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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Castilla-La Mancha

Ich studiere die Fächer Französisch und Spanisch auf Lehramt an der Universität Potsdam. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kommilitonen des Fachbereichs Französisch, habe ich (leider) erst Recht spät beschlossen (im 8. Semester) einen Auslandssemester in Frankreich (Toulouse) zu machen. Mir hat mein erstes Auslandssemester (2015/2016) so gut gefallen, dass ich beschloss gleich im nächsten Wintersemester (2016/2017) noch eins zu machen. Diesmal in Spanien, um dort vor allem meine Sprachkenntnisse zu verbessern.

 


Studienfach: B.Ed. Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Castilla - La Mancha

Gastland: Spanien

Die Bewerbungsfrist, um sich für das Wintersemester 2016/ 2017 in Spanien zu bewerben, begann bereits gegen November 2015 und bis Ende Januar 2016 bestand die Möglichkeit sich für einen Auslandsaufenthalt zu entscheiden.
Größtenteils geschah die Bewerbung online, so konnte man sich zuerst ganz einfach das Erasmus-Bewerbungsformular auf der folgenden Internetseite https://www.uni-potsdam.de/studium/ausland/forms/erasmus/ runterladen, auffüllen, dabei seine drei Wunschstädte für Spanien angeben und dann an die E-Mail-Adresse erasmus-romanistik@uni-potsdam.nomorespam.de verschicken.

Mein Erstwunsch war Valencia, Madrid hatte ich als Zweitwunsch gewählt und als Drittwunsch gab ich Ciudad Real an. Letztendlich bekam ich meinen Drittwunsch. Eine frühzeitige Bewerbung innerhalb der Bewerbungsfrist ist daher trotzdem empfehlenswert, da die Wahrscheinlichkeit seinen Erstwunsch zubekommen dadurch viel höher ist.

 

Die Zusage für Ciudad Real an der „Universidad de Castilla-La Mancha (UCLM)“ erhielt ich schließlich im Februar 2016. Als nächstes sollte man noch einmal an Frau Wagner eine Email versenden, um ihr eine (erste) Zusage für seinen Platz zu geben. Erst mit der sogenannten „Annahmeerklärung ERASMUS +“ - gegen April – gab man seine endgültige Zusage. Nach dem Einreichen seiner Annahmeerklärung – mit der Unterzeichnung Frau Wagners -  bei Frau Kettmann, wurde man an seiner Gastuniversität nominiert, d.h. die Gastuni wurde über den kommenden Studienaufenthalt informiert. Für die Gastuni war dies lediglich eine Vorab-Information und erwartete anschließend von einem eine offizielle Anmeldung/ Einschreibung (die sogenannte „Application“).

 

Die Universität in Ciudad Real meldete sich recht spät erst gegen Juni/ Juli mit der Annahmebestätigung – also keine Panik bekommen, wenn ihr noch keine Nachricht erhalten habt. Gegebenenfalls könnt ihr zudem Frau Wagner noch einmal bitten der Universität eine Mail zu schreiben.

 

Insgesamt ist zu sagen, dass man wirklich keine Angst davor haben musste, irgendetwas verpassen zu können, da Frau Wagner sowie Frau Kettmann einen ausreichend per Email und über Moodle informierten. Zudem wurden mehrere Informationsveranstaltungen angeboten.

An unserer Universität Potsdam fanden zwei Info-Veranstaltungen im Sommersemester statt, die jedem zukünftigem Erasmusstudenten unbedingt zu empfehlen sind, da man dort zahlreiche Unterlagen ausgeteilt bekam, die man sich sorgfältig durchlesen sollte (Themen waren u.a.: Stipendienhöhe und Auszahlung, Beurlaubung, Versicherung, ERASMUS Formulare, Sprachtests und Sprachkurse, Anerkennung von im Ausland erbrachten Leistungen). So beantworten sich die meisten Fragen fast von selbst.

