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Praktikum an der University of Canterbury - Geological Sciences

Ich habe meine Reise nach Neuseeland zu keinem Zeitpunkt bereut. Endlich habe ich meine Scheu verloren frei Englisch zu reden, weil ich es musste. Einmal in einem fremden Land jenseits von Urlaub existieren? Es gibt definitiv stressigere und undankbarere Orte auf der Welt um temporär zu leben und zu arbeiten! Wer zudem atemberaubende und einsame Natur, wenige aber meistens sehr freundliche Menschen oder einfach mal ans andere Ende der Welt möchte, dem kann ich Neuseeland uneingeschränkt empfehlen.


Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 02/2018 - 05/2018

Praktikumsgeber:  University of Canterbury

Gastland: Neuseeland

Vorbereitung & Finanzierung

Grundsätzlich war es nicht ganz einfach einen Praktikumsplatz zu bekommen, da ich nicht auf Austauschprogramme oder Hilfsorganisationen zurückgegriffen habe, sondern es mit Initiativbewerbungen bei einzelnen Unternehmen und Universitäten versucht habe. Letztendlich war es sehr frustrierend da häufig keine Antwort erfolgte. Meinen Platz habe ich dann durch die Vermittlung eines Dozenten erhalten. Es lohnt sich also auch die Dozenten zu fragen, falls ihr nicht weiter wisst.

Zur Finanzierung muss man sich sehr zeitig Gedanken machen, da ein Aufenthalt in Neuseeland sehr teuer ist und allein der Flug bereits ab 1200 Euro kostet (Stand Dez. 2017). Zudem ist es sehr schwer unter 1000 Euro im Monat zu bleiben, da Mieten, Verkehrsmittel und Lebensmittel teurer sind als in Deutschland. Aber es gibt etliche
Stipendienprogramme, sowohl Staatliche als auch Private um euch finanziell zu unterstützen. Doch jedes Einzelne knüpft bestimmte Bedingungen an die Förderung, sei es z.B. soziales Engagement oder besondere Sprachkenntnisse. Informiert euch bei Interesse am besten schon Jahre im voraus welche Förderbedingungen es gibt, um eure Chance auf ein Stipendium zu erhöhen. Solltet ihr eher zu den kurzfristigeren Kandidaten
gehören, lohnt es sich trotzdem sich zu informieren und sich z.B. um PROMOS oder Auslands-Bafög (Eltern unabhängig) zu bemühen. Und solltet ihr abgelehnt werden, meldet euch trotzdem zurück. Am Ende kann dies ein Flugticket bedeuten, weil jemand sein Stipendium nicht angenommen hat und ihr nachgerückt seid.

 

Aufenthalt im Gastland

Visum und Einreise

Deutsche Staatsbürger brauchen für einen Aufenthalt von maximal 3 Monaten kein extra Visum. Ein Reisepass bei der Einreise reicht aus. Sollte der Aufenthalt länger gehen, müsst ihr euch auf www.immigration.govt.nz darüber informieren, welches Visum ihr braucht. Hier ist zu beachten, dass es Unterschiede zwischen vergüteten und unvergüteten Studienaufenthalten gibt. Für einen unvergüteten Aufenthalt von 5 Monaten wurden etwa 130 Euro fällig. Neuseeland ist eine sehr abgeschiedene Inselwelt. Dort wird penibel auf die endemische Tier- und Pflanzenwelt geachtet. Denkt daran eure Schuhe vorher ordentlich sauber zu machen, mit dreckigem Schuhwerk werden sie euch evtl. nicht einreisen lassen oder euch gegebenenfalls große Teile eures Gepäcks abnehmen. Verzichtet einfach auch auf die Einfuhr von Pflanzen, Samen und Tieren aller Art. Euer Gepäck wird auch bei der Ankunft durch ein Röntgengerät geschoben.

Gesundheit und Geld

Neuseeland verfügt über eine gute medizinische Infrastruktur und es werden soweit mir
bekannt ist keine zusätzlichen Impfungen vom Auswärtigen Amt empfohlen. Eine Auslandskrankenversicherung sollte aber abgeschlossen werden, um sich keine Sorgen im Falle einer Erkrankung machen zu müssen. Da Neuseeland ein absolutes Traumland zum Wandern und Bergsteigen ist, kann man sich überlegen die Bergrettung zusätzlich mitzuversichern, das kostet nicht viel mehr und spart im Notfall teure Helikopterkosten.
Bezahlt wird in New Zealand Dollar und die einfachste Methode ist, sich mithilfe einer Kreditkarte an einem Bankautomaten Bargeld zu holen, außerdem kann man so auch bargeldlos bezahlen. Wenn man über einen längeren Aufenthalt nachdenkt und arbeiten will, muss man sich ein Konto bei einer Neuseelandbank anlegen um Extragebühren zu vermeiden und Überweisungen zu tätigen. Kreditkartengebühren betragen in der Regel
1,75% Prozent, bei der DKB kann man sich jedoch ein Konto anlegen und diese Gebühren weitestgehend umgehen. Das DKB-Konto spart allerdings nur für ein Jahr als Aktivkunde die Auslandsgebühren, danach muss man monatlich 1000 Euro einzahlen um Aktivkunde zu bleiben. Also eröffnet dieses Konto nicht zu schnell, solltet ihr über weniger Einkünfte im Monat verfügen. Mittlerweile haben auch alle Banken eine Mindestabhebung von 50 Euro eingeführt, wundert euch also nicht wenn ihr kein Geld vom Automaten erhaltet,
vielleicht seid ihr unter dieser Grenze.

