu finden sind diese ebenfalls auf der Website der Uni Potsdam. Für mich spielte dabei zum einen die fachliche Orientierung eine Rolle, zum anderen interessierte mich die Atmosphäre vor Ort.


Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Augustana University

Gastland: USA

Als nächstes stand die Bewerbung an. Dabei musste ein Bewerbungs- bzw. Motivationsschreiben verfasst, sowie ein Interview (in der zweiten Runde) durchlaufen werden. Für das Schreiben sollte beachtet werden, dass so differenziert wie möglich geschildert wird, warum man genau an diese Universität gehen möchte und warum man selber (als einer von sehr vielen Bewerbern) genommen werden sollte. Dabei kann einem auch der Career Service der Uni Potsdam weiterhelfen. Für das Interview sollte man sich auf Fragen zum Gastland sowie der Gastuniversität einstellen. Allerdings sollte man auch über die internationalen Programme der Uni Potsdam Bescheid wissen, da auch hierzu Fragen gestellt werden können.
Nachdem diese Hürden geschafft waren und ich angenommen war, ging es zum hochschulspezifischen Teil über. Bei meiner Universität beinhaltete der nächste Schritt eine erneute Bewerbung bei der Gastuniversität. Dafür sind die benötigten Dokumente auf Englisch zu übersetzen und der Gastuniversität zu übermitteln. Hierbei hilft das International Office der Uni Potsdam. Diese Bewerbung war jedoch eher ein bürokratischer Akt, da bisher jeder angenommen wurde, der es durch das Auswahlprogramm der Uni Potsdam geschafft hatte. Im Anschluss daran bekam man recht schnell die Dokumente, welche für das Visum benötigt werden, von der Augustana Universität (Augie) zugeschickt. Mit diesen sollte man sich frühzeitig um seinen Visumsantrag bemühen, da dieser durchaus einiges an Zeit beanspruchen kann. Beantragt wird dieses über die Website der Botschaft (https://de.usembassy.gov/de/visa/studium-und-austausch/). Hierzu gibt es ebenfalls einen Workshop der Uni Potsdam, welcher nützliche Informationen bietet. Mir persönlich fand dieser Workshop jedoch zu spät statt, sodass ich mein Visum bereits lange vor dem Termin hatte. Es gibt eine offizielle Empfehlung zum frühsten Zeitpunkt des Visumantrages (bei mir waren es maximal 120 Tage im Voraus). Ich war vor dieser Zeit bereits im Konsulat, was aber keine weiteren Probleme verursacht hat. Mein Reisepass wurde so lange einbehalten, bis die 120 Tage erreicht waren, und im Anschluss per Post an mich versendet. Da es bei meinem Visumsantrag Probleme mit dem Bild gab (mein Verschulden) welches ich eingereicht hatte, war ich froh, diesen zeitlichen Puffer zu haben. Wenn man sich die Dokumente der Augustana aufmerksam durchliest, sowie den Anweisungen im Internet folgt, ist der Visumsantrag relativ schnell und verhältnismäßig einfach. Ein kleiner TIPP hier: wenn man in das Konsulat geht, sollte man die vorherigen Hinweise darauf, dass man NICHTS mitnehmen darf, ernst nehmen. Es gelten recht hohe Sicherheitsstandards und in Folge dessen sollten sämtliche Sachen (wie Handy, Autoschlüssel, etc.) zuhause gelassen werden. Vor Ort gibt es, abgesehen von ein paar Schließfächern am nächsten U-Bahnhof, keine Möglichkeiten die Dinge zu verwahren.
Im Allgemeinen war die Kommunikation mit der Augie sehr gut. Ich habe direkt am Anfang einen Ansprechpartner an der Augie bekommen, welcher sehr schnell und zuverlässig auf meine Fragen geantwortet hat. Dieser konnte mir bei all meinen Problemen helfen. Auch wurde ein problemloser Transport vom Flughafen zum Wohnheim organisiert, wo ich dann ohne weiteren Zeitaufwand nach der langen Reise schlafen gehen konnte. Es war im Allgemeinen eine sehr problemlose Vorbereitungsphase und Ankunft.

