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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad Autónoma de Madrid


Studienfach: M.Ed. Spanisch und Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 05/2017

Gastuniversität: Universidad Autónoma de Madrid

Gastland: Spanien

Was ihr wissen solltet

Bevor man sich zu einem Erasmussemester entschließt, sollte man sich klarmachen, was dies tatsächlich bedeutet: eine vorübergehende Trennung von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung, die Umgestaltung des Alltagslebens, das eventuelle Untervermieten der Wohnung etc. Aber es bedeutet auch das Eintauchen in eine völlig neue Lebensform – und die könnte besonders in Spanien nicht unterschiedlicher ausfallen. Madrid als Hauptstadt ist ein sehr attraktives Ziel für Erasmusstudenten. Die Stadt ist wunderschön und hat viele tolle Ecken zum Entdecken und Entspannen. Bewusst sollte einem jedoch sein, dass es in den Sommermonaten (Juni-September) unfassbar heiß wird. Ohne Ventilator ist es in den Zimmern kaum auszuhalten. Dagegen können die Winter sehr kalt ausfallen, weshalb man unbedingt nach einer Wohnung mit Heizung Ausschau halten sollte. Wer das Partyleben liebt, ist in Madrid genau richtig. Spanien ist ja bekanntlich für seine fiestas berühmt, nirgendwo anders im Land kann man jedoch so gut ausgehen wie in der Hauptstadt. Die Erasmusorganisation ESN organisiert Unmengen an Partys, an denen man kaum vorbeikommt. Dies sollte einem von Anfang an bewusst sein, denn an den vielen Partys führt fast kein Weg vorbei. Während meines Aufenthaltes hatte ich das Gefühl, dass der Großteil der Studenten tatsächlich nur zum Feiern in die Stadt gekommen ist.

Die Wohnungssuche

Vor der Wohnungssuche hatte ich vor meiner Abreise am meisten Panik. Ich habe mich dazu entschieden, bereits von zu Hause aus nach einer passenden Wohnung zu suchen, da ich Angst hatte, vor Ort nichts zu finden und im Hostel überwintern zu müssen. Diese Sorge war jedoch unbegründet. In Madrid gibt es eine Großzahl an freien Wohnungen und man hat die Wahl zwischen vielen verschiedenen Angeboten. Organisationen wie spotahome.com oder helpmadrid.com vermitteln freie Zimmer an Studenten gegen eine Vermittlungsgebühr (meist in Höhe einer Monatsmiete). Davon würde ich jedoch abraten, da man, mit etwas Geduld, auch problemlos selbst etwas findet. Facebookgruppen, easypisound idealista haben eigentlich für jeden etwas dabei. Bewusst sein sollte einem jedoch, dass Madrid deutlich teurer ist, als andere Städte in Spanien. Je nach Lage zahlt man 300-500€ Miete im Monat. Das Stadtzentrum (die Gegend um Puerta del Sol) ist natürlich sehr attraktiv, da man von dort überall sehr schnell hingelangt. Die Mieten dort sind jedoch dementsprechend hoch, während der Standard der Wohnungen mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen ist: oft gibt es keine Fenster in den Zimmern, man wohnt mit sehr vielen anderen Studenten in einer Wohnung zusammen (WGs mit bis zu 15 Leuten sind keine Ausnahme) und die Anzahl der Badezimmer ist überschaubar. Etwas außerhalb sind die Mieten erschwinglicher und die Wohnungen im Allgemeinen etwas moderner. Um ins Zentrum zu kommen, muss man von dort jedoch die Metro nehmen. Diese ist jedoch sehr gut ausgebaut und fährt im 5-Minuten-Takt. Nachts ist sie allerdings geschlossen, sodass man entweder auf Nachtbusse oder Taxis umsteigen muss, wenn man nach der Party nach Hause möchte. Generell empfehlen würde ich jedoch, eine Wohnung nahe der Stationen Atocha, Puerta del Sol oder Nuevos Ministerios zu nehmen, da von dort der Zug (Cercanía) zur etwas außerhalb gelegenen Uni fährt. Die Fahrt von Puerta del Sol dauert etwa 25 Minuten, die Züge fahren tagsüber alle 10-15 Minuten.

