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Ein Semester in Tallinn

Noch vor dem eigentlichen Erasmusaufenthalt konnte ich mich bestens mit Informationen über diverse Veranstaltungen oder die Erasmusseiten auf der Website der Uni Potsdam belesen. Somit ging die Vorbereitung recht zügig von dannen und auch bei der Bewerbung an der Gasthochschule selbst gab es keinerlei Probleme, jedoch war es sehr bürokratisch und mit einem intensiven Zeitaufwand verbunden. Nachdem ich die Zusage für Tallinn bekommen habe, wurde ich von der Universität Tallinn angeschrieben und über alle organisatorischen Angelegenheiten sehr gut informiert.


Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Tallinn University

Gastland: Estland

In der Einführungswoche wurde uns, so wie auch in Potsdams erster Woche, das Studiensystem erklärt. Das System nach Bachelor und Master ist dasselbe, jedoch erfolgt die Notenvergabe in Buchstaben (A, B, C, D, E, F) oder wird einfach in bestanden bzw. nicht bestanden gewertet.  Schnell wurde uns ein email-Account angelegt und wir lernten, wie wir uns in die Kurse einschreiben. Da mein Studiengang eher klein war, stand mir meine Tutorin jederzeit zur Seite, was bei dem Wählen der Kurse eine große Hilfe war. Die Organisation für die Erasmusstudenten meiner Fakultät war vor allem zu Anfang eher mäßig strukturiert. Viele Dozenten waren sich gar nicht bewusst, dass sie Erasmusstudenten in ihren Kursen haben, wodurch wir extra Termine für die englischsprachigen ausmachen mussten, was sich nach einiger Zeit auch eingependelt hat. Die Anforderungen der Kurse selbst sind nicht mit denen der deutschen zu vergleichen. Vor allem im Sportbereich geht die Abnahme der Leistung primär über Präsentationen statt über Klausuren.

Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Tallinn University

Gastland: Estland

Studium an der Gastuniversität

Bezüglich des Studienklimas lässt sich sagen, dass Esten in der Regel eher reserviert sind und es somit schwer ist, Kontakte zu knüpfen, wenn man nicht selbst auf sie zugeht. Doch nach einigen Versuchen konnte ich zum Ende hin ein paar Estinnen zu meinen Freunden zählen. Technisch gesehen steht Estland Deutschland in nichts nach. Sowohl die Vorlesungsräume als auch die Seminarräume sowie die Bibliothek waren bestens ausgestattet.

Sprachkompetenz

Während meines Aufenthaltes war es mir leider nicht möglich, estnisch als Sprache zu lernen. Entweder waren die Kurse zu Beginn natürlich direkt voll oder haben zeitlich nicht in meinen Stundenplan gepasst. Dennoch war es möglich, andere Sprachen wie beispielsweise russisch oder in meinem Fall spanisch zu lernen. Da ich wenig mit Deutschen zu tun hatte, wurde mein Englisch auch dementsprechend besser.

Leben und Wohnen in Tallinn

Das Leben und Wohnen in Tallinn unterscheidet sich, sofern man nicht in den Wohnheimen lebt, preislich nicht stark von dem in Deutschland. Ich habe mich ca. 1-2 Monate im Voraus über diverse Facebook Seiten über Wohnungen und WGs in Tallinn informiert und darüber auch eine WG gefunden, mit welcher ich bis zum Ende sehr zufrieden war. Auf der Internetseite der Universität Tallinn selbst werden ebenfalls Seiten für die Wohnheime sowie Seiten für Wohnungen selbst aufgelistet. Tallinn an sich ist nicht sehr groß und da sich die ganzen Freizeitaktivitäten meisten auf die Altstadt konzentrierten und die Universität auch sehr zentral liegt, ist es leicht eine Unterkunft zu bekommen, die die Nähe zu beidem bietet. Vieles in Tallinn ist zu Fuß zu beschreiten, sofern man dennoch lieber Tram und Bus nimmt, ist es möglich sich Monatskarten in jedem R-Kiosk zuzulegen oder eine Card of Residence zu erhalten, was einem einen fünfjährigen Aufenthalt in Estland sowie die freie Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Tallinns ermöglicht. Dazu gibt es aber in der ersten Woche ausreichend Informationen.

Bezüglich der Krankenversicherung habe ich mich im Voraus mit meiner Versicherung in Deutschland auseinandergesetzt und mich demensprechend beraten lassen.

Die Altstadt in Tallinn bietet eine schöne mittelalterliche Atmosphäre mit zahlreichen Ausgehmöglichkeiten. Tallinn liegt direkt an der Baltischen See und so konnte ich die ersten Tage meines Aufenthaltes sogar noch am Strand verbringen. Estland besteht zu 50% aus Wald und hat eine wunderschöne einzigartige Natur, was zu vielen Outdooraktivitäten wie Radfahren oder Kanufahren einlädt.

Bevor ich nach Estland kam, war mir die Nähe zu den Nachbarländern nicht so bewusst. Die Lage Tallinns lädt zu vielen Reisen ein, so ist es beispielweise möglich innerhalb von 2h das gegenüberliegende Helsinki für einen Tagesausflug zu besuchen. Das Erasmus Student Network (ESN) der Uni bietet zudem auch viele Freizeitangebote, wie Tagestouren, Museumsbesuche, Spiele- und Kochabende, Reisen sowie –natürlich- unvergessliche Partys an. Das bietet einem durchweg die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen. An Reisen habe ich einen Südestlandtrip sowie eine Reise nach St. Petersburg und Lappland mitgenommen, welche ich alle nur empfehlen kann. In Russland ist man ohne ESN allerdings besser dran, da der Zeitplan streng getaktet ist und man ohne organisierten Trip auch die Möglichkeit hat, günstig nach Moskau zu kommen, was einige meiner Erasmusfreunde gemacht haben. Lappland hingegen ist wirklich lohnenswert und auch der Ritt auf einem Husky Schlitten ist ein Erlebnis, was ich jedem empfehlen kann. Des Weiteren sind Lettland und Litauen einen Wochenendsbesuch wert und mit Ecolines schnell und günstig zu erreichen. Doch auch andere Länder, wie Norwegen und Schweden sind mit Flugzeug, oder Fähren (Tallink) gut zu erreichen. Wir hatten sogar die Möglichkeit aufgrund günstiger Flüge nach Island zu reisen.


Rückblick

Rückblickend würde ich Tallinn als Auslandsaufenthalt jedem empfehlen, der gerne reist, Outdoorsport mag und sich für Altstadtflair begeistern kann. Das Auslandssemster hat mir viele neue und internationale Freunde beschert und mich um einige Erfahrungen reicher werden lassen. Allerdings finde ich, ist das 5. Semester nicht das geeignetste Semester um unimäßig weiter zu kommen, da viele Kurse, welche man eventuell hätte anrechnen lassen können, schon in Deutschland hatte und vieles eben auch nur auf Estnisch unterrichtet wird.

 

Estland

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