 

 

2. Studium an der „Universidad de Castilla-La Mancha (UCLM)“

 

Das Wintersemester an der Universidad de Castilla-La Mancha begann Mitte September. Ich kam jedoch schon zu Beginn des Monats an, um die kleine Stadt zu erkunden und mich schon einmal einzugewöhnen und um meine Wohnung dort anzunehmen, die ich vorher im Internet rausgesucht hatte.
Die Zeit an der Universität begann für mich schließlich mit der Einführungswoche, in der man sich um organisatorische Angelegenheiten kümmern konnte. Zuerst bin ich zu meinem zugewiesenen Koordinator hingegangen. Teodoro Manrique Anton, war der erste Ansprechpartner, an den man sich bei Problemen oder organisatorischen Fragen wenden konnte. Mit anderen deutschen Studenten wurden wir von ihm beraten (Stundenplan und Learning Agreement, Allgemeines zur Uni). Zudem konnte bzw. sollte man bei ihm auch sein (verändertes) „Learning Agreement“ unterschreiben lassen.

Sobald man sein unterschriebenes (verändertes) „Learning Agreement (DURING)“ hatte, sollte man damit zur ORI (Oficína de Relaciones Internacionales).  Dort werden die Kurse, die  man belegen möchte eingetragen und alle weiteren Schritte werden erklärt, um dann schließlich den Studentenausweis zu bekommen. Zudem sollte man bei der ORI auch sein Confirmation of Stay unterschreiben lassen.

 

Das Studiensystem in Spanien unterscheidet sich von dem Deutschen. Die meisten Lehrveranstaltungen haben die Größe und den Aufbau einer Schulklasse. In einigen Kursen werden neben den obligatorischen Klausuren am Ende, Referate gehalten, ansonsten gehört das Verfassen einer Hausarbeit (oder mehrerer kleiner schriftlichen Texten) zur Leistungserfassung dazu. Für jede erfolgreich absolvierte Veranstaltung bekommt man 6 ETCS. Jede Lehrveranstaltung findet drei Mal pro Woche statt. Außer mittwochs (einstündig) finden alle Kurse zweistündig statt.

Das akademische Viertel existiert in Ciudad Real nicht so wie in Deutschland. Das hat es für mich sehr schwer gemacht pünktlich zu sein, denn meist endete eine Lehrveranstaltung dann, wenn die nächste bereits begann (aber die Dozenten kamen auch mal gerne 10 Minuten später oder warteten auf die Studenten).

Die Dozenten und Studenten pflegen insgesamt einen sehr freundschaftlichen Umgang. So sprechen die Dozenten ihre Studenten mit Vornamen an (umgekehrt auch) und duzen sich untereinander. Oft fordert der Dozent auch gezielt bestimmte Studenten zu Redebeiträgen auf, denn aktive Mitarbeit ist für manche Dozenten von großer Bedeutung gewesen (wobei wir als Erasmusstudenten da noch „verschont“ werden), dennoch hielten die meisten Dozenten den Unterricht sehr frontal.

 

Meine Kurse waren folgende:

  • FONÉTICA Y FONOLOGÍA FRANCESAS (sehr schwer und weniger zu empfehlen)
  • INTRODUCCIÓN A LA LITERATURA HISPANOAMERICANA (Die Vorlesung war etwas eintönig, da kaum Medien zur Veranschaulichung verwendet wurden. Der Inhalt der Lernveranstaltung war jedoch sehr interessant. Man musste nichtsdestotrotz schriftliche Arbeiten verfassen – beispielsweise Analysen, Interpretationen und kurze Essays zu Gedichten und Kurzgeschichten – die am Ende 40% der Gesamtnote betrugen. Der Dozent ist gerecht und hilfsbereit.)
  • MOTIVOS Y FIGURAS DE PENSAMIENTO EN TEXTOS ESPAÑOL (Das Seminar verläuft sehr frontal und liest seine Lehrveranstaltung vor. Dadurch war es für uns Erasmusstudenten schwer dem Unterricht konzentriert zu verfolgen. Man schreibt ab und zu Zwischenteste und muss ein Referat verfassen und halten. Am Ende schreibt man eine Abschlussklausur. Trotzdem ist dieser Kurs machbar. Der Dozent ist herzlich und achtet sehr auf die Anwesendheit.)
  • EDICIÓN DE TEXTOS (Der Dozent ist sehr freundlich und bezieht auch die Erasmusstudenten in sein Fach. Jedoch war der Kurs für mich uninteressant und irrelevant, weil wir viele alte Texte/Schriften transkribieren und in die „aktuelle“ spanische Sprache umschreiben sollten.)
  • + Sprachkurs: Curso de español para extranjeros (Sehr zu empfehlen, damit man die Grammatik neben dem Mündlichen im Alltag nicht vernachlässigt und wiederholt.)

