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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad Compultense de Madrid


Studienfach: B.A. Philosophie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 03/2018

Gastuniversität: Universidad Complutense de Madrid

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Kurz vor Bewerbungsschluss traf ich mich mit dem zuständigen Erasmuskoordinator. Es gab noch einige freie Plätze an verschiedenen Universitäten. Da ich gerade einen Spanisch A2 Kurs belegte, war mein Wunschland Spanien. Ich entschied mich weiter für die Complutense Universidad. Die renommierte Universität überzeugte mit einem breiten Kursangebot. Einige Bachelorkurse werden sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch angeboten. Außerdem nahm ich auf der Homepage wahr, dass es auch außerhalb der Kurse viele kulturelle Veranstaltungen gibt. So werden regelmäßig Dozenten an die Universität eingeladen, die über verschiedenste philosophische Themen referieren. Besonders beeindruckte mich das Angebot an Seminaren und Diskussionsrunden zu den Themen Marxismus, Kommunismus und Anarchismus. Aus eigener Erfahrung kannte ich Madrid vorher noch nicht. Durch die Medien und zuletzt in einer Veranstaltung in Potsdam habe ich viel über die Proteste im Mai 2011 erfahren. Die Besetzung öffentlicher Plätze in ganz Spanien und besonders in der Hauptstadt Madrid hatten mich sehr beeindruckt. Außerdem reizte mich Madrid mit einem großen kulturellen Angebot, den vielen Museen und ikonischen Bauten. Für die Bewerbung um einen Erasmus-Platz wurde kein Motivationsschreiben verlangt und ich habe problemlos einen Platz bekommen. Nach der Nominierung musste ich das Erasmusbewerbungsformular und die Annahmeerklärung ausfüllen. Für die Universität Complutense de Madrid in Spanien musste ich dann bis zum 15.6. eine Online-Bewerbung mit den persönlichen Daten ausfüllen. Ich hab regelmäßig Erinnerungsemails von dem dortigen Erasmusbüro erhalten und auch sonst war das Erasmusbüro immer schnell und hilfreich bei der Beantwortung von Fragen. Sprachkenntnisse im Niveau B1 sind erwünscht, müssen aber nicht nachgewiesen werden. Über die Internet Seite der Complutense suchte ich mir die Kurse aus, die ich gerne belegen wollte um ein Learning Agreement mit der vorläufigen Kurswahl zu erstellen. Es ist in jedem Fall empfehlenswert sich mit dem Kursangebot der Universität auseinanderzusetzen, um einen Überblick zu bekommen, allerdings kann sich das Kursangebot bis zum Semesterstart noch ändern. Es ist sinnvoll mit den Dozenten vor Ort zu sprechen, welche Leistung gefordert ist und vor allem gab es Dozenten die sehr schwer zu verstehen sind und andere sprechen langsamer und deutlicher. Zuletzt füllte ich dann noch das Grant Agreement aus.

