uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Mich interessieren zwei Themenbereiche sehr. Erstens sind dies Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik und zweitens Themen rund um Innovationen/Digitalisierung, besonders im Kontext des öffentlichen Sektors. Wenn man beide Interessensschwerpunkte in einem Auslandsaufenthalt kombinieren möchte, gibt es wenige Orte in der Welt, die für beide Bereiche so sehr von Interesse sind wie Israel. Neben den genannten Schwerpunkten hat mich Israel aufgrund der gemeinsamen Geschichte besonders interessiert. Erste Einblicke in das Land, Menschen und Kultur habe ich durch zwei Urlaube bereits erhalten, welche meinen Wunsch, für längere Zeit im „Heiligen Land“ zu Leben, verstärkt haben. Da die Universität Potsdam eine Hochschulpartnerschaft mit der Tel Aviv University (TAU) hat und ich unbedingt an der Einrichtung in Tel Aviv studieren wollte, habe ich mich im Hochschulauswahlverfahren beworben und freundlicherweise die Zusage für den Austauschplatz bekommen. Aufgrund der Hochschulpartnerschaft wurden mir die Studiengebühren an der Tel Aviv University erlassen, was die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes erheblich erleichtert hat.  Nach der Nominierung durch die Uni Potsdam habe ich eine Mail der Koordinatorin der TAU erhalten, welche erklärt hat, wie die Bewerbung als Austauschstudent abläuft und bis wann ich welche Unterlagen einreichen muss. Die Kontaktaufnahme war sehr unkompliziert und das Bewerbungsverfahren einfach. Da die TAU den DAAD- Sprachnachweis akzeptiert, musste ich keine TOEFL oder IELTS-Test machen, wodurch der Vorbereitungsaufwand gering war. Nach der erfolgreichen Bewerbung bekam ich eine schriftliche Bestätigung von der TAU. Mit dieser war es für mich möglich, einen Termin in der Israelischen Botschaft in Berlin zu vereinbaren, wo ich ein Studentenvisum beantragen musste. Neben der Bearbeitungsgebühr und den erforderlichen Unterlagen ist der Beantragungsprozess unkompliziert und innerhalb von zwei Wochen erledigt. Wichtig ist zu beachten, dass man in die Botschaft keine Taschen aus Sicherheitsgründen mitnehmen darf und vor dem Eintritt eine Sicherheitsbefragung stattfindet. Für meinen Aufenthalt habe ich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, welche auch als Nachweis von der TAU benötigt wird. Günstige Onlineangebote findet man am besten im Internet. Ich musste glücklicherweise die Leistungen nie in Anspruch nehmen, habe aber von Kommilitonen nur Positives über das israelische Gesundheitswesen gehört. 


Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation (B.A.)

Aufenthaltsdauer:  09/2018 - 01/2019

Gastuniversität:Tel Aviv University

Gastland: Israel

Studium an der Gastuniversität

 Die ersten Wochen an der TAU waren von einem Dozentenstreik geprägt, wo junge Dozenten und Nachwuchswissenschaftler bessere Arbeitsbedingungen gefordert haben. Kurse bei den Dozenten fielen die ersten Wochen aus. Da ich nur andere Kurse aus dem International Program gewählt hatte, war ich vom Streik nicht betroffen. Die Kurse aus dem International Programm werden explizit für internationale Studenten angeboten, aus dem Grund kommt man mit vielen Gaststudenten im Kurs in Kontakt, aber leider keinen israelischen Studenten. Grundsätzlich merkt man an der TAU den amerikanischen Einfluss, den man in Israel öfters spürt. Neben deutschen und französischen Austauschstudenten waren die Amerikaner mit Abstand die größte Gruppe an Gaststudenten. Ich habe folgende Kurse an der TAU absolviert: „Israeli Politics“, „Iran and regional developments“ und „Intelligence in National Security and Strategy“. Der Kurs „Israeli Politics“ gibt einen Einblick in die israelische politische Kultur und Gesellschaft. Der Kurs nimmt immer wieder Bezug auf das amerikanische politische System. Ich kann den Kurs empfehlen, um einen Einblick in die israelischen Debatten zu bekommen. Positiv war auch, dass aktuelle Entwicklungen thematisiert wurden. Der Kurs ist explizit auch an Nicht-Politikwissenschaftler gerichtet, wodurch das Anforderungsniveau aus fachlicher Sicht gering ist. Der Kurs „Iran and regional developments“ beschäftigt sich aus interdisziplinärer Sicht mit aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten mit einem Fokus auf den Iran und die iranische Sichtweise auf die Welt. In diesem Kurs spielen neben politischen, wirtschaftlichen, sicherheitsrelevanten Themen besonders auch religiöse Fragestellungen eine Rolle. Die Dozentin war sehr gut und man merkte, dass sie sich ihr ganzes Leben mit der Region beschäftigt hatte. Mein absolutes Highlight war der Kurs „Intelligence in National Security and Strategy“. Da mich Sicherheitspolitik sehr interessiert und die Rolle von Geheimdiensten ein spannendendes Themenfeld ist, war für mich klar, dass ich diesen Kurs absolvieren möchte. Der Kurs zeichnete sich neben einer Forschungsorientierung insbesondere durch hohen praktischen Bezug aus. Das lag auch daran, dass der Dozent selbst 30 Jahre im israelischen Geheimdienst- und Sicherheitsbereich tätig war. Der Kurs war methodisch sehr gut aufgebaut und zwei Gastvorträge haben unterschiedliche Perspektiven auf die Inhalte einfließen lassen. Ich habe selten einen so spannenden und guten Kurs erlebt. Die Leistungsanforderungen allgemein an der TAU würde ich als etwas einfacher ansehen als bei uns, da die Ausrichtung der Kurse weniger forschungsorientiert ist. Dafür ist der Aufwand während des Semesters aber definitiv höher als bei uns. Die Betreuung durch die Dozenten und Verwaltungsmitarbeiter war gut, man muss aber kulturelle Unterschiede im Vergleich zu Deutschland berücksichtigen. Aus dem Grund ist Eigeninitiative gefragt. Die Ausstattung der Uni ist gut, auch wenn ich zum Beispiel die Bibliothek nur sehr selten genutzt habe.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