Studium an der Gastuniversität

 Am ersten Tag nach der Ankunft ging es direkt mit einer Einführungswoche los. Während dieser Zeit gibt es eine Menge Spiele und Aktivitäten, um sich kennen zu lernen und den Campus zu entdecken. Hierbei sollte man keine Angst haben, die Situation ist für alle die gleiche und somit gab es überhaupt keine Probleme, Bekanntschaften zu knüpfen. Selbst bei dem Frühstück am Morgen nach der nächtlichen Ankunft saß ich nicht alleine. Nach ein paar Tagen auf dem Campus ging es dann auf eine Reise durch South Dakota. Hierzu waren alle internationalen Studenten, sowie die Ambassedors der Universität eingeladen. Die Ambassedors sind ebenfalls Augie Studenten, welche den Campus und das Vorgehen an der Augie bereits kennen und jederzeit helfen. Mit vielen habe ich Freundschaften in der ersten Woche geschlossen, welche immer noch bestehen.
Die Reise ging durch sehenswerte Gegenden von South Dakota. Dazu zählten Landschaften wie die Bad Lands, aber auch die Black Hills, in welchen man Attraktionen wie den Mount Rushmore oder auch Crazy Horse findet. Während der Reise haben wir viel Zeit im Bus verbracht, was aufgrund der enormen Fläche in den USA nicht anders geht. Jedoch wurde es nie langweilig, da man immer neue Leute um sich herum hatte und auch eine Art Programm organisiert wurde. Alles in allem war dies ein wirklich schöner Trip, welchen ich auch unabhängig von dem Studium jedem ans Herz legen kann.
Nach dieser eher sorglosen Zeit begann nun der Unialltag. Dazu gehörte auch, dass alle anderen Studenten der Augustana auf den Campus kamen und dem ganzen Leben verpassten. Die Kurse, welche ich belegen wollte, habe ich bereits im Vorhinein über das Vorlesungsverzeichnis gefunden und in Zusammenarbeit mit dem International Programm Office der Augustana abgesprochen. Diese haben mich auch in sämtlichen akademischen Fragen beraten und letztlich in die Kurse eingeschrieben.
Zu Beginn war es für mich eine relativ neue Welt. Das System der Augie lässt sich nur schwer mit dem der Uni Potsdam (zumindest in meinem Bereich) vergleichen. Die Augustana ist mit ca. 2000 Studenten eine eher kleine Universität, was aber einige Vorteile mit sich bringt. Die Klassen bestehen in der Regel aus nicht mehr als zehn Studenten. Dadurch erhält man einen engen Kontakt zu seinen Kommilitonen und Professoren, welche einen persönlich kennen und mit Vornamen ansprechen. Im Laufe des Semesters wird dieser verstärkt, da man sich oft mehrmals täglich sieht. Sei es, weil man verschiedene Kurse bei dem gleichen Professor hat oder man sich auf dem Campus begegnet und grüßt.
Im Allgemeinen ist der Aufwand der Kurse identisch mit dem der deutschen. Ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch in der Zusammensetzung der Note. Während es an der Uni Potsdam nur eine große Prüfungsleistung am Ende gibt, welche den Hauptbestandteil der Note ausmacht, ist dies hier anders aufgeteilt. Es gibt über das gesamte Semester vier einzelne Klausuren, welche jeweils den Stoff von ungefähr einem Monat abfragen. Zusätzlich hatte ich in allen meiner Kurse wöchentliche Abgaben zu erledigen, welche ebenfalls bewertet wurden und für die Notengebung wichtig waren. So war es nicht schlimm, wenn man mal einen schlechten Tag hatte oder in einem Themengebiet nicht besonders fit war, da es genug Möglichkeiten gab, seine Patzer auszubessern. Infolgedessen war der wöchentliche Arbeitsaufwand jedoch wesentlich höher. Man wurde gezwungen, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben und regelmäßig den Stoff nachzuarbeiten. Jedoch habe ich in diesem System das Gefühl gehabt, dass ich in den einzelnen Kursen sehr viel mehr gelernt und verstanden habe. Man sollte sich hierbei jedoch nicht von der Menge abschrecken lassen. Im Laufe der Zeit findet man seinen Arbeitsrhythmus und so bleibt noch mehr als genug Zeit für Freizeit.