 

Ich kann niemanden mehr als fünf Kurse empfehlen. Die Kurse sind insgesamt alle recht anspruchsvoll bis schwer gewesen (außer der Sprachkurs) und einen erwartet so oder so viel Arbeitsaufwand. Gelernt hat man trotzdem viel.

 

Zu empfehlen ist übrigens auch, sich bereits in die Facebookgruppe ESN UCLM Ciudad Real einzuschreiben. Dort wird man immer über kommende Erasmus-Veranstaltungen informiert und kann zudem bereits die ersten Kontakte knüpfen und sich ggf. auch auf Wohnungssuche begeben. Die Koordinaten der ESN helfen einem auch sehr bei der Wohnungssuche.

Des weiteren, organisiert  dieses Netzwerk gelegentlich auch Wochenendausflüge (bei uns waren es beispielsweise Reiseziele wie Toledo, Granada, Lagunas de Ruidera, Madrid etc.). Einem sollte jedoch bewusst sein, dass das Nachtleben und Feiern bei den „Reisen“ eine große Rolle spielte. Kulturelle Veranstaltungen (Museen, Stadtführungen etc.) wurden eher vernachlässigt. Trotz allem muss man sagen, dass die Koordinaten sich immer sehr Mühe gegeben haben die Erasmus-Studenten in Ciudad Real/ Spanien zu integrieren. Jede Woche gab es unterhaltsame Veranstaltungen wie Karaoke, Tandemtreffen, Botellones …

 

 

3. Wohn- und Lebenssituation in Ciudad Real

 

Was ich persönlich auch empfehlen würde, wäre nicht nur die Erfahrungsberichte älterer Erasmusstudenten durchzulesen, um schon einmal einen ersten Eindruck von Ciudad Real und dem Auslandsstudium zu bekommen, sondern auch, dass man schon im Vorfeld Kontakte mit den Studenten knüpft, die aus der eigenen Universität kommen und auch nach Ciudad Real möchten. So steht man mit dem ganzen „bürokratischem Kram“ nicht so alleine da und kann sich gegenseitig dazu motivieren die erforderlichen Schritte anzugehen.

 

Dadurch, dass ich selbständig eine Wohnung in Spanien gesucht hatte, war das auch gleichzeitig schon der Beginn der Konfrontation mit der Zielsprache.

 

Internetseiten die ich für die Wohnungssuche verwendet hatte sind folgende:

 

https://www.milanuncios.com/pisos-compartidos-en-ciudad_real/

 

https://www.idealista.com/alquiler-habitacion/ciudad-real-ciudad-real/

 

http://www.pisocompartido.com/habitaciones-ciudad_real

 

http://www.vibbo.com/pisos-compartidos-y-habitaciones-ciudad-real/

 

https://www.nuroa.es/compartir/alquiler-habitacion-ciudad-real

 

Wie schon in den Erfahrungsberichten älterer Erasmusstudenten erwähnt, würde auch ich euch empfehlen sich lieber Vorort die Wohnungen noch einmal genauer anzugucken. Ich selber habe mir Sorgen gemacht, ich würde bei der Ankunft keine Wohnung finden und habe daher selber im Internet schon einmal Wohnungen rausgesucht und Kontakte mit anderen möglichen Mitbewohnern verknüpft. An sich ist es gut schon die Wohnungen vorab preislich zu vergleichen (die meisten Zimmern kosten in etwa 135€-160€), aber es ist doch besser sich die Wohnung vorher gründlich anzusehen (WICHTIG: Wassersystem, Herdplatten, Gasbetrieb?, Internet?) bevor man irgendwelche Verträge unterschreibt. Letztlich habe ich mit drei Mitbewohnerinnen gewohnt. Zwei französischen Erasmusstundenten und einer Mexikanerin. Unsere Alltagssprache war zwar Spanisch, jedoch würde ich euch empfehlen mit mehr spanisch sprechenden Mitbewohnern zu wohnen, wenn ihr euer Spanisch „richtig“ verbessern wollt.

