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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitat Pompeu Fabra


Studienfach: B.A. Spanische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Universitat Pompeu Fabra

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Vor unserer Ausreise wurden wir in Potsdam ausführlich informiert. Allerdings musste man für die Universitat Pompeu Fabra (UPF) eine spezielle Unfallversicherung abschließen. Hier wurde ich, auch auf Nachfrage im International Office, nicht ausreichend über meine Möglichkeiten informiert, sodass ich am Ende eine ca. 100 Euro teure Zusatzversicherung abschloss, in dem Glauben, dass dies die einzige und günstigste Variante wäre. Desweiteren, später im Bewerbungsprozess, gab es Probleme mit einem Sprachtest der Gastuni, der sich auf dem Handy nicht öffnen lies. Der Kontakt zum Mobility and Welcome Office (OMA) war im Vorfeld etwas schwierig. Das Office antwortete wenn, dann nur mit sehr langer Verzögerung.

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem war zunächst etwas kompliziert zu durchschauen, da es sich sehr von unserem in Potsdam unterscheidet. Hinzu kommt, dass der Wechsel vom Semester zum Trimestersystem auch einige Komplikationen birgt. Die Anforderungen der Kurse unterschieden sich von Dozent zu Dozent stark, obwohl meistens das gleiche Niveau vorausgesetzt wurde. Die allgemeine Unterrichtsform wirkte auf mich wesentlich verschulter und um einiges frontaler als in Deutschland. Zudem ist es üblich die Dozenten zu duzen, der Umgangston ist hier weniger formell als in Deutschland. Auf mich wirkte die Leistungsbewertung härter, als die in Deutschland übliche. Ich habe nur Kurse absolviert, die für Erasmus Studenten gedacht waren. Hier waren die Anforderungen sehr unterschiedlich, nur im Fall eines Kurses habe ich das Lernpensum für die Klausur als nicht machbar empfunden. Das Klima in den Erasmus-Kursen war ruhig, manchmal vielleicht sogar etwas schläfrig. Besonders die unterschiedlichen sprachlichen Niveaus fielen immer wieder auf. Mit dem Großteil der Dozenten war ich zufrieden, sie waren zuvorkommend und hilfsbereit. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das International Office vor Ort sehr überlastet ist. Auffällig wirkte auf mich, dass an der UPF so gut wie alles auf catálan ist, man spürte hier in der akademischen Welt deutlich den Stolz und die Bevorzugung dieser Sprache, gegenüber der Spanischen. Technisch war unser Campus sehr gut ausgestattet. Schade fand ich lediglich, dass das Angebot in der Mensa alles andere als kreativ war, außerdem war es deutlich teurer, als ich das aus deutschen Mensen gewöhnt bin. An der UPF schien es mir außergewöhnlich schwer Kontakt zu den einheimischen Studenten aufzubauen. Die Studenten bleiben viel unter sich, in ihren üblichen Cliquen. Allgemein hat mich die Atmosphäre an der UPF mehr an eine weiterführende Schule als an eine Universität erinnert. Die Gruppe der Studenten ist sehr jung und homogen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Sprachlich hat es mir natürlich erst mal geholfen täglich Spanisch zu sprechen. Jedoch ist es schon ein kleiner Abstrich, wenn wie in Barcelona, eine andere Sprache genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr gesprochen wird. Man ist hier eben nicht nur von Spanisch umgeben wie beispielsweise in Lateinamerika. Hinzu kommt, dass in einer so touristischen und internationalen Stadt auch sehr viel auf Englisch kommuniziert wird.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe nach drei Wochen, die ich mit der Anmietung einer air bnb Unterkunft überbrückt habe, schließlich ein Zimmer über wg-gesucht.de gefunden. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel. In diesem Fall hatte die Vermieterin das Zimmer bei wg-gesucht reingestellt, weil sie Deutsch lernte und jemanden suchte, mit dem sie hin und wieder üben könnte. Für die recht günstige Miete (300 Euro) war ich Bereit Bedingungen in Kauf zu nehmen, mit denen ich normalerweise zuhause in Berlin nicht hätte Leben können. So wohnte ich in einem 7qm Zimmer ohne Fenster bei einer älteren Dame, zwar in einer sehr internationalen Wohngemeinschaft mit, durch die dünnen Wände bedingt, wenig Privatsphäre. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel in Barcelona ist simpel, für Studenten relativ günstig und vor allen Dingen sehr zuverlässig, eine ganz andere Erfahrung als in Berlin. Ich hatte meine DKB Visa-Kreditkarte dabei, um Abhebungen zu tätigen, mit meiner Sparkassen Girocard habe ich in Läden bezahlt. Nach ca. einem Monat wurde jedoch beim Versuch einer Abhebung an der Caixa Bank meine Karte von einem defekten Geldautomaten verschluckt. Die Bankangestellten waren denkbar unkooperativ und man konnte mir meine Karte nicht zurückgeben. Glücklicherweise konnte mir die DKB eine neue Karte auch nach Spanien schicken, das dauerte allerdings drei Wochen. Während des Aufenthalts musste ich weder Gebrauch von der europäischen Krankenkassenkarte noch von der Zusatzversicherung machen, die von der UPF vorausgesetzt wurde. Die Lebenshaltungskosten in Barcelona würde ich als genauso teuer oder vielleicht etwas günstiger als in Berlin einschätzen, sodass es für mich keine große Umstellung gab. Was ich etwas schade fand: Etwas ähnliches wie Unisport gab es in dem Sinne nicht an der spanischen Uni. Es gab eher Uni-Teams für Studenten, die bereits in einer Sportart aktiv waren. Die relativ überschaubare Menge der tatsächlichen Kurse wurde nur für die Länge von zwei Trimestern angeboten und war recht teuer.

Studienfach: B.A. Spanische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Universitat Pompeu Fabra

Gastland: Spanien


Rückblick

Die Zeit, die ich in Barcelona verbracht habe (September bis Dezember 2017), war politisch betrachtet eine sehr besondere Ausnahmesituation. Das war natürlich einerseits spannend, aber nach einer gewissen Zeit hätte man sich gewünscht, dass Normalität einkehren würde. Es verging keine Woche ohne Massendemonstrationen, die Unabhängigkeit war überall Thema Nummer 1. Zweimal war die Uni aus politischen Gründen geschlossen, ein anderes Mal streikten die katalonischen Studenten, sodass wir Erasmusstudenten quasi die einzigen waren, die tatsächlich zu Kursen gingen. Ich rate jedem dazu sich vor der Ausreise näher mit der Geschichte Kataloniens und der Geschichte des Separatismus auseinanderzusetzen. Ich bedaure es, nicht viele Ausflüge außerhalb von Barcelona gemacht zu haben und keinen, von der UPF organisierten Ausflug, wahrgenommen zu haben.

                 

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