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Universidad Costa Rica

Meine Entscheidung ein Auslandssemester zu machen, stand für mich schon zu Beginn des Bachelorstudiums fest, weswegen ich es auch schon für das 4. Semester geplant hatte. Der Zeitpunkt, zu welchem ein Auslandsaufenthalt gewählt werden sollte, ist meiner Meinung nach eine sehr individuelle Entscheidung und man sollte auch vor einem früheren Zeitpunkt im Studium nicht zurückschrecken, wenn sinnvolle Gründe zu dieser Wahl beitragen.
Da ich auf jeden Fall nach Lateinamerika wollte, um als angehende Biologin die faszinierende Natur dieses Kontinents zu erforschen und besser kennenzulernen und meine Spanischkenntnisse zu vertiefen, kamen Kolumbien und Costa Rica in Frage, und auf Letzteres fiel dann meine endgültige Auswahl.
Die Vorbereitungen und die Bewerbung an der Universität Potsdam für ein Auslandssemester über eine Hochschulpartnerschaft beginnen ca. ein dreiviertel Jahr vor der Abreise. Man benötigt dafür unter anderem ein Motivationsschreiben, eine Notenübersicht, einen Sprachnachweis und ein Empfehlungsschreiben. Nach einem Auswahlgespräch, in welchem nochmals die Motivationsgründe und die sprachlichen Kenntnisse von einer Auswahlkommission der UP eingeschätzt werden sollen, kam nach der Zusage des International Office im August 2016 die eigentliche Bewerbung für einen Platz an der Universidad de Costa Rica (UCR). Hierfür braucht man weitere Unterlagen, wie ein kurzes Motivationsschreiben auf Spanisch und einen Liquiditätsnachweis, zusätzlich zu den obigen Dokumenten. Ende des Jahres 2016 wurde eine Informationsveranstaltung des International Office organisiert, um alle weiteren Fragen zur Finanzierung, Anrechnung der Leistungen, Beurlaubung und Krankenversicherung bezüglich eines Auslandssemesters zu klären.
Nach der Zusage der UCR im November, musste man sich um ein vorläufiges Studentenvisum kümmern, welches nach Einreichen aller Dokumente innerhalb einiger Wochen ausgestellt wird. Um zum Schluss den Stress durch die Besorgung wichtiger Unterlagen wie einem polizeilichen Führungszeugnis und einer internationalen Geburtsurkunde so gering wie möglich zu halten, war es hilfreich diese schon vor der endgültigen Zusage der Gastuniversität zu beantragen und sich außerdem frühzeitig um die Dokumente zu kümmern, welche für die Beantragung des endgültigen Studentenvisums in Costa Rica benötigt werden. Das International Office der UCR war während des ganzen Visumsprozesses ein zuverlässiger Ansprechpartner, welcher mit viel Geduld half und alle Unklarheiten aufklärte.
Die Komplexität des Bewerbungsprozesses und die Beantragung eines Visums im speziellen Fall für Costa Rica, können zu Beginn abschreckend wirken. Jedoch hilft es frühzeitig dem Leitfaden, welcher von der UCR vorgegeben wird, zu folgen und sich bei den Seiten „Studium im Ausland“ gründlich zu informieren, um die Zeit, welche zwischen der Zusage des International Office und der Abreise liegen, sinnvoll zu nutzen. So muss am Ende nicht alles auf einen Schlag organisiert und besorgt werden. Vorab kann ich schon mal sagen, dass sich der ganze organisatorische Aufwand lohnt, denn schon nach der ersten Woche in Costa Rica, in welcher  ich begann das Land und die Leute erst richtig kennenzulernen, war der Vorbereitungsstress ganz schnell vergessen!


Studienfach: Biowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 03/2017 - 08/2017

Gastuniversität: Universidad de Costa Rica

Gastland: Costa Rica

Studium an der Gastuniversität

Nach meiner Anreise in San José fand die Einführungsveranstaltung an der Universidad de Costa Rica statt, bei welcher Themen wie die Uni selbst, der weitere Visumsprozess, wichtiges zu Costa Rica und dem Leben und Studieren vor Ort besprochen wurde und man erste Kontakte zu den anderen Austauschstudierenden und den Mentoren der UCR knüpfen konnte. Bezüglich der endgültigen Kurswahl gab es zusätzlich einen Termin mit den Professoren, die einem dabei halfen einen realistischen Stundenplan zu erstellen und weitere Informationen zu den Kursen gaben.