 In den Kursen hatte ich leider keine einheimischen Studenten, aber dafür kommt man sehr einfach mit Einheimischen außerhalb der Kurse in Kontakt. Die Israelis sind sehr neugierig und offen. Der Austausch mit den anderen Gaststudenten war sehr einfach, was auch daran lag, dass mein Mitbewohner zum Beispiel aus den Niederlanden kam und ebenfalls Gaststudent war. Wie so oft bilden sich auch Gruppen von Austauschstudenten. Da es viele deutsche Gaststudenten gab, musste man sich entscheiden, wie man seine Zeit verbringt. Mir persönlich war es wichtig, viel Zeit mit anderen Austauschstudenten zu verbringen, damit die internationale Erfahrung stärker zur Geltung kommt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

 Da man bereits einen C1-Nachweis braucht, um an der TAU zu studieren, war die Entwicklung meiner Englischkenntnisse nicht sehr stark, aber meinen Fähigkeiten hat dies definitiv gutgetan und ich konnte sie ausbauen. Ein Vorteil ist auch gewesen, dass an der TAU und in Israel viele englischsprachige Muttersprachler leben, wodurch das Sprachniveau besonders hoch ist.

Wohn- und Lebenssituation

Am einfachsten ist es, nach Israel zu reisen und vor Ort nach einer Wohnung/Zimmer zu suchen. Der Markt in Tel Aviv ist sehr dynamisch und das Mieten von Zimmern im Voraus ist sehr untypisch. Grundsätzlich sind die Wohnungen besonders von außen oft in einem schlechteren Zustand, als wir das aus Deutschland kennen. Die Preise in Tel Aviv sind sehr hoch, da es eine der teuersten Städte der Welt ist. Ich habe für mein kleines Zimmer ca. 600 EUR im Monat bezahlt und habe ca. 20 Minuten zur Uni und zum Strand gebraucht. Der ÖPNV findet in Tel Aviv meistens per Bus statt. Morgens und Abends gibt es viele Staus. Wichtig ist zu erwähnen, dass zum Shabat kein ÖPNV fährt. Als Ersatz kann man Sammeltaxis nutzen. Dass kein ÖPNV am Shabat fährt, macht das Reisen per ÖPNV am Wochenende in Israel sehr schwierig. Gleiches gilt auch für den Flughafen. Dieser ist am Shabat in Betrieb, die einzige Möglichkeit ihn zu erreichen oder zu verlassen sind aber nur Taxis. Dies sollte unbedingt bei der Buchung des Fluges berücksichtigt werden.
Freizeitangebote gibt es viele in Tel Aviv, da die Stadt sehr jung und grün ist. Am Strand kann man baden gehen und findet auch überall Sportgeräte. Die Clubkultur in Tel Aviv ist weltweit bekannt und grundsätzlich ähnelt sie Stadt etwas der Berliner Mentalität.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenhaltungskosten sind sehr hoch. Je nach Lebensstil wird das Leben vor Ort sehr viel teurer als in Deutschland. Ich habe pro Monat ca. 1300 EUR ausgegeben. Außerhalb von Tel Aviv ist das Leben günstiger. Es empfiehlt sich, besonders Dienstleistungen und Essen in arabischen Gegenden in Anspruch zu nehmen, da die oft günstiger sind.

Studienfach: Politik, Verwaltung und Organisation (B.A.)

Aufenthaltsdauer:  09/2018 - 01/2019

Gastuniversität:Tel Aviv University

Gastland: Israel


Rückblick

Ein Aufenthalt in Israel und an der TAU war eine der besten Entscheidungen meines Lebens und hat mich persönlich, akademisch und mit Blick auf meine Berufschancen sehr weitergebracht. Ich kann das Abenteuer nur empfehlen und um die Sicherheit muss man sich keine Sorgen machen!

Israel

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Hier finden Sie alle Informationen zur Finanzierung Ihres Auslandsaufenthaltes und zu den Stipendien.