Verkehrsverbindungen und Kommunikation

Reisen ist in Neuseeland deutlich teuer als in Deutschland und es gibt auch nur wenige Alternativen. Da Busse und die Fähre zwischen der Nord und der Südinsel lange unterwegs sind und nur unwesentlich günstiger, fliegen die meisten Neuseeländer mit Air New Zealand oder dem Billigflieger Jetstar. Sollte man schon Wochen im voraus wissen wo es hingeht oder flexibel sein, lohnt sich ein Blick auf die ‘‘Grab a Seat‘‘ Seite von Air
New Zealand. Hier werden einzelne Flüge deutlich günstiger angeboten. Wenn man sich mit dem Auto auf einer der beiden großen Inseln bewegt, kommt man grundsätzlich an einem Tag überall hin. Jedoch sollte man die Entfernungen nicht unterschätzen und unbedingt Pausen beim Fahren machen. In Neuseeland herrscht Linksverkehr und die Straßen sind meist eher mit in die Jahre gekommenen Landstraßen zu vergleichen. Das
fordert Aufmerksamkeit. Daher passiert es relativ häufig, dass Touristen zu Tode kommen, weil sie unkonzentriert in den Gegenverkehr geraten.

Es gibt meines Wissens leider keine Mitfahrgelegenheiten wie etwa BlaBlacar. Alle Mitfahrgelegenheiten organisieren sich recht dezentral in Facebookgruppen. Ein Auto zu mieten ist sehr teuer, daher kann man versuchen auf Transfercar.nz ein Auto für die Autovermietungen zu einer anderen Station zu fahren. Dort bekommt man dann ein Auto für ein paar Tage und muss es in einer anderen Stadt abgeben. Mit etwas Glück bekommt man sogar Benzin und ein Fährticket gestellt. Die besten Netzbetreiber in Neuseeland sind Vodafone und Spark. Der große Vorteil bei Spark sind die rund 1 Million mobilen W-LAN Stationen im ganzen Land. Ansonsten gibt es dazu nicht viel zu sagen, das mobile Datennetz ist allerdings besser als hierzulande.
Falls man Wanderungen in die entlegenen Regionen plant, sollte man sich aber eine Personal Locator Beacon (PLB) leihen oder kaufen.

 

Zufriedenheit mit dem Praktikum

Das eigentliche Praktikum war sehr angenehm und lehrreich. Ich war als Teil einer Forschungsgruppe viel im Gelände unterwegs und konnte sogar Daten für meine Masterarbeit generieren. Grundsätzlich ist die Lebensqualität etwas höher als in Deutschland. Was sich dadurch äußert, dass die Menschen weniger gestresst sind. Sie haben deutlich mehr Zeit z.B. an der Supermarktkasse, wo es meistens zwei Menschen gibt die einen am Ende des Einkaufes betreuen. Am Anfang dachte ich warum sind denn alle hier so langsam? Aber man gewöhnt man sich ausgezeichnet daran und fragt sich dann eher warum man so verdammt Effizienz konditioniert ist.

Neuseeland ich kein kulinarisches Wunderland. Wer ungesalzene Butter sucht, muss genau hingucken, Brot und Käse sind in 95% der Fälle fürchterlich und zu allem Überfluss ist alles auch noch deutlich teurer. Ich fragte einen Koch was denn ein typisch neuseeländisches Gericht sei. , darauf antwortete er „Barbecue“. Ich finde, dass fasst es ganz gut zusammen. Die Qualität des Fleisches ist jedoch wesentlich besser und auch Fischgerichte sind hervorragend. Ansonsten hilft ja nur selbst kochen. Abschließend sei noch erwähnt, dass es im Winter vor allem auf der Südinsel recht kalt werden kann und die Häuser in der Regel schlecht gedämmt sind. Nehmt euch ein paar dicke Socken und einen Pullover mehr mit falls ihr Kälte empfindlich seid.

 

Resümee

Ich habe meine Reise nach Neuseeland zu keinem Zeitpunkt bereut. Endlich habe ich meine Scheu verloren frei Englisch zu reden, weil ich es musste. Einmal in einem fremden Land jenseits von Urlaub existieren? Es gibt definitiv stressigere und undankbarere Orte auf der Welt um temporär zu leben und zu arbeiten! Wer zudem atemberaubende und einsame Natur, wenige aber meistens sehr freundliche Menschen oder einfach mal ans andere Ende der Welt möchte, dem kann ich Neuseeland uneingeschränkt empfehlen.

 

 

Studienfach: Geowissenschaften

Aufenthaltsdauer: 02/2018 - 05/2018

Praktikumsgeber:  University of Canterbury

Gastland: Neuseeland


 

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