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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Granada


Studienfach: B.Ed. Spanisch und Sport

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Granada

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Seit meinem 2. Semester an der Universität Potsdam war mir bereits klar, dass ich ein Auslandssemester im Bachelorstudium machen werde und auch machen werden muss. Da das in meiner gymnasialen Schulzeit vermittelte Spanisch nicht besonders praktisch gestaltet war, fehlte mir ab Beginn des Lehramtsstudiums deutliche Sprachpraxis. Im 3. Semester entschied ich mich dann dafür und bewarb mich für das Wintersemester 2016/17 (mein 5. Semester) im International Office. Die Bewerbungsfrist ist hierbei immer Ende Januar für Sommer- und Wintersemester. Die Bewerbung ist recht einfach und unkompliziert. Man muss ein Bewerbungsformular ausfüllen, ein Motivationsschreiben verfassen, eine Liste der bevorzugten Universitäten und ein Learning Agreement mit möglichen Vorlesungen abgeben. Da einige meiner Freunde bereits ein Auslandssemester gemacht hatten, bekam ich durch sie viele wertvolle Informationen zu den verschiedensten Gebieten. Wenn man dies nicht hat, dann kann man sich aber auch super auf den Seiten des International Officees der Universität Potsdam über das Erasmus Programm informieren, Fristen vorfinden, Abläufe nachlesen oder Erfahrungsberichte lesen. Vor allem kann ich die allgemeine Informationsveranstaltung über das Erasmus Programm empfehlen oder man kann die Mitarbeiterinnen des International Office fragen. Zu Beginn muss man sich direkt für 3 mögliche Gastuniversitäten entscheiden. Ich bekam glücklicherweise meine Erstwahl, Granada. Nach dem ich in Granada angenommen wurde und von Potsdam die Zusage (ca. 1-2 Monate nach der Bewerbung) erhielt, nominierten mich die Koordinatorinnen an der Gastuniversität. Während der Zeit vor dem Auslandsaufenthalt gab es zwei große Informationsveranstaltungen für uns, die nächsten Erasmus Studenten, in denen uns zahlreiche Infos mitgegeben, diverse Fragen beantwortet und alle Dokumente ausgehändigt wurden, die wir zum Abschluss unterschreiben mussten. Nach einiger Zeit bekam ich von der Universität Granada eine E-Mail in der stand, dass ich dort im Wintersemester studieren darf und mich dafür nur noch auf ihrem Portal online bewerben sollte. Dies klappte auch fast reibungslos, jedoch erhielt ich lange keine Rückmeldung und war mir dann etwas unsicher, ob alles klappen würde. Schlussendlich klappte alles und mir wurden Informationsmails geschickt, in denen ich lesen konnte wann Semester bzw. Einführungswoche beginnen, welche Dokumente ich mitbringen muss nach Granada und sie gaben Tipps für die Anreise. In Spanien dauert alles “ein wenig“ länger und man sollte im Umgang mit Büros/Sekretariat/Professoren immer viel Geduld mitbringen. In der Willkommenswoche wurden dann in diversen Veranstaltungen noch einmal einige Fragen geklärt, wenn leider auch nicht alle. Man muss sich um vieles allein kümmern und recherchieren, was zu Beginn recht schwierig aber lösbar ist.

