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Erasmus+ an der Universidad Politécnica de Madrid

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ursprünglich sollte ich gar nicht nach Madrid fahren. Meine Erstwahl war Barcelona, jedoch hat dort der Vertrag zwischen den Unis nicht gestimmt, weil ich bei der Fakultät, die mich interessierte nicht die gewünschte Anzahl an Fächern auswählen durfte. Ich sollte an einer anderen Fakultät mindestens 15 ETCS-Punkte machen. Damit fiel Barcelona weg. Danach war Valladolid dran. Da stellte sich heraus, dass die Fächerlisten auf der Internetseite nicht aktuell sind und die von mir ausgewählten Fächer gar nicht belegt werden können. Somit fiel auch Valladolid weg. Ich wollte aber unbedingt nach Spanien. Bei Madrid wurde mir hier in Potsdam gesagt, dass der Vertrag auch mit einem anderen Bereich besteht, als mit dem, der mich interessierte. Daraufhin hab ich das Erasmus-Büro in Madrid angeschrieben mit der Frage ob sich da etwas machen ließe. Nach einem Monat kam dann die positive Rückmeldung, dass die Uni in Madrid sich um einen Platz für mich kümmert und ich ruhig kommen könnte.  Der Rest ging dann relativ zügig mit den Unterschriften hier in Potsdam. Es gab keine Probleme mit der Fächerwahl. Es ist klar, dass die Gastuni nicht genau dieselben Fächer anbietet und das haben die Professoren auch eingesehen. Bei jeglichen Fragen zu der Gastuni hat mir das dortige Erasmus-Büro gerne und schnell geholfen. 