Das Studienklima an der Augie lässt sich nur schwer mit der UP vergleichen. Da ich durch meinen Bachelor in drei verschiedenen Fächern Kurse belegen muss, ist mir aufgefallen, dass das Klima stark fachabhängig ist. Dennoch würde ich sagen, dass die Augie Studenten sehr viel ernster und teilweise verbissener arbeiten. Für sie ist eine Menge Geld, in Form von Studiengebühren, housing und Ähnlichem im Spiel, welches nicht für alle dort ohne weiteres aufbringbar ist. Wurde in meinen Kursen nicht ausdrücklich auf Gruppenarbeit hingewiesen, so war die Hilfe, die man von den anderen Studenten bekommen hat, eher diskret gehalten. Auch Dinge wie „abgucken“ oder „spicken“ sind ein absolutes no go und so kam es, dass die Professoren den Raum während einer Klausur für lange Zeit verlassen haben, ohne dass irgendetwas „Illegales“ passierte. Jedoch gab es vor jeder Klausur Angebote der Professoren, in welchen sie sich in den Vorlesungsraum gesetzt haben und jederzeit die Fragen all derer beantwortet haben, die vorbeikamen. Des Weiteren gab es für jeden Kurs Tutoren. Diese unterscheiden sich jedoch von denen der Uni Potsdam. Da es für die einzelnen Kurse keine Übungen gab, sondern NUR Vorlesungen und eigenverantwortliches Arbeiten, waren die Tutoren eher Personen, die man persönlich kontaktieren konnte, um fachliche Hilfe zu bekommen. Dieses Angebot habe ich in keinem meiner Kurse wahrnehmen müssen, da ich bei Problemen immer direkt zum Professor gegangen bin.
Sollten Probleme mit den gewählten Kursen oder der allgemeinen akademischen Situation auftreten, so hat jeder Student einen persönlichen Mentor, welcher in diesen Fragen zu konsultieren ist. Dieser bekommt auch regelmäßig über den aktuellen Stand deiner Leistungen Bescheid und vereinbart bei Bedarf einen Termin mit dir.
Die technische Ausstattung der Uni war für meine Zwecke mehr als ausreichend. Im Fachbereich der Informatik haben wir umfangreiche Erklärungen bekommen, wenn Programme benötigt wurden, welche entweder die Verwendung auf den Computern vor Ort erklärten, oder die Installation auf dem eigenem Gerät. Es gab für meinen Fachbereich einen eigenen studyroom, welcher ebenfalls Computer beinhaltete. Außerdem konnte man jederzeit in die Vorlesungsräume gehen und die Computer dort benutzen. Es gab ausreichend Platz zum Lernen und sowohl die Bibliothek, welche fast immer geöffnet hatte, als auch mein Institut stellten extra Lernräume und Plätze zur Verfügung. Des Weiteren verfügte jedes Wohnheim über einen (eher kleinen) Rechnerraum, in dem es jedoch rund um die Uhr möglich war, kostenlos zu drucken. Auch gab es einen extra Hilfeservice, sollte man IT-bedingte Probleme haben. Auch verfügt die Augie Website über eine Art Handbuch, welches sehr gut geschrieben ist und die meisten Fälle der IT Probleme abdeckt. So ergaben sich für mich nie Probleme, welche nicht schnell und einfach gelöst werden konnten.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

