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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitetet i Bergen


Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Um mich mehr über die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes über Erasmus+ zu informieren, besuchte ich zunächst die Informationsveranstaltung vom zuständigen Koordinator. Anschließend las ich mir im Internet die Beschreibungen und Kursangebote der jeweiligen Universitäten durch, um festzustellen, welche mir am meisten gefällt.

Die Bewerbung für ein Auslandssemester war unkompliziert und nachdem man von der Uni Potsdam für das Bewerbungsverfahren ausgewählt und an der Uni Bergen nominiert wurde, setzte sich diese auch umgehend mit mir in Kontakt.

Der weitere Ablauf der Bewerbung lief unproblematisch und einfach ab. Man wurde Schritt für Schritt durch die Bewerbung, Anmeldung und Registrierung geleitet und erhielt auch regelmäßig Erinnerungen, die Fristen nicht zu vergessen und geforderte Dokumente einzureichen. Diese bestanden aus dem Transcript of Records, meinem Pass und dem Learning Agreement, das in diesem Jahr das erste Mal digital vom Studenten und den jeweiligen Universitäten unterschrieben werden sollte.

Studium an der Gastuniversität

Generell kann man sagen, dass sich das Studiensystem in Norwegen an sich kaum vom deutschen unterscheidet.

Allerdings gibt es deutlich weniger Teilnehmer in den einzelnen Kursen, als man es in Deutschland – vor allem bei Jura – gewohnt ist. Zu den Professoren und Tutoren hatte man eher freundschaftlichen und informellen Kontakt und man konnte ihnen jederzeit Fragen zu Lerninhalt und auch zu Organisatorischem stellen. Generell herrschte in der Uni also ein familiäres Klima, bei dem man sich wohl und gut aufgehoben fühlte.

Ich belegte zwei rechtswissenschaftliche Kurse und einen Kurs an der Faculty of Social Science, welchen ich mir für meinen Bachelor of Laws anrechnen lassen werde. Die juristischen Kurse waren Human Rights und Comparative Private Law, welche teilweise von Gastdozenten geleitet wurden und und teilweise von norwegischen Professoren. Seminare oder Übungen gab es neben den Vorlesungen nicht.

Mein Kurs an der Faculty of Social Science hieß Media Technology und Society und bestand neben den Vorlesungen auch aus einem Seminar, bei welchem Anwesenheitspflicht herrschte.

Die Examina bestanden entweder aus sogenannten Home Exams, bei denen man zu Hause innerhalb einer Frist (für Human Rights hatte ich einen Monat und für Media Technology and Society 4 Tage) einen Aufsatz schreiben sollte oder aus Klausuren, in denen man einige der zur Auswahl stehenden Fragen beantworten sollte. Man hatte dafür vier Stunden Zeit und die Klausur wurde über den Laptop geschrieben, den man entweder selber mitbrachte oder der einem von der Uni bereitgestellt wurde.

Die Bibliotheken in Bergen, von denen es viele gibt, sind gut ausgestattet und sehr gut zu erreichen. Allerdings haben sie nicht so lange geöffnet wie die Bibliotheken in Deutschland. Die Bibliothek in der juristischen Fakultät hat zudem zwar eine schöne Aussicht auf den Hafen, aber nicht besonders viele Arbeitsplätze, weswegen ich mich eher in den anderen Bibliotheken aufgehalten habe.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studenten

Kontakt zu anderen Erasmus-Studenten herzustellen ist absolut kein Problem. Wenn man in den ersten Tagen nicht schon in seinem Studentenwohnheim Leute kennengelernt hat, wird man das spätestens in der Willlkommenswoche, die von der Uni organisiert ist.

Norweger kennen zu lernen ist dahingegen etwas schwieriger, da die Kurse auf Englisch sind und vorwiegend von ausländischen Studenten belegt werden. Allerdings gibt es am Anfang des Semesters die sogenannte Mentorweek, bei der man in Gruppen norwegischen Studenten zugeteilt wird und mit ihnen feiern geht und weitere norwegische Kommilitonen kennen lernt. Eine andere Möglichkeit ist, verschiedenen Organisationen oder Clubs in der Uni beizutreten oder in dem Studentencafé „Kvarteret“ ehrenamtlich zu arbeiten.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da man sich vorwiegend auf Englisch unterhält und das Studium auf Englisch ist, haben sich meine Kenntnisse dahingehend verbessert.

