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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Norges Idrettshøgskole

Noch vor Beginn meines Studiums in Deutschland stand für mich fest, dass ich die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes nutzen möchte. Da mein Studienfach „Sporttherapie und Prävention“ recht spezifisch ist, war das Angebot ausländischer Universitäten eher gering.


Studienfach: Outdoor Studies

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Norges Idrettshøgskole

Gastland: Norwegen

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Nach Recherche über die Webseiten der Universität Potsdam und Gespräche mit ehemaligen Erasmusstudenten wurde ich auf die Partneruniversitäten der Universität Potsdam aufmerksam.

Sinnvoll für meine Studienrichtung waren dabei am Ehesten die Angebote der Universitäten in Norwegen und Estland. Aufgrund der Outdoor Orientierung aber auch persönlichem Interesse am Gastland, sowie des positiven Eindrucks der Gasthochschule, entschied ich mich für ein Studium an der Norges Idretthogskole (Norwegian School of Sport Sciences) in Oslo. Bei dem Bewerbungsverfahren hielt ich mich größtenteils an die „Erasmus Schritt für Schritt“ Anleitung meiner Universität und informierte mich an meiner Gasthochschule über notwendige Unterlagen und Termine. Bei einigen Fragen, wie der genaue Start des Semesters in Oslo, half die Kontaktaufnahme mit dem International Coordinator der Gasthochschule schnell und klar weiter. Die Bewerbung für das Programm erfolgte im Herbst 2017 und etwa im Februar 2018 erhielt ich die Zusage durch meine Gastuniversität. 

Studium an der Norges Idretthogskole

Das Programm „Outdoor Studies“ oder wie es in Norwegen genannt wird „Friluftsliv“ ist ein recht einzigartiges Studienfach und schwer mit anderen internationalen Studienfächern vergleichbar. Es orientiert sich vor allem an einer akademischen aber auch persönlichen Auseinandersetzung mit dem Umgang und den Möglichkeiten, welche die Natur bieten kann. Durch verschiedene Trips in der Landschaft Norwegens (z.B. Coastal Trip, Mountain Trip, Winter Trip) wurden wir für Vorbereitungen, Ausführungen und Gruppenleitungen von Exkursionen in der Natur ausgebildet. Dies erfolgte vor allem durch die Praxis und war im Studienfach unter dem Namen „Experiental learning in natural Landscape“ zusammengefasst. Abschluss und Bewertung fand dieses Modul durch das Schreiben eines 3-teiligen “Reflective journals“ über Erfahrungen, Lernresultate und Auseinandersetzung mit der norwegischen „Friluftsliv“ Philosophie. Neben diesem Modul gab es zudem „Friluftsliv – Philosophy and Practice“, in welchem vor allem theoretisches Wissen durch Vorlesungen und Seminare zu unterschiedlichen Thematiken von „Friluftsliv“ weitergegeben wurde. Ende dieses Moduls bildete das Schreiben eines Essays. Drittes und letztes Modul war ein Recherche Projekt (Comparative Research Project) mit dem Ziel einer Präsentation über die Nutzung der Natur im Heimatland verglichen zum Gastland.

Zum erfolgreichen Bestehen des Programms war die Teilnahme an allen Trips notwendig.

Das Studienklima an der Norwegian School of Sport Sciences ist sehr entspannt und locker. Die Dozenten und Professoren begegnen den Studenten auf Augenhöhe und waren vor allem in meinem Programm auch Kontaktpersonen bei Fragen oder Sorgen bezüglich der Trips. Durch die Outdoor-Orientierung und den Trips verbrachten wir mehr Zeit als gewöhnlich mit unseren Dozenten und bauten daher auch eine andere, engere Beziehung zu ihnen auf. Auffallend war jedoch, dass die Dozenten ihre Stärke vor allem während der Trips hatten und in den Theorieeinheiten oft ein wenig akademischer Anspruch fehlte. Dafür war der Lernprozess während der Zeit in der Natur sehr intensiv und gewinnbringend.

In den Anfangswochen wurden wir sehr gut von den Studenten der Hochschule unterstützt und ein schnelles Einleben und Wohlfühlen war dadurch sehr einfach. Durch „Faddergruppen“ hatten wir immer eine Kontaktperson, an die wir uns bei Fragen wenden konnten.

Im Verlauf des Semesters war die Betreuung durch die Studenten nicht mehr notwendig, wäre aber jederzeit möglich gewesen. 