 Der Kontakt zu anderen Studierenden begann bereits am Flughafen. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter des Inernational Program Office empfangen und ein einheimischer Student brachte uns zum Campus. Hier haben wir eine kurze persönliche Begrüßung von unserem späteren Mentor bekommen, welcher auch die Kontaktperson für internationale Studierende ist und konnten ohne weitere Probleme direkt ins Wohnheim. Wie schon erwähnt bildeten sich die ersten Freundschaften bereits in der Willkommenswoche. Da ich zu der Zeit hauptsächlich mit den anderen internationalen Studenten zu tun hatte, kam mit ihnen der Kontakt am schnellsten zu stande. Im Laufe der Woche änderte sich das jedoch und einige der Augie Ambassedors waren ebenfalls immer mit uns unterwegs.
Ein weiterer Kontaktpunkt, welcher sich als sehr nützlich erwies, war die Mensa. Hier gingen fast alle Studenten mehrmals täglich aus und ein. Da ich nie alleine sitzen wollte, setzte ich mich immer zu bekannten Gesichtern, welche wieder Freunde hatten und so weiter. Auch ist es nicht unüblich, mit völlig fremden Leuten spontan Kontakt aufzunehmen und einfach mit ihnen während des Essens zu quatschen. Natürlich traf man dort ebenfalls seine Kommilitonen aus den verschiedenen Vorlesungen. Und so konnte man sich hier einen relativ breiten Bekanntenkreis aufbauen.
Eine weitere Sache, welche es so an der Uni Potsdam nicht gibt, sind die Studentenclubs. Hierbei sind den Themen keine Grenzen gesetzt. Es gab politische Diskussionsclubs, den Schachclub und Gruppen, welche sämtliche sportliche Aktivitäten vertraten. Ich habe mich im Volleyballclub gemeldet, der auch sehr gut besucht war und somit mehrmals täglich Personen getroffen, die ich daher kannte. Diese Clubs sind die Haupt-Freizeit-Aktivität der meisten Studierenden vor Ort und daher sehr zu empfehlen.
Auch neu für mich war die Tatsache, dass es ein extra Büro gab, welches sich alleine mit dem Campusleben an der Uni beschäftigte. Dieses rief auch eine rein studentisch organisierte Gruppe ins Leben, welche sich Union Board of Gouverneurs nannte. Ihre Aufgabe bestand darin, wöchentliche Events zu veranstalten, zu denen jeder Student eingeladen war. Hierzu zählten Ereignisse wie Kinoabende, Konzerte, Talentshows, Basketball oder Lasertagturniere und vieles mehr. Diese waren nahezu immer auf dem Campus und boten die Möglichkeit, sich mit seinen Freunden und Kommilitonen vor Ort zu treffen und den Abend zu verbringen.
Da ich bereits über 21 Jahre alt bin und der Campus „dry“ (alkoholfrei) war, verbrachte ich auch viele Abende außerhalb der Uni. Dabei gab es die Möglichkeit, in Downtown in Bars oder Clubs (im Wesentlichen Bars mit Tanzfläche) zu gehen. Auch gab es eine eigene Augustana Bar, die Crow-Bar, welche in nur zehn Minuten zu Fuß erreicht werden konnte. Hier traf man immer Augie Studenten an und während den Viking Days auch Professoren. Auch wenn Anderes gesagt wird, wurde der deutsche Ausweis (nicht Reisepass) in allen Fällen bis auf eine Ausnahme akzeptiert.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