Studium an der Gastuniversität

In Potsdam studiere ich Lehramt für die Sekundarstufen I/II. In der Universität Granada ist dieser Studiengang jedoch leider gar nicht vertreten. Dies war zu Beginn ein kleiner Schock für mich, da ich damit nicht gerechnet hatte. Da ich der Fakultät (Ciencias de la Educación) von Potsdam aus zugeordnet wurde, ging ich davon aus, dass dort auch mein Studiengang angeboten wird. Nun musste ich mir Kurse suchen, die mit meinem Studium zusammen passten und wo ich wusste, die könnten mich weiterbringen. Letztendlich ist mir dies, denke ich, auch gut gelungen. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach gleich zu Beginn mehr nachfragen und recherchieren. Ich hatte zwar auf den Seiten meiner Gastfakultät recherchiert, jedoch war dort bis zum Semesterbeginn nichts vorzufinden und von den Koordinatoren in Granada erhielt man leider auch kaum Unterstützung diesbezüglich. In den ersten 3-4 Wochen hatte man in Granada die Möglichkeit, in mehrere Vorlesungen/Kurse hinein zu schnuppern um sich entscheiden zu können. Wenn man sich für seine Kurse entschieden hatte, musste man diese im zuständigen Sekretariat anmelden gehen und bekam dann seine offizielle Immatrikulationsbescheinigung mit allen zu belegenden Kursen ausgestellt. Wenn man jedoch Kurse an einer anderen Fakultät belegen möchte, dann muss man sich von den zugehörigen Dozenten ein Formular ausfüllen lassen, welches bestätigt, dass die Dozenten mit der Teilnahme einverstanden sind. Wenn man dies nicht erhält, kann man den Kurs leider auch nicht belegen. Die Veranstaltungen dort sind anders als in Potsdam immer in zwei Einheiten eingeteilt. Man hat je einmal in der Woche Theorie und ein Seminar. Insgesamt erhält man aber auch 6 Leistungspunkte pro Veranstaltung. Das Niveau ist mit dem an der Universität Potsdam zu vergleichen. Jedoch sollte man beachten, dass man deutlich mehr Abgaben/schriftliche Ausarbeitungen usw. in allen Kursen absolvieren muss, um diese zu bestehen. Da der andalusische Dialekt schwierig zu verstehen ist, bereitet es besonders in den ersten zwei Monaten Schwierigkeiten allem folgen zu können. Insgesamt kann ich sagen, dass es einige Dozenten gab die sehr hilfsbereit waren, andere wiederrum überhaupt nicht. Die Erasmus Studenten mussten auch immer alle Aufgaben, Abgaben usw. genau in der gleichen Form/Anforderung wie die einheimischen Studenten absolvieren. Dies war teilweise sehr schwierig. Zum Glück gibt es aber auch immer nette und hilfsbereite Studenten die ihre Hilfe anbieten. Somit war man nicht immer nur auf sich alleine gestellt. Die Dozenten hingegen haben die Erasmus Studenten (ich kann nur von meinen Kursen sprechen), genauso bewertet, wie auch die einheimischen Studenten. Bezüglich der Betreuung durch dortige Studenten lässt sich sagen, dass diese in meinem Fall nicht so gut klappte. Ich bewarb mich nämlich vorab für das Buddy Programm und bekam auch eine spanische Studentin zugewiesen. Leider sahen wir uns nach dem ersten vielversprechenden Treffen nicht mehr, da sie meines Erachtens nach nicht so viel Interesse und außerdem kaum Zeit hatte. Dies empfand ich als sehr schade, da man durch einen Buddy bestimmt viel lernen kann. Glücklicherweise habe ich in den Kursen einige spanische Freunde gefunden, die mir oft halfen und mit denen ich mich in der Freizeit öfters traf. Insgesamt ist die Universität technisch gut ausgestattet und hat viele Bibliotheken vorzuweisen. Diese waren sehr schön und man konnte dort gut arbeiten. Leider haben die Bibliotheken nur bis 20 Uhr unter der Woche auf und am Wochenende gar nicht obwohl Granada eine große Studentenstadt ist.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt zu den ausländischen Erasmus Studenten ist relativ einfach und unkompliziert, da über diverse Erasmus Organisationen, besonders zu Beginn, viele Fahrten, Ausflüge, Treffen usw. organisiert werden. Durch diese knüpft man schnell neue Kontakte. Leider ist mir aufgefallen, dass viele Studenten nicht besonders an dem neuen Land, der Universität und der Sprache interessiert sind, sondern mehr an Unterhaltung, Partys und guter Laune. Generell spricht dagegen auch nichts, jedoch wollte ich intensiver an meinem Sprachniveau arbeiten. Aus diesem Grund entschied ich mich mehr den Kontakt zu den einheimischen Studenten zu suchen. Dies gestaltete sich nicht so einfach wie vorher gedacht, denn Granada ist eine große Stadt mit vielen Studenten und Erasmus Studenten. Man hatte den Anschein, dass viele Spanier/innen nicht wirklich an uns Erasmus Studenten interessiert waren, da es einfach zu viele gibt. Ich versuchte trotzdem mein Glück und ging offen auf die Menschen zu. Vor allem in zwei meiner spanischen Kurse traf ich auf sehr freundliche und hilfsbereite Studenten. Somit schloss ich auch einige Freundschaften, die mir nicht nur ab und zu bei Uni Aufgaben halfen sondern mit denen ich mich auch oft getroffen habe. Durch sie habe ich mein Sprachniveau wohl am meisten verbessern können und auch durch den dort absolvierten Sprachkurs.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich habe das Auslandssemester gemacht, weil meine Sprachpraxis Kenntnisse recht niedrig waren, auf Grund der zum Teil fehlenden Praxis im Spanischunterricht vor dem Studium. Dies ist sehr schade, da ich mir auf Grund sehr guter Noten im Gymnasium darüber nicht bewusst war. Somit erkannte ich zu Beginn des Studiums, dass ich viele Kurse noch nicht machen konnte. Zusätzlich hatte ich in der Zeit noch einmal einen Sprachkurs absolviert. Von dem Auslandssemester hatte ich mir erhofft, meine Sprachkenntnisse in allen Bereichen verbessern zu können. Dies ist mir meiner Meinung nach auch gut gelungen. Insgesamt konnte ich mein Sprachlevel um 1 bis 1,5 Level verbessern. Außerdem traut man sich jetzt auch einfach loszureden, ohne immer über alles nachzudenken. Denn man hat sich auf diese Weise auch an Gesprächen im Ausland beteiligt. Mir hat das Semester einiges gebracht: neue Kulturen kennenlernen, neue(s) Land/Stadt erkunden, neue Freundschaften knüpfen und vor allem die Sprache zu sprechen und sie zu verbessern. Dazu muss jedoch noch gesagt werden, dass der Anfang besonders in Andalusien recht schwer sein kann, da man Schwierigkeiten hat den starken Dialekt zu verstehen. Erst nach einer gewissen Zeit hat man sich daran gewöhnt und immer mehr verstanden.

