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Hochschulpartnerschaft Erfahrungsbericht - Hebrew University of Jerusalem


Studienfach: M.A. Internationale Beziehungen

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Hebrew University of Jerusalem

Gastland: Israel

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Die Entscheidung für einen Auslandsaufenthalts war geleitet von meinem Wunsch an die Hebräische Universität zurück zu kehren. In 2014 absolvierte ich dort bereits ein Auslandssemester und knüpfte für mich wertvolle Kontakte mit DozentInnen und politischen Organisationen. Damals legte ich meinen Schwerpunkt auf den Mittleren Osten und verfolge diesen bis heute. Das Angebot der Universität Potsdam einen Austausch mit der Hebräischen Universität zu machen war daher eine gute Gelegenheit für mich meinen Fokus weiter zu verfolgen.
Die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule war ein mir ebenfalls bekannter Prozess. Zwar herrschten anfänglich bürokratische Unklarheiten, doch fand ich stets Hilfe von MitarbeiterInnen die mich zurück auf den richtigen Pfad brachten. Das Zusammentragen der Unterlagen erfordert Aufwand und hohe Konzentration, denn jede Hochschule hat ihre eigenen Verfahren und Vorgänge. Die Wochen der Vorbereitung waren aus diesem Grund mit Stress und einem großen Arbeitsaufwand verbunden, doch wenn dies einmal hinter einem liegt, dann gilt es durchzuatmen und für mich war jeder Austausch den vorherigen Aufwand wert. Es ist eine sehr bedeutsame Möglichkeit während des Studiums in ein neues Land zu gehen, kennenzulernen wie andere Universitäten Wissen vermitteln und nach wenigen Stunden Flug in einer neuen Kultur und einem neuen Klima zu sein, von der Autobahn zum Flughafen Tegel nach Tel Aviv in ein Sammeltaxi, dass einen durch die Wüstenlandschaft Israels nach Jerusalem fährt.