Außerdem bietet die Uni Bergen Norwegischkurse für die Erasmus-Studenten an, den ich weiterempfehle. Man erlangt gute Grundkenntnisse, welche man auch direkt anwenden kann, gleichzeitig erhält man durch die Kurse Leistungspunkte.

Wohn- und Lebenssituation

Über die Universität wird jedem Studenten ein Wohnheimplatz garantiert. Die meisten Erasmus-Studenten bekommen einen Platz in Fantoft. Ich hatte ein Zimmer im Studentenwohnheim Grønneviksøren. Dort wohnen vorwiegend Norweger und es ist näher am Stadtzentrum, was es mir möglich machte, immer zu Fuß in die Stadt gehen zu können und mir so das Bahnticket zu sparen.

Zu beachten ist jedoch, dass die Wohnheime alle nicht ausgestattet sind, es also keine Decken und Kissen, kein Geschirr und keine Töpfe, Pfannen etc. gibt. Eine Ausnahme sind die 16er-WGs in Fantoft.

Da Bergen eine eher kleine Stadt ist, sind alle Dinge sehr gut und schnell erreichbar. Es gibt eine Bahn, die regelmäßig und pünktlich kommt, sowie etliche Busse. Die Bahn fährt unter Woche nur bis ca. 1 Uhr nachts und am Wochenende bis ca. 4 Uhr.

Norwegen ist ein ziemlich teures Land. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dort Arbeit zu finden, beispielsweise auf dem Fischmarkt oder in einem Café, ist das eine sehr gute Möglichkeit, um gut über die Runden zu kommen. Ansonsten sollte man ungefähr 1000 Euro im Monat einplanen. Günstig einkaufen kann man unter anderem in den Läden „Kiwi“ und „Rema 1000“ oder in kleinen Gemüse- und Obstläden in der Stadt. Alkohol kann man allerdings nirgendswo günstig bekommen, also solltet ihr euren Besuch immer fragen, ob er vielleicht etwas mitbringen könnte.

Ansonsten kann man sagen, dass Norwegen das perfekte Land ist, um zu reisen und zu wandern. Gerade am Anfang, wenn noch gutes Wetter ist, sollte man so viel mitnehmen, wie man kann. Durch Erasmus-Netzwerke wie ESN werden auch regelmäßig Aktivitäten wie Fjordtouren oder Reisen z.B. nach Lappland angeboten, die ich nur empfehlen kann.

Außerdem besteht die Möglichkeit als Student sehr günstig Karten für Konzerte oder andere Veranstaltungen in den Grieghallen zu bekommen, was ich auch auf jeden Fall einmal während des Aufenthaltes in Bergen machen würde.

Sonstiges

Was man auf jeden Fall in Norwegen braucht, ist eine Kreditkarte. Klar kann man auch mit Bargeld zahlen, aber das meiste läuft doch über die Karte.

Was man auch wissen sollte, ist, dass es in Bergen unglaublich viel regnet. Daran gewöhnt man sich aber schnell.

Außerdem kann ich nur empfehlen, so viel zu reisen, wie möglich. Von all den Orten wo ich war, fand ich die Lofoten am schönsten und kann euch nur raten, da auch hinzufahren!

Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen


Rückblick

Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich das Auslandssemester wirklich machen sollte oder nicht, da ich meine Regelstudienzeit nicht durcheinander bringen wollte. Sobald ich aber in Norwegen ankam, wurde mir klar, dass das eine der besten Entscheidungen war. Bergen ist eine sehr schöne Stadt, die viel zu bieten hat, Norwegen generell ein atemberaubendes Land und auch die Leute dort sind alle super nett und freundlich. Ich würde das Auslandssemester jederzeit wieder machen und kann auch nur jedem anderen empfehlen, das zu tun!

Norwegen

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