Wohn-  und Lebenssituation

Eine Hilfe für das Finden eines/einer Zimmers/Unterkunft gab es jedoch kaum. Da dort keine Studentenwohnheimplätze durch die Universität vergeben werden können, musste man sich selbst auf Wohnungssuche begeben. Dies hat sich als recht schwierig in Granada erwiesen. Entweder sind die Zimmer einigermaßen günstig, dafür aber recht herunter gekommen oder sehr teuer und schön. Persönlich habe ich bezüglich der Unterkunft nicht so viel Glück gehabt. Im Gegenteil, ich hatte viele Probleme. Als ich im September in Granada ankam hatte ich für die ersten zwei Wochen ein Hotel um mich voll und ganz der Zimmersuche widmen zu können. Dies erwies sich auch als sehr empfehlenswert, da es in den meisten Fällen schon seine Zeit dauert bis man ein passendes Zimmer findet. Ich sammelte zu Beginn auf den Straßen Granadas diverse Zettelchen, auf denen Zimmer angeboten wurden (speziell für Studenten). Man rief dort an und vereinbarte eine Besichtigung. Leider erwiesen sich diese Zimmer zum größten Teil als unpassend, da sie oft nicht zentrumsnah oder in einem guten Zustand waren. Daraufhin wendete ich mich an eine Agentur, die viele Zimmer/Wohnungen vermietet. Durch diese fand ich dann auch nach einer Woche ein passendes Zimmer, welches groß, sehr hell und in einer tollen 10-er WG vorzufinden war. Jedoch wurde die Wohnung neu renoviert und sollte angeblich in 1,5 Wochen bezugsfertig sein. Dies erwies sich als falsch, denn nach 2,5 Wochen wollte ich einziehen, wurde jedoch mit meinen zukünftigen neuen Mitbewohnern in einer sehr engen Wohnung für eine weitere Woche untergebracht. Als wir schließlich einziehen konnten, waren unsere Zimmer immer noch nicht fertig (dreckig, ohne Türen, ohne Möbel) und wir schliefen eine weitere Woche in einer mit bis zu 10 Bauarbeitern vollen Wohnung. Letztendlich war die Wohnung erst nach weiteren 4-5 Wochen komplett fertig und wir mussten trotzdem die komplette Miete bezahlen. Es waren sehr unangenehme Wochen, in denen man sich kaum richtig auf die neue Uni einstellen konnte. Aus diesem Grund kann ich nur allen die ein Erasmus Semester machen möchten raten, sich vorher gut zu informieren bei wem man einen Mietvertrag unterschreibt und welche Bewertungen die Agenturen haben. Meine Miete war zusätzlich sehr hoch, da die Wohnung sehr nah am Zentrum lag und alles dann natürlich neu war. Generell bekommt man Zimmer zwischen € 200- 400 (Miete pro Monat inklusive Nebenkosten). In Granada gibt es viele Busse mit denen man überall in Granada hinfahren kann. Außerdem gibt es einen großen Busbahnhof, von wo aus Fernbusse fahren (z.B. nach Malaga, Sevilla). Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Malaga, welchen man innerhalb von 2 Stunden mit den ALSA Bussen erreicht. In Granada gibt es sehr viele Geldautomaten von verschiedensten Banken. Man muss sich vorher informieren, an welchen man kostenlos Geld abheben kann. Das Leben in Granada ist meiner Meinung nach mit den Kosten hier in Deutschland (Berlin/Brandenburg) zu vergleichen. Die Einkäufe sind minimal günstiger und Freizeitangebote kosten genau so viel. Freizeitangebote gibt es vor Ort recht viele, besonders durch die 2 großen Erasmus Organisationen (Best Life Experience und ESN Granada). Außerdem bietet Granada viele historische Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale oder die Alhambra. Zusätzlich kann man schön im Albaicin (höher gelegen) spazieren gehen und von vielen Aussichtsplattformen die ganze Stadt bewundern oder tolle Sonnenuntergänge anschauen. Die Sierra Nevada (1 Stunde mit dem Bus) lädt außerdem zum Skifahren ein. Besonders hervor zu heben sind die viele Tapas Bars, in denen man für zum Teil 2 € ein Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen bekommt. Dadurch lädt es ein, sich mit Freunden abends dort zu treffen. Granada bietet also für jeden etwas Passendes, um die Freizeit bestmöglich gestalten zu können.