Studium an der Gastuniversität

Die Hebräische Universität hat einen eigenen Campus für international StudentInnen eingerichtet mit dem Namen Rothberg International School (RIS). Alle Kurse sind dort auf Englisch und es gibt’s eine Vielzahl an Sprachkursen für alle Level in Hebräisch und Arabisch. Es wird Austauschstudentinnen empfohlen die Kurse von dem Kurrikulum der RIS zu wählen. Um jedoch das Klima einer israelischen Hochschule kennenzulernen hielt ich es für wichtig den geschützten Raum für BesucherInnen des Landes zu verlassen und ebenfalls in dem Hauptgebäude Kurse zu wählen. Dies erforderte ein wenig Recherche, da die ECT-Verteilung dort anders verläuft und es ein mittlerer Arbeitsaufwand ist herauszufinden welche Kurse auf Englisch stattfinden und wo sie sich im Labyrinth des Campus befinden.
Die Anforderungen der RIS-Kurse beinhalten wöchentliche Arbeitsaufträge, sowohl wie eine Midterm-Prüfung und eine Prüfung am Ende des Semesters. Im Vergleich zu deutschen Hochschulen ist das System verschulter und der vorgegebene Arbeitsaufwand grösser. Die Auswahl der Kurse war groß und ich konnte alle Kurse belegen für die ich mich interessierte. Die RIS hat eine Abteilung für international Bachelor- und MasterstudentInnen wo stets AnsprechpartnerInnen verfügbar sind. Wenn es manchmal auch mehrere Anläufe bedarf, stand man nie vor verschlossenen Türen und der Kontakt mit den MitarbeiterInnen der RIS verlief auf einer persönlichen Ebene. Auch die DozentInnen bemühten sich um einen engen Kontakt mit ihren StudentInnen und kennen die meisten ihrer StudentInnen beim Vornamen.
Einer der Schwerpunkte der RIS ist es den StudentInnen Einblick in die israelische Gesellschaft zu gewähren und so hatten wir die Möglichkeit viele Ausflüge als Teil des Kurrikulums zu machen. Außerdem gab es eine Abteilung für Freizeitbetreuung, wo israelische StundentInnen arbeiten und sich um alle persönlichen Anliegen der StudentInnen kümmern.
Neben einer eigenen Bibliothek der RIS konnten wir auch die Hauptbibliothek oder eine der anderen Fachbibliotheken nutzen die alle mit Internet und Arbeitsplätzen ausgestattet sind. Des Weiteren gab es Ruheräume für die langen Tage und preisgünstigen Kaffee an jeder Ecke. In den Pausen saßen wir oft auf einer der vielen angelegten Rasenflächen auf denen uns Katzen um die Beine strichen in der Hoffnung einen Happen unseres Mittagessens zu ergattern. Was mir fehlte war ein Sportprogramm. Zwar hat die Hebräische Universität ein sehr luxuriöses Sportzentrum mit Schwimmbad, jedoch ist die Mitgliedschaft darin sehr teuer.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Um in den Kontakt mit anderen ausländischen StudentInnen zu kommen hat sich die RIS vieles überlegt, organisiert Treffen und Ausflüge. Um den Kontakt mit Einheimischen muss man sich jedoch selbst bemühen. Dazu hilft es Kurse in dem Hauptgebäude zu wählen und sich gegen die Unterbringung in dem Studentvillage zu entscheiden. Um es den StudentInnen zu erleichtern empfiehlt die Hebräische Universität ein Zimmer in den Dorms zu belegen. Diese, wie auch der Campus der Hebräischen Universität selbst, sind jedoch außerhalb des Stadtzentrums gelegen. Meine Entscheidung lieber den langen Weg zur Universität auf mich zu nehmen und dafür im Stadtzentrum zu leben kann ich nur weiter empfehlen, um Land und Leute kennenzulernen. Die Israelis sind ein sehr hilfsbereites und offenes Volk und so vergeht kaum ein Abend in einer Bar oder Besuch eines Events ohne mit jemanden in Kontakt zu treten. Immer wieder habe ich neue spannende Leute kennengelernt die mir Dinge erklärten, Orte zeigten oder auch über den neusten Film mit mir sprachen. Die Israelis sind direkt und offen, wenn auch manchmal ein wenig schwierig ist Pläne zu machen so ist am Ende doch immer alles Sababa.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die RIS bietet einen intensiven Sprachkurs von 10 Stunden pro Woche an. Dieser ermöglicht es einem direkt ins Hebräisch oder Arabisch einzutauchen. Die Sprachen an sich sind jedoch nicht einfach zu lernen und so hatte ich nach einem Semester nur die Grundlagen gelernt. Außerdem kommt man sehr gut mit Englisch zurecht was die Überwindung erschwert es mit seinen Brocken Hebräisch zu versuchen. Die Kurse an der RIS finden alle auf einem hohen englischen Niveau statt, viele der DozentInnen kommen aus den Vereinigten Staaten oder haben dort zuvor gelebt, was ihr Sprachniveau einwandfrei macht.