 Vor dem Auslandssemester war mein Englisch bereits nicht das Schlechteste. Dennoch fiel es mir ab und zu schwer, bestimmte Wörter rechtzeitig zu wissen und so stoppte mein Sprachfluss vereinzelt während eines Gespräches. Das war in Amerika jedoch kein Problem. Die meisten Amerikaner sind sehr verständnisvoll, was diesen Aspekt angeht. So gab es an dieser Stelle keine nennenswerten Komplikationen. Auch die Professoren haben auf diesen Fakt Rücksicht genommen und halfen mir bei kleinerem Stolpern aus.
Nach meiner Zeit in den USA sind die anfänglichen Probleme, welche nicht zuletzt auch in einem gewissen Aufgeregtsein bestanden, nun nahezu vollständig weg. Durch den täglichen Sprachgebrauch habe ich viele neue Vokabeln gelernt und auch kulturell bedingte Sätze wie Sprichwörter und Ähnliches sitzen nun.

Wohn- und Lebenssituation

UNTERKUNFT
Als Unterkunft für die Zeit in den USA hatte ich ein normales Zimmer im Wohnheim der Universität (kein theme house o.ä.). Da es etwas ungewohnt scheint, sein Zimmer mit einem völlig Fremden zu teilen, wollte ich ein Einzelzimmer haben, für welches man einen Aufpreis bezahlen muss. Nach kurzer Rücksprache mit dem International Programm Office der Augustana University war dies sogar ohne Aufpreis möglich. Dies war jedoch eine Ausnahme, welche sich aber lohnt, erfragt zu werden.
Als Wohnheim kann ich jedem nur Tuve empfehlen. Dieses Wohnheim hat mit Abstand die größten Zimmer (sowohl Doppel- als auch Einzelzimmer) und ist am besten beziehungsweise angenehmsten ausgestattet. So gibt es hier für jeden Flur (ca. 20 Zimmer pro Flur) einen eigenen Waschraum, während die anderen Wohnheime nur jeweils einen Waschraum pro Unterkunft hatten und sich dieser auch noch im weit entfernten Keller befand. Außerdem verfügt Tuve über zwei kleine Küchen (welche allerdings kein Geschirr oder Töpfe enthielten), sowie ein Billiardspiel, TV, Tischtennisplatte und so weiter. Der einzige negative Aspekt war, dass es hier keine Klimaanlage gab, welche die Räume runterkühlte. Das kann im Sommer unangenehm werden und wurde von mir mit Hilfe eines großen Ventilators, welchen man sich vom International Programm Office leihen kann, gelöst.
Wer mehr Geld für mehr Komfort ausgeben möchte, kann auch in ein Off Campus Haus (oder theme house) gehen. Dies ist wesentlich teurer, bietet aber auch sehr viel mehr Komfort, da man hier über eine eigene Küche, ein eigenes Bad, ein Wohnzimmer und in der Regel ein eigenes Schlafzimmer verfügt. Ein weiterer Vorteil besteht in der etwas größeren Freiheit. Auf dem Campus gelten eine Menge Regeln, wie „Gäste maximal bis 22 Uhr auf dem Zimmer“ oder „kein Alkohol“. Da diese Häuser nicht auf dem Campus sind, gelten diese Regeln hier auch nicht. Des Weiteren gibt es keine Viking Advisors (die Aufseher in den Wohnheimen), welche bei etwas erhöhter Lautstärke sofort vor der Tür stehen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Diese sind zwar theoretisch vorhanden, jedoch habe ich diese nur zwei Mal benutzt. Die Busstationen sind je nach Linie fußläufig vom Campus zu erreichen und man kann die öffentlichen Verkehrsmittel in Sioux Falls mit dem Studentenausweis der Augustana umsonst benutzen. Da diese jedoch (meiner Erfahrung nach) eher unzuverlässig und selten sind, haben wir darauf nie zurückgegriffen. In der warmen Zeit bot es sich an, ein Fahrrad von der Uni auszuleihen. Sioux Falls ist nicht sehr groß und daher problemlos mit dem Fahrrad erschließbar. Vorsicht hier, die Autofahrer sind Fahrradfahrer nicht gewöhnt und wissen oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Im Zweifel immer anhalten, die Autos machen das oft nicht. Wenn ich in der kälteren Jahreszeit irgendwo hin musste, hat sich immer ein Kommilitone mit einem Auto gefunden, welcher entweder das gleiche Ziel hatte, mich gefahren hat oder mir ein Auto geliehen hat.

Bankgeschäfte und Krankenversicherung

Hier kann ich nichts zu den lokalen Angeboten sagen. Ich habe während meines Auslandaufenthalts meine deutsche Kreditkarte (von der DKB) benutzt, da diese kostenfrei für mich zur Verfügung stand. Von Bargeld würde ich abraten. Nahezu alle ATMs sind mit einer extra Gebühr versehen und die Kartenzahlung funktioniert überall.
Auch habe ich die Krankenversicherung der Uni nicht benötigt, da meine deutsche bereits alles abgedeckt hat, was gefordert wurde. Nach kurzer Rücksprache mit der Augustana war auch dies geklärt.

