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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Uniwersytet Warszawski


Studienfach: B.Sc. Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 06/2017

Gastuniversität: Uniwersytet Warszawski

Gastland: Polen

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Dass es die Möglichkeit gibt im Rahmen von Erasmus+ an anderen europäischen Universitäten gibt, wusste ich dank älterer Freunde schon zu Studienbeginn. Meine Kontaktaufnahme mit der Universität Warschau begann schon recht früh. Im Rahmen von Studienplus nahm ich an einer Warschaureise teil, welche von Dr. Małgorzata Majewska-Meyers und Karolina Tic organisiert wurde. Dank der engen Kontakte von Dr. Małgorzata Majewska-Meyers zur Universität Warschau, hatten wir die Möglichkeit im Gästehaus der Uni zu übernachten und die alles zu erkunden.  Im Zuge der Reise wurde uns auch die Bibliothek gezeigt und da wusste ich, dass ich mein Auslandssemester am liebsten in Warschau machen würde. Es folgten Infotage und Gespräche mit den Erasmus Koordninatorinnen meiner Fakultäten und mein Entschluss war gefestigt. Die Kommunikation mit dem International Office der Gastuniversität verlief sehr einfach, die Mitarbeiter*innen waren sehr nett und hilfsbereit. Es gab genügend Zeit die Bewerbungsunterlagen einzureichen und diese Unterschieden sich auch eigentlich nicht wirklich, was vor der Bewerbung von meinen Koordinatorinnen verlangt wurde. An dieser Stelle möchte ich empfehlen von den Sprachkursen Gebrauch zu machen, denn es ist wesentlich einfacher sich zu bewerben, wenn man bereits ein Zertifikat gemacht hat.

Studium an der Gastuniversität

Bei der Ankunft wurden alle incoming students sehr nett empfangen. Danach fingen die Info-Veranstaltungen der jeweiligen Fakultäten an. Nachmittags begannen wir alle unsere Stundenpläne zu erstellen und es kamen so einige böse Überraschungen: einige Kurse waren schnell ausgebucht und für einen Kurs war sogar schon die Registrierungsfrist verstrichen. Zwar wurden wir davor scheinbar informiert, aber da die universitätsinternen Programme erst am allgemeinen Einführungstag erklärt wurden, war es in diesem Fall etwas schlecht organisiert. Da der Informationstag an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät erst ein paar Tage später war, um genau zu sein, am zweiten Vorlesungstag, war die Ungewissheit groß, ob man noch irgendwie in die Kurse reinkommt. Am Ende lief alles gut- nur wäre der Stress vermeidbar gewesen.Der Studienbetrieb in Warschau ist wesentlich schulischer. Bei Seminaren und Tutorien gibt es eine Anwesenheitspflicht. Die Kurse an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hatte ich, wie die an der Politikwissenschaftlichen Fakultät, auf Englisch belegt. Der Unterschied lag darin, dass die Kurse bei den WiWis mit polnischen Studierenden waren und die bei den PoWis extra Erasmus Kurse.
Den Mythos der Erasmus Pluspunkte und vielleicht niedrigeren Ansprüche an Erasmus Studierende kann ich nur zum Teil bestätigen. Die PoWi Kurse haben viel Spaß gemacht und der Arbeitsaufwand war nicht höher als in Potsdam, die Bewertung und Leistungsnachweise waren weniger streng. Bei den WiWi Kursen herrschte ein anderes Klima. Zu den Vorlesungen gab es Tutorien- wie auch in Potsdam. Jedoch waren sie anders. Im Beispiel von Makoökonomie bedeutete es 3 große Tests, einen Länderreport (26 Seiten in Gruppenarbeit) + Präsentation und eine Vorklausur. All diese Leistungen wurden zusammengezählt und ergaben 30% der Endnote und mussten bestanden werden um zur richtigen Klausur zugelassen zu werden. In Mikroökonomie ergab sich ein ähnliches Bild, jedoch gab es wöchentliche Tests und eine Vorklausur. Die Regeln waren die gleichen. Es klingt nach viel Aufwand und Arbeit, das ist es auch. Aber es hat auch seine Vorteile. Man muss weniger für die Klausuren lernen, die in meinem Fall direkt nach Vorlesungsende folgten und vor allem durch den Länderreport konnte ich besser verstehen, was ich denn genau in Makro berechne und wozu ich das brauche. Nichtsdestotrotz bin ich knapp durch meine Wirtschaftsklausuren gerutscht, trotz sehr guter Noten in den vorherigen Leistungsnachweisen. Aber das liegt eher an einem persönlichen Klausuren-Problem.
Alle Dozent*innen waren immer nett und hilfsbereit. Bei Fragen konnte man zu Sprechstunden, lange Mails mit Fragen zu Berechnungen wurden immer beantwortet und sogar Skype Gespräche angeboten.
Die Bibliothek ist fantastisch. Man findet alle Bücher, es gibt sehr viele Arbeitsplätze, einen wunderschönen Dachgarten (deswegen empfehle ich das Sommersemester in Warschau zu verbringen), es gibt Computer und sogar Cafes.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Der ESN ist in Warschau sehr aktiv. Es gab fast täglich Veranstaltungen, welche vom Pub Quiz, über eine Erasmus Band, Polnisch lernen zu Filmabenden bis zum gemeinsamen Reisen reichten. Das bot eine gute Möglichkeit andere Studierende kennenzulernen. Mit einheimischen hatte ich keinen Kontakt. Aber ich bin mir sicher, wenn dieser Kontakt angestrebt würde, dass sich der Kontakt herstellen ließe. Eine gute Möglichkeit dazu sind die Buddies, ich hatte leider kein Glück gehabt, aber einige meiner Kommiliton*innen haben mit ihren Buddies Freundschaften schließen können. Der Kontakt mit ausländischen Studierenden ist nicht schwer. Man findet leicht neue Freunde. Die Menschen in meinem Umfeld waren sehr nett und offen, sodass ich keine Schwierigkeiten hatte Freundschaften zu schließen. Besonders gut klappt das kennenlernen in den ersten Wochen und auf den ESN Reisen, weil man da leicht ins Gespräch kommt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich hätte gern ein Polnisch Zertifikat auf C2 Niveau gemacht, leider wurde dazu nur ein Kurs angeboten und dieser überschnitt sich mit meinen anderen Kurse, die für mich wichtiger waren. Da ich mein Englisch Zertifikat vor dem Auslandsaufenthalt erwarb, habe ich auch nicht aktiv Englisch gelernt. Andere Sprachkurse passten ebenfalls nicht in meinen Stundenplan, da ich aus Interesse ein wenig mit den Punkten übertrieb. Jedoch hat der Auslandsaufenthalt eine kleine Barriere lösen könne. Denn obwohl ich auf Englisch privat und in der Uni gelesen habe, Filme am liebsten auch auf English sah etc. war ich zu schüchtern um es zu sprechen. Es war für mich eine Art Qual. Das änderte sich, da ich nicht mehr drum rum kam Englisch zu sprechen und dafür bin ich sehr dankbar.