Studienfach: B.Ed. Spanisch und Sport

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Granada

Gastland: Spanien


Rückblick

Das Auslandssemester war eine unvergessliche, erfahrungsreiche und tolle Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich kann jedem nur dazu raten, auch denen die sich unsicher sind, für ein Semester ins Ausland zu gehen - es lohnt sich! Zwar kann die anfängliche Eingewöhnungszeit etwas schwierig sein, nach einem Monat ist man jedoch gut informiert und weiß über viele Abläufe bescheid. Bis dahin hat man dann meist auch alle bürokratischen Angelegenheiten geklärt und kann sich auf das Studium, die Sprache und die neuen Leute einstellen. Mit der Zeit ist man immer besser integriert und kann mit neuen Freunden auch vieles in der Freizeit unternehmen. Besonders das Kennenlernen von neuen Städten, Sitten, Kulturen usw. ist sehr bereichernd. Man sollte von Beginn an versuchen auf die einheimischen Studenten zuzugehen um Freundschaften zu knüpfen, die es außerdem ermöglichen sich oft in der Fremdsprache zu unterhalten und sie dadurch zu verbessern. Denn nur durch die Kurse an der Uni verbessern sich die Sprachkenntnisse meiner Meinung nach nicht enorm. Deswegen sollte man weniger mit deutschen, englischen oder anderen Erasmus Studenten unternehmen, sondern den Kontakt zu den Einheimischen suchen. Auch ein Sprachkurs vor Ort ist sehr zu empfehlen. Wichtig ist es auch, sich vorher gut zu überlegen welche Gastuniversität man wählen möchte. Dabei sollte nicht nur auf kulturelle Interessen sowie die Sprache geachtet werden, sondern vor allem das Lehr- und Lernangebot (aktuelles Vorlesungsverzeichnis beachten!) im Vordergrund stehen. Neben der Erasmus+ Förderung, die man von der Heimatuniversität erhält, sollte man vor der Planung eines solchen Aufenthaltes überlegen, welche Kosten insgesamt anfallen werden, damit man keinerlei Schwierigkeiten bekommt. Denn weitere finanzielle Unterstützung ist ratsam und notwendig. Generell ist das Lesen mehrerer Erfahrungsberichte zur favorisierten Gastuniversität zu empfehlen, um viele Fragen abdecken zu können. Auch sollte immer auf das Einhalten aller Fristen und das Einholen von Unterschriften geachtet werden. Hierfür benötigt es meistens viel Geduld/Zeit in den spanischen Universitäten.

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