Wohn- und Lebenssituation

Wenn man sich dafür entscheidet in die Dorms zu ziehen, dann muss man dies lediglich auf seinem Bewerbungsformular angeben und die Universität übernimmt alles Weitere. Wenn man hingegen im Stadtzentrum leben möchte ist es ein wenig komplizierter. Jerusalem ist eine teure Stadt mit wenig Wohnraum und so muss man auch für sehr spatanische Räume meist 500 Euro bezahlen. Die Lebensverhältnisse sind härter, die Einkommen der Menschen geringer und die Ausgaben höher, an diesen Gedanken muss man sich gewöhnen und wenn es geht rechnet man am Besten NIS nicht in Euro um, denn das Ergebnis ist oft sehr schmerzhaft. Die Mentalität der Israelis ist sehr an das jetzt gebunden, im Voraus wird nur ungern geplant und so ist es auch nicht ungewöhnlich das zu vermietende Zimmer gerade einmal eine Woche vor freiwerden ins Internet gestellt werden. Die frühzeitige Suche ist daher nicht zu empfehlen, stattdessen sollte man sehr überzeugend auftreten bei den kurzfristigen  angeboten – es ist immer besser anzurufen als eine Nachricht zu schreiben und vorbei zu gehen anstatt zu telefonieren. Bei den Mieten kommen oft noch Arnona und Nebenkosten hinzu, die im Winter sehr hoch ausfallen können da mit elektrischen Heizern geheizt wird und die Häuser kaum isoliert sind. Arnona ist eine Form der Steuer, bei der StudentInnen jedoch 80% sparen können, es ist daher wichtig im Vorhinein mit seinen Vermietern zu sprechen wie die Handhabung ist und ob man sich eigenständig darum kümmern muss oder es jemand für das Haus regelt. Öffentliche Verkehrsmittel braucht man vor allem zwischen der Universität und dem Stadtzentrum, es gibt vielzählige Buslinien und eine Tram die von Osten nach Westen führt. Für wenig Geld kann man auch mit Langstrecken Bussen nach Haifa, Tel Aviv oder jede andere Stadt fahren. Für StudentInnen gibt es auch hier unterschiedliche Angebote entweder Jahrestickets oder Discount-Karten zu erlangen. Hier lohnt es sich im Vorhinein auszurechnen wie viel man fahren wird und was das günstigste Angebot für einen ist. Ich entschied mich dazu ein Fahrrad zu kaufen und verzichtete daher auf ein StudentInnenticket.
Die Krankenversicherung wird über die Universität geregelt und ist verpflichtend. Zusätzlich musste ich Abgaben an meine deutsche Krankenversicherung zahlen, was zu hohen Kosten führte. Meine Bankgeschäfte regelte ich über mein DKB-Konto, es gibst jedoch auch Vermieter die Checks von ihren Mietern wünschen, in diesem Fall sollte man ein Konto bei einer israelischen Bank eröffnen.
Handy-Verträge kann man sehr günstig abschließen, ich habe mich für ein Prepaid-Angebot entschieden bei dem ich monatlich 12 Euro zahle und dafür telefonieren und surfen kann. Es lohnt sich zu unterschiedlich Shops zu gehen und Preise zu vergleichen, da es hier große Unterschiede gibt. Die günstigsten Lebensmittel gibt es auf dem Markt (Shuk), die Supermärkte sind hingegen teuer. Am Freitagnachmittag wird die Stadt jede Woche ruhig und alles schließt. Samstagabend gibt es dann wieder einige Einkaufsmöglichkeiten und auch die Tram beginnt wieder ihren Service. Freizeitangebote gibt es in Jerusalem sehr viele, neben kulturellen und politischen Angeboten lohnt es sich auch immer über das Wochenende eine andere Stadt zu erkunden, ans Tote Meer zu fahren oder sich in Tel Aviv an den Strand zu legen. Israel ist ein sehr kleines Land und daher gut erkundbar und sehr vielfältig. Auch das Sportangebot ist vielseitig wenn auch nicht immer übersichtlich.

Studienfach: M.A. Internationale Beziehungen

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Hebrew University of Jerusalem

Gastland: Israel


Rückblick

Das Auslandsemester war eine sehr spannende Erfahrung an der ich mich immer wieder neu herausgefordert fühlte offen meinen eigenen Einschätzungen und neuen Erfahrungen gegenüberzustellen. Die Umstände in diesem Land sind äußerst komplex und wenn man sich darauf einlässt kann man einiges über diesen Ort aber auch sich selbst lernen wie wir doch dazu neigen Dinge vereinfacht zu betrachten und erst mit Erfahrung Anreize bekommen unsere eigenen Ansichten in Frage zu stellen und die Bereitschaft zu erlernen offen zu sein für die Vielschichtigkeit auch der alltäglichsten Tatsachen. Dies zu verinnerlichen hilft um das meiste aus dem Aufenthalt mitzunehmen. Des Weiteren sollte man sich darauf einstellen dass es ein teures Land ist und man Abstand davon nehmen muss einen ähnlichen Lebensstandard wie in Deutschland zu bewahren, neue Anschaffungen sind jedoch meist auch nicht möglich da viel durch Nachbarschaftlichkeit sich löst. Auf Menschen zuzugehen und um Hilfe zu bitten lohnt sich hier immer, denn nur so lernt man wie man Kosten umgeht und die schönsten Orte sieht. Die Visabestimmungen ändern sich leider oft, darum kann ich darüber kaum aussagen treffen außer sich nicht aus der ruhe bringen zu lassen auch wenn einem Steine in den Weg gelegt werden, am Ende klappt es fast immer.

 

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