Das Studium an der Gastuniversität

Die Informationen, die ihr vor eurem Auslandsaufenthalt von der Universität Potsdam und der Universidad Autónoma de Madrid (UAM) erhaltet, bereiten euch erst einmal gut auf das bevorstehende Semester vor. Wichtig ist, dass ihr alle Unterlagen fristgerecht einreicht. Bei dem Learning Agreement before mobility spielt es erstmal keine Rolle welche Kurse ihr dort eintragt. Vor Ort habt ihr noch genug Zeit, eure Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es ist ratsam, sich erst einmal mehrere Kurse anzusehen und dann zu entscheiden, welche ihr tatsächlich belegen wollt. Eine entsprechende Liste aller angebotenen Kurse wird vor Semesterbeginn auf der Uni-Homepage freigegeben. Die Kurse an der UAM umfassen normalerweise sechs credits und finden drei Stunden an zwei Tagen die Woche statt (einmal zwei Stunden in Form einer Vorlesung, in der die Theorie vermittelt wird und einmal eine Stunde, in der das theoretisch Gelernte dann in Form eines Seminares praktisch angewandt wird). Da jeder Kurs an zwei Tagen stattfindet, ist es etwas schwierig, auf die vorge-schriebenen 30 LP zu kommen. Es ist nahezu unmöglich, fünf Kurse zu finden, die sich nicht igendwie überschneiden, fachlich in das Studium passen und auch noch halbwegs interessant klingen. Auch sollte man bezüglich der Anerkennung so schnell wie möglich die zuständigen Dozenten in Potsdam kontaktieren, um eventuell im Nachhinein entstehende Probleme vorzubeugen. Dies gilt jedoch mehr für Fachrichtungen, die nicht der Romanistik angehören (z.B. Anglistik). Sobald ihr alle eure Kurse zusammen habt, lasst ihr euch das Learning Agreement during mobility im ORI der jeweiligen Fakultät unterschreiben und sendet dieses per Mail nach Potsdam. Auch hier solltet ihr euch keine Sorgen machen, wenn alles etwas länger dauert. Außerdem wichtig zu wissen ist, dass die Semester in Spanien ein wenig anders verlaufen als in Deutschland. Dies könnte für diejenigen die im SS nach Madrid möchten zu einem Problem werden. Das WS in Spanien beginnt im September und endet im Januar, das SS schließt direkt daran an und endet im Mai/Juni. Somit überschneidet sich das WS in Deutschland mit dem SS in Spanien, was dazu führt, dass ihr entweder in dem Klausurzeitraum (Februar/März) nicht mehr in Potsdam seid und euch somit um evtl. Klausurersatzleistungen kümmern müsst (was nicht immer möglich ist) oder den Beginn des Semesters in Spanien verpasst (was natürlich nicht ratsam ist). Meine Empfehlung daher: geht, wenn möglich, im WS nach Spanien. So habt ihr Zeit, euer Semester an der Universität Potsdam beenden und euch anschließend in Ruhe mit dem Kommenden zu befassen.
Kurz vor Beginn des Semesters in Madrid findet eine Einführungsveranstaltung für alle ausländischen Studenten statt, an der ihr unbedingt teilnehmen solltet. Hier erfahrt ihr alles weitere, was ihr über euer Studium wissen solltet (Kurswahl, Studentenausweis, Aktivitäten, Fristen etc.). Macht euch keine Sorgen, wenn ihr dadurch bereits die erste Stunde eines Kurses verpasst. Oft fallen Kurse gerade in der ersten Woche sowieso aus oder werden ohne euer Wissen in einen anderen Raum verlegt. Dies ändert sich auch im Laufe des Semesters nicht wirklich. Ich stand nicht selten vor verschlossener Tür und es hieß „Hoy no hay clase.“ – ihr werdet euch daran gewöhnen (müssen).

Freizeitangebote

Je nachdem wie viele Kurse ihr gewählt habt und wie viel Zeit diese in Anspruch nehmen, habt ihr mehr oder weniger Zeit, um auch das Leben außerhalb Madrids zu entdecken. Meine persönlichen Empfehlungen sind Salamanca, Toledo und Valencia. Mit dem spanischen Busunternehmen ALSA  gelangt ihr jedoch in nahezu alle Städte und Regionen Spaniens. Wenn ihr früh genug bucht, könnt ihr sogar auch ein billiges Zug- oder Flugticket ergattern und auch Städte länderübergreifend besuchen. Erkundigt euch am besten rechtzeitig im Internet. Aber Madrid selbst hat auch eine ganze Menge zu bieten: tolle Museen, Parks und Sportveranstaltungen sollte man unbedingt mitnehmen. Außerdem bietet die Erasmusorganisation ESN jede Menge Wochenendaktivitäten an, bei denen auch für jeden etwas dabei ist.

Studienfach: M.Ed. Spanisch und Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 05/2017

Gastuniversität: Universidad Autónoma de Madrid

Gastland: Spanien


Rückblick

Allgemein kann ich sagen, dass das Erasmus-Semester in Madrid eine lohnens-werte Erfahrung für mich war und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Der Kontakt zu Studenten aus allerwelt ermöglicht es einem, über den eigenen Tellerrand hinwegzuschauen, andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen sowie offener und neugieriger zu werden. Nirgenwo anders lernt man so viel Neues über Länder und Sitten in der Welt wie während eines Erasmusaufenthaltes. Dennoch sollte man sich im Vorfeld bewusst sein, worauf man sich einlässt. Die Kurse waren mit denen in Deutschland nicht zu vergleichen (viel Frontalunterricht und hohe Anforderungen bezüglich der Leistungsnachweise) und die Miete war vergleichsweise hoch. Außerdem sollte man nicht zu hohe Anforderungen an sich stellen, was den Sprachzuwachs angeht. Wenn man nicht gerade das Glück hat, mit Spaniern zusammenzuwohnen und sich mit diesen auch noch gut zu verstehen, ist es aufgrund der vielen Erasmusstudenten mit denen man eher in Englisch oder Deutsch kommuniziert relativ schwierig, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Trotz alldem war mein Erasmusaufenthalt eine einmalige und unvergessliche Erfahrung, die jeder einmal erleben muss!

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