Lebenshaltungskosten
Diese bestanden in erster Linie aus freiwilligen Ausgaben. Da man sowieso dazu verpflichtet war, den allumfassenden Essensplan der Augustana Mensa auszuwählen, bestand keine Notwendigkeit darin, sich selber um Essen zu kümmern. Das wäre auch nicht zuletzt daher schwierig geworden, da die vorhandenen Küchen wie oben erwähnt nicht ausgerüstet waren. Nichtsdestotrotz habe ich des Öfteren mit Freunden auswärts gegessen, da das Essen der Mensa auf Dauer etwas eintönig wurde.
Hier kann man schnell in einen sehr ungesunden Essensstil verfallen. Es gibt jeden Tag Pizza, Burger und Pommes. Auch sind die meisten Gerichte die gekocht werden eher ölig und weniger nahrhaft als man es aus Deutschland gewohnt ist. Dennoch war das Essen in den meisten Fällen recht lecker und man hatte durch die verschiedenen Angebote, wie die Salatbar, jeden Tag die Möglichkeit dazu, sich ausgewogen zu ernähren.
Da die Uni für ihr Sportangebot bekannt ist, würde ich jedem empfehlen, hier bei den umfangreichen Möglichkeiten mitzumachen. Man hält sich nicht nur selber fit, sondern lernt auch eine Menge neuer Leute kennen und findet viele Freunde. Die Nachbarschaft der Uni ist ebenfalls angenehm und ruhig, sodass ich regelmäßig joggen war. Dies war natürlich alles umsonst.
Das meiste Geld ging für die Freizeitgestaltung am Abend drauf. Sioux Falls verfügt über eine Menge Bars und kleinere Brauereien, welche ein nettes Ambiente haben und ebenfalls Barspiele wie Billard oder Tischfußball anbieten. Auch die Crow Bar, welche als Augie Bar gilt, ist immer einen Besuch wert. Jedoch ist hier in der Woche eher mäßig mit Besuch zu rechnen. Der Alkohol ist in Amerika jedoch sehr viel teurer als in Deutschland. Auch waren wir viel feiern am Abend. Der Eintritt ist hier für Männer und Frauen frei. Außerdem ist Downtown nur wenige Minuten mit Lyft (wird anstelle von Uber dort benutzt) von der Uni entfernt.

Studienfach: Wirtschaftsinformatik

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität:Augustana University

Gastland: USA


Rückblick

Im Rückblick auf das letzte Semester kann ich nur sagen, dass ich die Zeit an der Augustana sehr genossen habe und auf keinen Fall missen möchte. Dadurch, dass die Uni eher klein ausfällt, hat man sowohl zu den Professoren als auch zu seinen Mitstudenten ein sehr viel engeres und nicht zuletzt besseres Verhältnis, als das an der Uni Potsdam in der Regel der Fall ist, aufgebaut. Auch finde ich es nicht schlimm, dass Sioux Falls keine Großstadt ist. Ich wollte etwas anderes als das Großstadtleben in Berlin erfahren und das ist mir hier auf sehr gute Weise gelungen.  Etwas gewöhnungsbedürftig waren jedoch die ganzen Regeln und der Umgang mit den Studenten an der Augustana. Hier kam man sich doch eher wie ein Teenager vor, dem an vielen Stellen Einhalt geboten werden muss. Auch könnte ich mir vorstellen, dass die Umgebung dort etwas eintönig werden kann, wenn man ein ganzes Jahr dort bleiben möchte. Es geht natürlich immer um die Leute mit denen man unterwegs ist, dennoch schadet Abwechslung nicht und die meisten meiner dortigen Freunde blieben auch nur für ein Semester, sodass man nach dieser Zeit doch eher in einen Alltag reinkommt, welcher weniger aufregend ist.               

  Sonstige  Hinweise:

-    Kümmert euch rechtzeitig um euer Visum (mindestens 2 Monate im Voraus) und macht euch nicht zu viel Panik wegen des Termins im Konsulat. Hier geht es in erster Linie darum, die Englischkenntnisse zu prüfen und die Dokumente zu erhalten.

-   Bucht keinen Rückflug, bevor ihr losfliegt. Ihr werdet garantiert neue Freunde finden und alle haben Lust zu reisen und das Land zu entdecken. Das Visum lässt einem 60 Tage Zeit zum Ausreisen, das genügt, um eine Menge Orte zu sehen.

-    Geht auf jeden Fall zur Welcome Week und nehmt an so vielen Veranstaltungen wie möglich teil. Auch wenn diese teilweise ungewohnt oder lächerlich erscheinen, weil man eher wie ein kleines Kind behandelt wird (was daran liegt, dass die meisten Studenten direkt von der High School kommen und zum ersten Mal ohne Eltern leben), lernt man hier sehr viele neue Leute kennen.

-    Die Footballspiele sind eine Art Muss an der Augie. Diese können zwar bereits nach der ersten Halbzeit sehr langatmig sein, dennoch trifft man hier andere Studenten.

-    Schreibt euch frühestmöglich für eure Kurse ein. In der Regel gibt es mehr Bewerber als Plätze. 

USA

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