Studium an der Gastuniversität

An der Universität Complutense de Madrid wird vor dem Semesterbeginn für alle Studenten unterhalb des Sprachniveaus C1 ein kostenloser, zweiwöchiger Sprachkurs angeboten. Es gab einen Einstufungstest, danach wurde ich in einen der Kurse eingeteilt. Das Niveau fand ich sehr niedrig, den Kurs allgemein etwas langweilig. Allerdings lernte ich so schon den Campus kennen und andere Austauschstudenten. Es gab auch einen Informationstag, den Welcome Day, an dem ich aber nicht teilgenommen haben. Ich bekam häufig Emails die über Erasmusveranstaltungen informiert haben. Im Erasmusbüro wurde mir immer sehr freundlich weitergeholfen und mein Learning Agreement ohne Probleme bewilligt. Alle ProfessorInnen, DozentInnen und MitarbeiterInnen waren sehr hilfsbereit und freundlich. Als ich mich für meine Kurse entschieden hatte, füllte ich das dafür angefertigten Formular aus, welches ich beim Erasmusbüro erhielt. Dieses gab ich ausgefüllt dort wieder ab wurde innerhalb von zwei Tagen für das Online-Portal „Campus Virtual“ freigeschaltet. Dort konnte ich dann, ähnlich wie bei moodle, auf Literatur und Semesterpläne der gewählten Kurse zugreifen. Manche Professoren stellen leider nichts ins „Campus Virtual“ ich musste dann in den Druck- und Kopierraum gehen und dort den MitarbeiterInnen mitteilen, welche Texte sie mir ausdrucken sollen. Drucken kostet ca. drei Cent pro Seite. Meine Bachelorkurse fanden zweimal pro Woche je 2 Stunden statt. Mein Masterkurs einmal pro Woche 3 Stunden mit einer 15 minütigen Pause. Die Zambrano Bibliothek am Campus bietet gemütliche Sitzgelegenheiten und ruhige Lernecken. Die Öffnungszeiten änderten sich zur Prüfungszeit. Während dem Semester hatte die Bibliothek von Montag bis Samstag von 9 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Für die lernintensiveren Prüfungszeit war dann montags bis mittwochs 24 Stunden geöffnet und den Rest der Woche von 9 Uhr bis 1 Uhr.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Es ist ziemlich einfach Kontakte zu anderen ausländischen Studenten zu knüpften. In der Universität bin ich mit anderen Studierenden Mittagessen gewesen oder ab und zu waren wir zusammen in der Bibliothek. Spanische Studenten habe ich fast nur außerhalb der Universität kennengelernt. Das lag aber eher daran, dass ich gerne meine Freizeit fern ab von der Universitätsblase gestalte und nicht viel Energie in Kontakteknüpfen in der Uni gesteckt habe.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Sprachniveau vor dem Aufenthalt lag wahrscheinlich zwischen A2 und B1. Es war ziemlich schwierig den Vorlesungen mit meinen Spanischkenntnissen zu folgen und ich musste mich sehr anstrengen um konzentriert dabei zu bleiben. Nach fünf Monaten in Madrid kann ich inzwischen fast alles gut verstehen, Sprechen fällt mir bei ungewohnten Themengebieten noch schwer.