Ein riesengroßes Plus der Norwegian School of Sport Sciences ist die professionelle und moderne Ausstattung. Für Sportstudenten gab es zahlreiche, kostenfreie Möglichkeiten der Nutzung von Fitnessräumen, Turnsälen und Ausleihe von Sport- und Outdoorequipment. Dies war sogar für Freizeitnutzungen möglich und vor allem für uns Outdoor-Studies Studenten sehr einfach und unkompliziert. Aus sportlicher Sicht lässt die Hochschule keine Wünsche offen und war für mich im Vergleich zu deutschen Universitäten äußerst fortschrittlich. Neben einer Schwimmhalle gab es im Außenbereich Leichtathletikbahnen, Eisflächen und Outdoor-Trainingsbereiche. 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ein Aspekt, der im Outdoor-Studies Programm auf jeden Fall verbessert werden sollte, ist der Kontakt mit norwegischen Studenten. Teilnehmer des Programmes waren ausschließlich internationale Studenten. Dadurch gab es zwar einen großen kulturellen Austausch mit anderen Nationalitäten, das Kennenlernen von Norwegern und damit auch das Kennenlernen von Lebensstilen, Besonderheiten des Landes und Mentalitäten kam allerdings viel zu kurz. Da wir auch recht oft auf Trips unterwegs waren, verbrachte man auch in der Hochschule zu wenig Zeit, um engen Kontakt außerhalb des Programms zu knüpfen.

 

Andererseits verbrachte man gerade durch die Trips sehr viel Zeit mit den internationalen Studenten und teilte am Ende des Semesters unzählige Erfahrungen, aber auch enge Freundschaften. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Das Programm wurde in Englisch durchgeführt und Englisch war somit die Hauptkommunikationssprache. Da ich schon vor meinem Auslandsaufenthalt fließend englisch sprach, gibt es für mich wenig Verbesserung hinsichtlich meiner Sprachkompetenz. Vorteilhaft war das Schreiben akademischer Texte in Englisch, welches ich auf jeden Fall ausbauen konnte.

 

Leider gab es an der Norwegian School of Sport Sciences keine Möglichkeit eines Sprachkurses in Norwegisch. Man hatte jedoch die Wahl, einen Onlinekurs zu belegen. Für mich war es allerdings fragwürdig und eher enttäuschend, dass es kein Sprachkursangebot an der Hochschule gab. Meine Norwegischkenntnisse gehen daher nicht über die Basis-Sätze hinaus.

Wohn- und Lebenssituation

Die Unterkunft konnte man sehr einfach über die Website der Gasthochschule finden. Die Bewerbung erfolgte über die Organisation „SIO“. Zur Auswahl standen verschiedene Studentenwohnheime in verschiedenen Preisspannen. Ich entschied mich für das Wohnheim „Kringsja“ direkt neben der Norwegian School of Sport Sciences. Norwegen ist ein sehr teures Land und so sind auch seine Mieten. Das Studentenwohnheim ist dabei die günstigste Alternative und erfüllt für ein Semester auch komplett ihren Zweck. Zu Fuß erreichbar waren von meinem Wohnheim Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel (20 min in die Innenstadt) und der See „Sognsvann“, der ideal zum Sport treiben und Entspannen ist.

 

Rückblickend waren die Kosten des Aufenthaltes doch insgesamt sehr hoch. Hinsichtlich der Lebensmittel lernt man zeitig kleine Tricks und Tipps, wie man günstig gesund einkaufen kann. Ansonsten hängen die Ausgaben sicher auch sehr damit zusammen, wie viele private Reisen und Unternehmungen man während seiner Zeit macht. Damit man eine entspannte und erlebnisreiche Zeit haben kann, würde ich jedem empfehlen mit einer kleinen Menge an Ersparnissen nach Norwegen zu kommen und wenn möglich Angebote wie Auslandsbafög zu nutzen.

Studienfach: Outdoor Studies

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Norges Idrettshøgskole

Gastland: Norwegen


Rückblick

Rückblickend war meine Zeit in Oslo unglaublich gewinnbringend und ich bin sehr froh diese Möglichkeit genutzt zu haben. Vor allem auf persönlicher Ebene habe ich viel dazugelernt, neue Erfahrungen machen können und mich in meinen zukünftigen Pläne festigen können. Selbstreflexion war nicht nur ein großes Thema auf den Trips, sondern hatte tatsächlich auch durch die lange Zeit in der Natur einen hohen Stellenwert. Das Programm an sich und die norwegische „Friluftsliv“ Philosophie haben mir außerdem viele neue Perspektiven auf die Nutzung der Natur gegeben, auch in Bezug auf mein Studienfach in Deutschland. Vor allem die Wichtigkeit der Natur für unsere mentale und physische Gesundheit ist mir sehr bewusst geworden und ich hoffe, dieses Bewusstsein in Deutschland beibehalten und weiterführen zu können. Im Großen und Ganzen kann ich das „Outdoor“ Studies Programm nur jedem empfehlen, der Zeit in der Natur genießt und auch Herausforderungen, die diese bietet kennen lernen und bewältigen möchte. Ich bin über jede Erfahrung, Erlebnisse und vor allem über das Kennenlernen meiner Mitstudenten, die diese mit mir geteilt haben unglaublich dankbar und würde das Programm jederzeit wieder wählen.          

Trotz meiner positiven Erfahrung würde ich allen Interessierten empfehlen, sich wirklich ausführlich mit dem Inhalt des Programmes auseinanderzusetzen, um zu beurteilen, ob es den eigenen akademischen und persönlichen Interessen entspricht.

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