Wohn-  und Lebenssituation

Meine Wohnung fand ich über eine Facebook Gruppe. Von denen gibt es viele, wie zum Beispiel: accommodations in Warsaw, Erasmus in Warsaw etc. Es gibt auch Angebote über Pepe Housing und Gumtree. Achtung, oft zahlt man Provision. Das mussten auch wir, das einzige was die Vermittlerin tat, war es uns die Kontaktdaten der Vermieterin zu übermitteln. Dafür verlangte sie eine Monatsmiete, aber uns blieb keine andere Wahl. Ich wohnte in einer 3er WG- zwei Französinnen und ich.  Wir lernten uns in einer der besagten Facebook Gruppen kennen und entschieden, dass wir eine WG aufmachen würden. Wir verstanden uns sehr gut, nur würde ich empfehlen in eine WG zu ziehen, in der alle Mitbewohner*innen eine andere Nationalität haben. Denn ein Vorurteil kann ich bestätigen, den Studierende aus Frankreich, Italien und Spanien blieben gern unter sich. Das liegt zum Teil mit Sicherheit daran, dass es viele Studierende aus diesen Ländern gab und sie auch viele Gemeinsamkeiten hatten. Ich unternahm viel mit meinen französischen Freundinnen und hatte in dem Fall Glück und es störte mich auch nicht, dass ich manchmal unter 12 Leuten in unserer WG, die einzige war, die nicht Französisch sprach.  Es war für mich eine schöne Möglichkeit ein wenig Französisch zu lernen und fühlte mich auch nicht ausgeschlossen, da die Kommunikation auf Englisch überwog. Unsere Wohnung war schön, zentral, groß und nicht wirklich günstig. Zwar bekommt man für Polen den niedrigsten Erasmus Satz, was nicht bedeutet, dass es sonderlich günstig ist. Es ist eine Hauptstadt mit einem großen Finanzsektor. Wir zahlten 334 € kalt, die Nebenkosten waren nicht hoch und für Berlin/ Potsdam ist das ein humaner Preis. Alternativ kann man sich ins Studentenwohnheim. Da teilt man sich ein Zimmer mit einer weiteren Person und hat leider keinen Einfluss darauf, in welchem Wohnheim man untergebracht wird. Da ich meinen eigenen Rückzugsort haben wollte und mir eine zentrale Lage wichtig war, war ich bereit den höheren Preis zu zahlen. Die Nahrungsmittel sind in Polen meist günstiger, vor allem wenn man polnische Produkte einkauft. Das Ausgehen ist meist auch günstiger und macht in Warschau auf Grund der großen Auswahl an Bars und Club sehr viel Spaß. Die Kinos  zeigen Filme auch auf Englisch, sind von den Preisen her ähnlich wie in Deutschland. Warschau hat zudem auch zahlreiche Theater, Konzerthäuser, Museen etc zu bieten, die für Studierende sehr günstig sind.