Das Studienklima an der Universidad de Costa Rica habe ich als sehr angenehm, gesellig und motiviert empfunden. Der Hauptcampus Rodrigo Facio, auf dem ich mich hauptsächlich aufgehalten habe, ist sehr grün und ruhig (ab und zu lassen sich sogar Faultiere blicken). Während des Sommersemesters gibt es viele Aktivitäten an der Uni, wie die Willkommenswoche und die Universitätswoche, bei welchen der Universität noch mehr Leben durch Stände, Konzerte und Ausstellungen von Studierenden für die Öffentlichkeit, eingehaucht wird. Die Universität ist mit zahlreichen Bibliotheken und einem großen Sportcampus mit einem vielfältigen Sportangebot ausgestattet, auf welchem ich das Schwimmbad besonders an heißen Tagen gern genutzt habe.

In Bezug auf das Studium an der Fakultät für Biologie aber auch für die Universität generell, kann das Studium an der UCR mit dem schulischen System in Deutschland am besten verglichen werden, da man in Klassenräumen mit einer überschaubaren Anzahl an Kommilitonen studiert hat, Hausaufgaben abgeben, Tests schreiben und Präsentationen halten musste. Besonders angenehm fand ich es, dass die Endnote aus den verschiedenen Leistungen, die man während des ganzen Semesters erbringen musste, zusammenstellt wurde, wobei zwei bis drei Klausuren über das Semester verteilt den größten Anteil erbrachten. Das Verhältnis zu den Professoren war sehr offen und respektvoll und man konnte immer Fragen stellen und bei jeglichem akademischen Anliegen wurde einem gerne geholfen.

Ich habe insgesamt 3 Kurse belegt. Jede Einheit (Vorlesung oder Labor) eines Kurses dauert drei oder zwei Stunden, weswegen ein Leistungspunkt an der UP ungefähr einem crédito an der UCR entspricht. Um die Anerkennung nach der Rückkehr zu erleichtern, empfehle ich, schon vor Abreise ein Learning Agreement mit dem Prüfungsausschuss des eigenen Faches abzuschließen und die mögliche Belegung der Kurse zu besprechen.

Ich war rückblickend unglaublich zufrieden und begeistert von meiner Kurswahl und den Dingen, die ich dabei gelernt habe, da ich während des Auslandssemesters in Costa Rica das Gefühl hatte, insgesamt auch mehr während des Semesters zu lernen und nicht nur alles zum Ende des Semesters für die Modulklausur. Ich kam zudem mit Thematiken in der Biologie in Kontakt, die in dieser Form nicht an meiner Heimatuniversität angeboten werden, weswegen meine akademischen Erwartungen an ein Auslandssemester in jeder Hinsicht übertroffen worden sind.

 

Kontakte zu ausländischen und einheimischen Studierenden

Die ersten Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden konnten schon ab der Einführungsveranstaltung geknüpft werden, wodurch man sich gleich eingebunden gefühlt hat. Dies fand ich besonders gut gelungen und wichtig gleich nach der Ankunft in einem fremden Land und einer unbekannten Kultur. Durch die gemeinsam organisierten Reisen und Feiern, sowie den wöchentlichen Treffen in der Fito´s Bar nahe der Uni fand ich schnell Freunde unter den ausländischen Studierenden und den Mentoren (einheimische Studierende) bzw. Ticos, wie sich die Costa-Ricaner selbst nennen. Wenn man möchte, kann man vor Ankunft einen Mentor zugeteilt bekommen, doch auch so war der feste Kern der Mentoren für alle da und einem wurde bei jeglichem Anliegen tatkräftig geholfen.
Auch mit meinen Kommilitonen habe ich mich gut verstanden, jedoch begrenzte sich der Kontakt hauptsächlich auf die Kurszeit.
Generell ist es jedem selbst überlassen, wie eng man sich in die vorgeschlagenen Wochenendtrips und Abende einbindet oder gerne außerhalb noch weitere Kontakte und Freundschaften pflegt. Ich fand, dass für jeden etwas dabei war.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Nach dem Abitur habe ich ein Jahr in Südamerika verbracht, wo ich Spanisch gelernt und vertieft habe. Um diese Kenntnisse zu erweitern und auf ein akademisches Level zu bringen, war für mich klar, dass ich auch aus diesem Grund nach Lateinamerika zurück wollte. Die erste Woche an der Uni musste ich mich etwas an den Akzent gewöhnen, jedoch ging dies ziemlich schnell, da man im Alltag, die ausländischen Studierenden untereinander miteingeschlossen, die ganze Zeit Spanisch spricht. Dadurch konnte man seine Kenntnisse enorm verbessern. In den Kursen war es immer möglich etwas nochmals erklärt zu bekommen oder in der Klausur auch mal nach einer Übersetzung zu fragen. Ich hatte das Gefühl, dass die Professoren sehr verständnisvoll waren und sich gefreut haben, wenn jemand den Kurs trotz eventueller sprachlicher Schwierigkeiten gut meistern konnte.
Von anderen ausländischen Studierenden habe ich gehört, wie sich ihr sprachliches Level schon in kurzer Zeit enorm verbessert hat, - also keine Sorge, wenn die Sprachkenntnisse zu Beginn nicht fortgeschritten sind.