 

Ciudad Real ist auf jeden Fall eine sehr belebte Studentenstadt (besonders geprägt von Erasmusstudenten). Die Menschen dort sind sehr hilfsbereit. So gut wie alles ist zu Fuß erreichbar, sei es die Universität oder auch das „Zentrum“ „la Plaza Mayor“.

 

Eine Vielzahl an Clubs, in denen man seine Wochenendeabende verbringen kann, befanden sich bei mir in der Straße „calle cierva“, „calle de la Mata“ – Donnerstags ist meisten besonders viel los – bei warmen Wetter fand vorher die Botellón[1] in der Nähe der Universität statt. Ich selber sehnte mich nach mehr Ruhe – besonders weil man in Spanien durch alle Wände hören konnte – weshalb ich noch einmal betonen muss, sich bei der Wohnungssuche –und Besichtigung ruhig lieber Zeit zulassen. 

 

Zu den Lebenserhaltungskosten in Spanien kann man sagen, dass sie insgesamt geringer sind als in Deutschland. Es gibt große Supermärkte wie „Día“ und „Mercadona“. (Ich habe durchschnittlich pro Woche 50-60€ ausgegeben.)

 

Was das Handy betrifft, so habe ich mich für eine Simkarte von „Lycamobile“ entschieden, die ich mir in einem Kiosk für etwa 12€ gekauft hatte. Monatlich bezahlte man 6€ und hatte dadurch 1GB – Internet.

 

Ciudad Real ist auch günstig gelegen, wenn man andere Städte besuchen möchte.

Empfehlenswerte Orte sind u.a. Toledo, Granada, Lagunas de Ruidera, Valencia, Salamanca, Sevilla und Campo de Criptana. Es gibt auf jeden Fall viel zu entdecken und ich möchte auch nicht alles verraten. Ihr werdet auch noch ausreichend von der ESN – Organisation informiert (eher über Facebook) in der Orientierungswoche.

 

 

Fazit:
Letztendlich kann ich nur noch einmal betonen, wie froh ich bin, doch noch ein Auslandssemester gemacht zu haben und kann ein Erasmussemester wirklich nur jedem Studenten weiter empfehlen. Meine Zeit in Ciudad Real war manchmal schwierig (und ich denke als Ort ist ein Semester dort ausreichend weil es sehr klein ist und auf Dauer eintönig), jedoch trotzdem bereichernd in vielen Bereichen und Ebenen meines Lebens. Man sollte sich auf jeden Fall nicht scheuen sich der Kultur sowie der Sprache zu öffnen. Sobald man einigermaßen versteht, wie die spanische Kultur, die Menschen dort sind („ticken“), so finde ich, versteht man auch eher, wie ihre Sprache funktioniert.

 


[1] Als Botellón [boteˈʎon] (span. „große Flasche“, Plural: Botellones), Botelleo [boteˈʎeo], Botellona [boteˈʎona] oder auch Borrachera [boraˈtʃeɾa] wird in Spanien ein etwa Anfang bis Mitte der 1990er Jahre aufgekommener Brauch Jugendlicher und junger Erwachsener bezeichnet, die sich vornehmlich abends an den Wochenenden zum gemeinsamen Alkoholkonsum und Feiern an öffentlichen Plätzen versammeln. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Art des Alkoholkonsums, der vorzugsweise aus großen selbstgemixten 1,5- oder 2-Liter-Flaschen erfolgt, die sich die Teilnehmer von Botellones in Geschäften selbst kaufen. Der Botellón bildet meist den Auftakt für die Abende am Wochenende.

Studienfach: B.Ed. Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Castilla - La Mancha

Gastland: Spanien


Rückblick

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Auslandssemester in Ciudad Real eine neue Erfahrung war. Ich bin Land und Leuten näher gekommen und wurde ebenfalls durch die vielen Auslandsstudenten kulturell belehrt und bereichert. Bezüglich der Wohnungssuche sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und nicht die scheinbare beste Wohnung nehmen. Bei unserer Wohnung zeigten sich nach einiger Zeit gewisse Mängel, zu denen auch Schimmel gehörte. In der Dirección Provincial de Educación lohnt es sich einen kostenlosen Carne Joven ausstellen zu lassen. Mit diesem bekommt man Rabatte  auf Zugfahrten (meist 20%), Eintritte etc.

 

 

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