Wohn- und Lebenssituation

Wohnungssuche finde ich immer nervig, aber in Madrid ist es wahrscheinlich besonders schlimm. Es ist teuer im Zentrum, es gibt viele dubiose Zimmerangebote, wie Zimmer ohne Fenster. Zudem enthalten die Anzeigen kaum Informationen. Ich musste dann immer, meist über WhatsApp (essenziell für Madrid), nachfragen, wer denn überhaupt in der Wohnung wohnt. Oft ist es auch so, dass bei der Besichtigung nur der Vermieter vor Ort ist und ich meine eigentlichen potenziellen Mitbewohner überhaupt nicht kennenlernen konnte. Zum Glück hatte ich kurz bevor ich nach Madrid geflogen bin, jemanden kennengelernt, der jemanden kennt in Madrid. Den ersten Monat konnte ich somit bei Freunden in ihrer Fünf-Personen-WG wohnen. So lernte ich gleich auch viele SpanierInnen kennen  und war sofort im Freundeskreis integriert. Die Wohnung lag in der Nähe von der Metrostation Argüelles, zwei Stationen weiter, mit einmal Umsteigen ist dann schon die Station Ciudad Universitaria und auch der Campus für PhilosophiestudentInnen. Argüelles und Gazambide sind wohlhabendere Stadtteile. Die Cafés eher teuer und alles etwas langweiliger und kommerzieller. Dafür gibt es einen schönen Park (Parque del Oeste) und Malasaña oder Plaza España liegen quasi um die Ecke. Für einen halben Monat habe ich dann noch in dem Stadtteil Oporto gewohnt. In Oporto leben viele Migranten aus Süd- und Mittelamerika, aber auch aus Asien. Die Fruterias (Obstläden) und Cafés sind etwas günstiger als im Zentrum, jedoch liegt Oporto nochmal 2-3 Metrostationen südlich vom Fluss. Bis zum Zentrum fährt man 15-20 Minuten. Trotzdem mochte ich die Umgebung sehr. Im November bin ich nochmal umgezogen. Ich habe ein ca. 16 m² Zimmer in Lavapiés gefunden (350 Euro/Monat). Lavapiés entwickelt sich gerade vom Arbeiterviertel mit hohem Ausländeranteil zu einem jungen Hipster und Künstler Stadtteil. Die Mieten steigen rasant und auch Touristen haben den Stadtteil entdeckt. Immer mehr Hotels werden gebaut und deinen Kaffee bekommst du auch hier schon mit Sojamilch. Das Nachtleben ist noch deutlich ruhiger als in Malasaña oder im Zentrum, wenn es nicht gerade ein Party in einem der besetzten Häuser gibt oder in der Tabakalera (ehemalige Tabakfabrik, wurde besetzt, haben sich aber mit der Regierung auf einen Vertrag einigen könne). Ansonsten geht man in Bars oder ganz klassisch für Madrid, man trinkt auf den Plazas. Neben türkischen und marokkanischen Restaurants, den klassischen spanischen Bars gibt es leckeres senegalesisches Essen. Lavapiés hat eine große schwarzafrikanische Community und in der Tabakalera gibt es oft Reggae Konzerte. Die letzten zwei Monate habe ich dann noch in Tetuan gewohnt. Ein ruhiger Stadtteil im Norden. Ins Zentrum fährt man mit dem Fahrrad 10 Minuten, zurück dauert es etwas länger, da es bergauf geht. Ich mochte Tetuan sehr gerne, allerdings gibt es natürlich kein Nachtleben und es ist Abends sehr ruhig. Aber man ist schnell im Zentrum und es gibt auch hier nette Bars. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich nicht viel schreiben. Ich bin eigentlich fast nur Fahrrad gefahren. Im Vergleich zu Berlin ist Madrid ziemlich bergig und häufig sehr steil. Fahrradfahren ist auch nicht ganz ungefährlich, aber dafür bei kürzeren Strecken schneller als die Metro. Wenn man unter 26 Jahre alt ist, gibt es eine Monatskarte für ca. 20 Euro im Monat. Wenn ich Freunde vom Flughafen abgeholt habe, bin ich auch mit dem Fahrrad gefahren. Es gibt aber auch zwei Metrostationen (Barajas oder Alameda de Osuna), in 15-20 Minuten Laufnähe vom Flughafen. Dann spart man sich die fünf Euro die eine Fahrt vom/zum Flughafen kostet.

Sonstiges

Madrid bietet viele kulturelle Angebote, man kann günstig ins Kino oder ins Theater gehen. Es gibt viele gratis Veranstaltungen, wie Yoga, Tanzen und kreative Workshops. Spanien ist ein Land mit vielen Facetten. Im Norden kann man viel grüne Natur entdecken und im Süden maurische und mittelalterliche Architektur bewundern.

Studienfach: B.A. Philosophie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 03/2018

Gastuniversität: Universidad Complutense de Madrid

Gastland: Spanien


Rückblick

Zusammenfassend kann ich ein Auslandssemester in Madrid weiterempfehlen. Das Kursangebot an der Universität ist gut und es gibt viele weiter interessante Veranstaltungen. Die Lehrenden und Studierenden sind offen und hilfsbereit. Bei Unklarheiten sollte man auf jeden Fall nochmal genau nachfragen. Somit vermeidet man Missverständnisse. So hatte ich zum Beispiel gedacht ich müsste eine Klausur nicht mitschreiben und könnte trotzdem 3 ECTS Punkte für den Kurs bekommen, bei regelmäßiger Beteiligung. Mit Klausur wären es 6 ECTS Punkte gewesen. Leider stellte sich am Ende des Semester heraus, dass ich nur ein Zertifikat bekomme, ohne ECTS Punkte. So etwas ist ärgerlich, ließe sich aber vermeiden, wenn man Vereinbarungen schriftlich abklärt.

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