Wohn- und Lebenssituation

Während meiner Zeit in Costa Rica habe ich bei Freunden von meinem Vater gelebt. Obwohl ich anfangs nur ein paar Wochen dort bleiben wollte, stellte sich die Zimmersuche nahe der Universität für mich doch als komplizierter heraus als gedacht. Ich blieb also dort und im Nachhinein fand ich es sehr schön einen Einblick in eine costa-ricanische Familie bekommen zu haben. Durch die Facebook-Gruppe „Apartamentos cerca de UCR, Latina, Fidelitas” und die Aushänge auf dem Unicampus ist es nicht schwer ein Zimmer vor Ort in einer der zahlreichen Studenten-WGs nahe der Uni zu bekommen, in welchen ein Zimmer zwischen 250 US$ und 300 US$ kostet. Es ist zudem möglich über die Universität in einer Familie unterzukommen, in welcher auch die Verpflegung mit inbegriffen ist.
Bei der Belegung eines Zimmers ist dabei üblich eine Kaution zu hinterlegen, die erst am Ende zurückgezahlt wird und nur einen mündlichen Mietvertrag auszumachen, weshalb ich empfehle, gleich zu Beginn alles Wichtige abzuklären um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Leider ist es nicht selten, dass die Preise nahe der Universität (Bezirke wie San Pedro) oft in die Höhe steigen, da die Nachfrage hoch ist, obwohl die angebotenen Zimmer nicht immer den hohen Preis rechtfertigen.
In San José kann man sich gut mit den Bussen bewegen und nimmt abends besonders an manchen Orten oder zu später Stunde lieber ein Uber oder Taxi, auch wenn es nur kurze Strecken sind. Zu den Hauptverkehrszeiten kann man auch schon mal eine gefühlte Ewigkeit im Bus sitzen, besonders wenn es regnet, jedoch gewöhnt man sich auch schnell daran.
Generell reicht es, wenn man unterwegs immer eine Passkopie und eine Kopie der Krankenversicherung dabei hat und sich darüber klar ist, wer im Falle eines Unfalls oder Arztbesuches zahlt, der Versicherte oder direkt die Versicherung.
Costa Rica hat im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern höhere Preise, besonders im Supermarkt, daher wird es auch gerne als die „Schweiz Lateinamerikas“  beschrieben. Besonders sind dort Pflegeartikel, Obst und Gemüse nicht immer billig, jedoch kann man auf den lokalen Märkten der Stadt zu günstigen Preisen einkaufen.
In Costa Rica und insbesondere in San José gibt es zahlreiche verschiedene Banken, an welchen man Colones, die einheimische Währung, und manchmal auch Dollar ziehen kann, wobei die staatlichen Banken, wie die Banco de Costa Rica, meistens keine Gebühren verlangen, wenn man mit der Visa-Karte abhebt.
Bezüglich des Freizeitangebots gab es in San José viele Veranstaltungen wie Konzerte, Feste und zahlreiche Märkte. Die Viertel La California, Escalante und San Pedro nahe der UCR sind mit ihren Bars, Clubs und Restaurants abends und besonders an den Wochenenden immer sehr belebt und beliebt.

Studienfach: Biowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 03/2017 - 08/2017

Gastuniversität: Universidad de Costa Rica

Gastland: Costa Rica


Rückblick

Die organisatorischen Bemühungen und der Aufwand bezüglich der Bewerbung und der Vorbereitung auf ein Auslandssemester sind natürlich komplex und erfordern Zeit, Planung und Nerven. Aber auch das gehört nun mal zu einer Auslandserfahrung dazu. Rückblickend hat sich der ganze Einsatz zu 100% für mich gelohnt, denn was überwiegt sind die wunderschönen und wertvollen Erfahrungen und Momente, die ich in dem Semester in Costa Rica erleben konnte. Einem Land, das trotz seiner kleinen Fläche nicht nur kulturell, sondern besonders hinsichtlich seiner Natur unglaublich viel zu bieten hat und mich in kurzer Zeit verzaubern konnte. Aus diesem Grund kann ich jedem, der Spaß und Lust hat sein Studium durch einen Auslandsaufenthalt zu erweitern, wärmstens ein solches Erlebnis ans Herz legen, ob es nun Costa Rica oder ein anderes Land ist!

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