Hinweise und Tipps

•    Essen in Milchbars
•    Lebensmittel bei den Gemüseständen und beim Bio Bazar kaufen (nicht immer das günstigste, aber regional und lecker)
•    Nicht über Rot laufen (100 zł Strafe)
•    Bahn Rabatt (50 % für Studierende, Achtung: es gibt eine Altersgrenze)
•    Polski Bus
•    Kostenlose Chopin Konzerte im Łazienki Park (nicht im Winter)
•    Fast jedes Museum hat einen Tag mit gratis Eintritt
•    Kostenlose Stadtführungen
•    Nextbike (erste 20 min kostenlos)

An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass die deutsche sowie polnische Uni und Fakultät unterschiedliche akademische Kalender haben und es zu Überschneidungen kommen kann. Die gesamte Prüfungszeit meiner VWL Klausuren an der Uni Potsdam lag mitten in meinen ersten Auslandswochen, was in meinem Fall lernen, pendeln nach Potsdam und Klausuren schreiben hieß, während sich die anderen Austauschstudierenden kennenlernten.

Studienfach: B.Sc. Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 06/2017

Gastuniversität: Uniwersytet Warszawski

Gastland: Polen


Rückblick

Ich bin sehr froh nach Warschau gegangen zu sein. Die Stadt ist nicht so hübsch wie Krakau, aber man sieht die interessante Geschichte Polens im gesamten Stadtbild. Sobald der Frühling angekommen ist, wird das grau des Betonjungels von den vielen Bäumen und Pflanzen überdeckt. Leider kommt es manchmal zu Smog, aber dem kann man in den vielen Parks entfliehen. Leider musste ich zu meinen Prüfungen nach Potsdam zurück, wodurch ich die erste Zeit nicht so genießen konnte, wie andere. Das war etwas schade. Ich hätte mir gewünscht, dass die Klausuren in Warschau, nicht direkt in den letzten Vorlesungswochen bzw. direkt zu Beginn der Prüfungsphase gewesen wären, denn dann hätte ich mich besser auf die Prüfungen vorbereiten können. Es gibt aber auch viele Studierende die das lieber schnell hinter sich haben und so scheiden sich die Geister. Wenn jemand zu Winterdepressionen neigt, empfehle ich definitiv den Sommer in Warschau zu verbringen. Die Stadt hat einige Wolkenkratzer, es wird viel gebaut, es ist sehr grau und windig. Im Sommer sieht alles komplett anders aus. Es gibt die Möglichkeit am Strand zu grillen und Lagerfeuer zu machen. Die Promenade lädt zum trinken und tanzen ein. Vor allem kann man vom öffentlichen Nahverkehr auf die Nextbikes umsteigen und auf dem Rad Warschau erkunden. Auf Radfahrer*innen wird meiner Erfahrung nach viel Rücksicht genommen und die Radwege sind in einem wunderbaren Zustand. Ich empfehle es alle Abmachungen mit den Vermietern/ den Vermieterinnen schriftlich festzuhalten. Obwohl wir unsere Wohnung intakt übergaben, mussten wir sehr lange auf unsere Kaution warten, da die Vermieterin behauptete, dass Zahlungen fehlen würden. Zum Glück hatten wir alle Überweisungsnachweise aufgehoben und konnten uns das so erkämpfen.

Polen

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