Studienfach: Geoinformation und Visualisierung

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidad Politécnica de Madrid

Gastland: Spanien

Studium an der Gastuniversität

Die Fächerwahl war total unproblematisch. Es kam frühzeitig ein Stundenplan, sodass man sich die interessanten und nicht überschneidenden Fächer auswählen konnte, egal ob Bachelor, Master oder etwas dazwischen (gibt’s in Deutschland nicht). Die Noten wurden auf einer Skala von 0 bis 10 vergeben. Die Leistung während der Kurse wurde generell meiner Meinung nach zu hoch bewertet. Nicht außerordentlich aber dennoch etwas zu hoch. Der Unterricht fand in Gruppen von 2 bis 8 Personen statt. Nur in einer Veranstaltung hatte ich über 50 Personen. Die kleinen Gruppen dienten der Betreuung seitens der Dozenten. Man sprach dadurch sehr oft miteinander und klärte Zweifel. Das war sehr hilfreich. Die Betreuung war definitiv ein Pluspunkt meines Aufenthaltes. Die Computer waren gut ausgestattet. Es war alles da an Software, was man brauchte. Der Zugang dazu war jedoch begrenzt auf die Unterrichtszeiten. Sonst waren die Computerpools geschlossen. Die Bibliothek habe ich nicht genutzt. Es gab einige Fächer, die ich sehr interessant fand und welche so an meiner Uni nicht angeboten werden. Deswegen hatte der Aufenthalt auch auf diesem Gebiet einen großen Mehrwert.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Natürlich gab es besseren Kontakt zu anderen ausländischen Studierenden, die auch Erasmus in Madrid gemacht haben. Jeder war in derselben Situation, man kommt in ein fremdes Land und man kennt niemanden hier und die Freunde sind in der Heimat zurückgeblieben. Deswegen hat man sich schnell mit den Leuten angefreundet. Man lernt echt viele Leute kennen. Der Kontakt zu den einheimischen Studenten war dadurch erschwert, dass man selten mehr als einen Kurs zusammen hatte, aber das lag daran, dass ich Kurse aus verschiedenen Studiengängen hatte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Spanisch hatte vor dem Auslandssemester das Niveau B2. Ich habe vor allem am Anfang viel Englisch gesprochen mit den anderen Erasmus-Studierenden. Erst zum Ende haben wir Spanisch untereinander gesprochen. Eigentlich hatte ich nicht das Gefühl, dass mein Spanisch einen riesen Fortschritt gemacht hatte, aber am Ende konnte ich problemlos Filme auf Spanisch schauen. Das ist etwas, das ich vorher nicht machen konnte. Das Hörverstehen ist viel besser geworden. Es lohnt sich einfach durch die Stadt zu spazieren und zuzuhören. An der Uni hab ich viel technisches Vokabular gelernt. Das war sehr hilfreich. Außerdem lernt man auch Alltagsspanisch, da die Professoren nicht immer nur über den Stoff sprechen. Alle Professoren waren sehr hilfsbereit. Sie haben mich auch gebeten ihnen Bescheid zu geben, wenn ich etwas sprachlich nicht verstand. In die Klausuren durfte ich ein Wörterbuch mitnehmen, obwohl ich es kaum genutzt habe.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche hat eine Woche gedauert. Bis dahin hab ich über Airbnb eine Unterkunft gemietet. Letztendlich habe ich hier etwas gefunden. Ich habe vor Ort gesucht. Ich wollte nicht das Risiko eingehen nur anhand von Fotos eine Unterkunft für 5 Monate zu mieten. Fotos sind trügerisch, wie ich oft erlebt habe. Ich habe mir insgesamt über 30 Zimmer angeschaut. Achtet darauf, dass es einen Mietvertrag gibt!!!
Ein Semesterticket, wie in Deutschland gibt es nicht, dafür hat ein Ticket für das gesamte Transportnetzwerk in Madrid nur 20 Euro pro Monat gekostet (für Leute unter 26 Jahre). Die Stadt hat eine sehr gute ÖPNV-Situation. Man kommt schnell auch außerhalb von Madrid an (z.B. Aranjuez und Alcobendas).
 Was die Bank angeht, hatte ich das Problem, dass ich mit meiner Kreditkarte kein Bargeld abheben konnte, zum Glück aber bezahlen. Meine Bank konnte mir da im Ausland nicht wirklich helfen. Deswegen würde ich mich doch vergewissern wie das im Ausland aussieht.
Bevor ich mich einschreiben konnte, sollte ich diese Versicherung abschließen. Die hat rund 25 Euro gekostet, also nicht sehr teuer. Ich habe sie nicht gebraucht, da ich kein einziges Mal beim Arzt gewesen bin.
Die Lebensmittel waren nicht teurer als in Deutschland, also hat man da keinen großen Unterschied gemerkt. Es gibt auch Geschäfte wie Lidl, sodass man dieselben Produkte, wie auch in Deutschland meistens finden konnte. Restaurants sind günstiger als in Deutschland. Vor allem konnte man Geld mit einem 3-Gänge-Tagesmenü sparen. Diese haben rund 10-12 Euro gekostet. Manchmal sogar weniger. Restliche Sachen, wie Kino kosten vergleichbar viel wie in Deutschland.
Wie in jeder Großstadt kann man in Madrid eigentlich alles machen, worauf man Lust hast. Ich habe versucht Futsal zu spielen, jedoch ließ mein Stundenplan nichts außer Hobbysport zu. Sich einen Verein zu suchen, kann ich jedem nur empfehlen, weil man dann Einheimische kennenlernt und so auch mehr Spanien erlebt. Die Universität hat auch zahlreiche Sportkurse angeboten. Es gibt auch Kinos, in denen Filme auf Englisch gezeigt werden, falls das Spanischniveau noch nicht so hoch ist, sehr viele Museen, oft zu sehr günstigen Preisen, für junge Leute bzw. Studierende.

Studienfach: Geoinformation und Visualisierung

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidad Politécnica de Madrid

Gastland: Spanien


Rückblick

Es war eine wirklich wertvolle Zeit in Spanien. Ichlernte viele Leute kennen. Mit einigen verstand ich mich richtig gut und nun bestehen auch Pläne sich gegenseitig im Sommer zu besuchen. Die Sprachkenntnisse profitieren natürlich auch von dem Aufenthalt. Ich würde sagen, dass Anfänger viel mehr lernen, als Personen, die schon vorher ein relativ hohes Spanischniveau hatten. Da man so viele Eramusleute kennenlernt, bekommt man auch andere länder- und kulturspezifische Ansichten auf das Leben mit.

Ich kann jedem nur empfehlen sich ein Sprachtandem zu suchen. Man lernt Einheimische kennen und dazu kann man die Sprache üben, falls man in der Uni nicht so oft, wie gewünscht die Gelegenheit dazu hat. Es gibt einen Tandem-Stammtisch in Madrid in der Bar „La Excentrica“. Ich weiß, dass die Internetpräsenz nicht wirklich seriös wirkt, aber es lohnt sich da mal vorbeizuschauen. Ansonsten kann ich euch nur ans Herz legen Tapas und das Wetter zu genießen :)

 

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