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Kooperationspraktikum am German Department der University of Bristol

Insgesamt war meine Zeit in Bristol unglaublich schön. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, meine Sprachkenntnisse stark verbessert und hatte ein offenes und freundliches Arbeitsumfeld. Ich kann das Praktikum definitiv weiterempfehlen!


Studienfach: Germanistik (Master)

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Praktikumsgeber: German Department der University of Bristol

Gastland: Großbritannien

Vorbereitung

Im Rahmen meines Masterstudiums in Germanistik war ein Pflichtpraktikum vorgesehen und ich wollte hierfür gerne ins englischsprachige Ausland gehen. Eine Dozentin hat mir empfohlen mich über das Praktikum an der University of Bristol zu informieren. Ich habe die Anzeige für den Praktikumsplatz unter der Kategorie „Auf dem Silbertablett“ des International Office der Universität Potsdam gefunden und bin daraufhin in Kontakt mit dem International Office getreten.

Nach einer Bewerbung über das International Office und ein paar Mails,  habe ich kurz vor Praktikumsbeginn meinen Praktikumsvertrag zugeschickt bekommen, in dem festgelegt wurde, dass ich 35h in der Woche arbeiten soll und 10 Urlaubstage habe. Die Arbeitszeiten waren von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Das Praktikum wurde nicht vergütet.


Finanzierung

Um mir meinen Auslandsaufenthalt zu finanzieren, habe ich mich erfolgreich für ein Stipendium des Leonardo-Büros Brandenburg beworben. So konnte ich die fehlende Bezahlung meines Praktikums teilweise ausgleichen. Jedem der ins Ausland gehen möchte, würde ich definitiv empfehlen sich auf ein Stipendium zu bewerben. Es gibt so viele unterschiedliche Programme, dass sich fast immer etwas Passendes findet. Außerdem kann ich empfehlen vorher im Heimatland ein bisschen zu arbeiten, um sich etwas dazu zu verdienen, weil man im Gastland natürlich gerne etwas erleben möchte und dabei wenig Zeit für einen Nebenjob neben einem 7-8h langen Praktikumstag findet.

 

Aufenthalt im Gastland

Am Anfang stand ich vor der Problematik innerhalb von nicht einmal 6 Wochen eine bezahlbare Wohnung für drei Monate zu finden. Auch hierbei hat mir das International Office geholfen. Wir haben uns gemeinsam beim Praktikumsgeber erkundigt, ob dieser mir in irgendeiner Form weiterhelfen könnte und als Antwort habe ich unglaublich viele nette Emails bekommen: Das Angebot in meiner ersten Woche bei einer Dozentin zu wohnen, Links für Wohnungssuchen, Tipps von ehemaligen Praktikantinnen. Ich hatte das Glück, dass gerade jemand aus dem German Department in eine andere Stadt gezogen ist und mir sein Zimmer (inklusive eines sehr netten Mitbewohners) für einen wirklich kleinen Mietpreis überlassen hat.

Normalerweise ist Wohnraum in Bristol sehr teuer, hierbei muss man sich also schon darauf einstellen weniger Geld für anderes zur Verfügung zu haben. Die Lebenserhaltungskosten sind für manche Produkte höher und für andere günstiger als die in Deutschland. Ich habe wöchentlich mit 10€ mehr als zu Hause gerechnet, aber da mein Mitbewohner und ich uns alle Kosten geteilt haben, habe ich irgendwann den Überblick verloren. Exotisches Obst ist wesentlich günstiger als in Deutschland und ich würde empfehlen vor allem auf Märkten einzukaufen, da man da nochmal einiges an Geld sparen kann und eine tolle Obst-, Gemüse- und Käseauswahl hat. Außerdem sind wir oft zu Lidl gefahren, weil es wesentlich günstiger ist als die normalen englischen Supermärkte. Während die Lebensmittel also nur etwas teurer sind als hier, sieht das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas anders aus. Bus fahren kostet ungefähr so viel wie hier, allerdings sind die Bahnfahrten in Städte wie London sehr teuer, hier sollte man lieber den Bus nehmen und im Voraus buchen. Außerdem steht man fast immer im Stau, also muss man etwas mehr Zeit einplanen.

Ich habe für meine Zeit in England kein Konto dort eröffnet und hatte auch leider nur meine normale Bankkarte zur Verfügung, mit der ich bei jedem Geldabheben 5€ Gebührt zahlen musste.

Freizeitmäßig bietet Bristol einem sehr viel: Man kann Sightseeing machen (die Suspension Bridge kann ich nur empfehlen), es gibt ein Aquarium, mehrere Kinos, sehr viele Shoppingmöglichkeiten, einen tollen Essensmarkt und ein kostenfreies Museum. Nachts scheint die Stadt aus Pubs zu bestehen und es gibt mehrere Clubs (viele sind kostenfrei). Die Städte Wells, Glastonbury und Bath sind in der Nähe und definitiv einen Besuch wert, man ist innerhalb von 2h in London und innerhalb von 1h in Cardiff.

 

 

Zufriedenheit mit dem Auslandspraktikum

Während meines Praktikums hatte ich viele verschiedene Aufgaben. Ich habe zum Beispiel die komplette Zeit lang an der Produktion und Herausgabe des Magazins des German Departments als Chef-Editor mitgewirkt und ein wissenschaftliches Buch Korrektur gelesen. Außerdem war ich für die Aktualisierung des Schaukastens des Departments zuständig. Dabei habe ich mehrmals wöchentlich verschiedene historische und aktuelle Zeitungen aus Deutschland und Österreich in den Schaukasten gehängt, die zum jeweiligen Datum gepasst haben und auch von mir entworfene Poster für aktuelle Veranstaltungen. Des Weiteren habe ich Konversationsstunden für die Deutschlerner gegeben, in denen ich mit Studierenden unterschiedlicher Spracherwerbsstufen auf Deutsch geredet und diskutiert habe. Neben diesen größeren Aufgaben, gab es eine Vielzahl von kleineren Tätigkeiten für mich. Ich habe aus Aufgaben und Fließtexten Vokabellisten für die Deutschlerner angefertigt, Musterlösungen für Aufgabenstellungen erstellt, eine Sprachaufnahme für den Sprachunterricht gemacht, Feedbackbögen ausgewertet, bei der Aufführung des „Year Abroad on Stage“ mitgewirkt und dazu beigetragen, zu den Seminaren passende Inhalte online auf Blackboard zu stellen. Natürlich fielen auch Aufgaben wie das Scannen und Kopieren von Unterrichtsmaterialien an, diese haben allerdings nicht überwogen. Außerdem habe ich gelernt mit zwei verschiedenen Softwares umzugehen  (Talis Aspire und PURE)

Meine Betreuung während des Praktikums war sehr gut. Ich habe mich ab und zu mit meiner Supervisorin getroffen, wir haben über meine Vorstellungen und Aufgaben gesprochen und sie hat mir Feedback zu meiner Arbeit gegeben. Auch zwischendurch habe ich von einzelnen Kollegen immer wieder Feedback bekommen. Ich wurde vom ersten Tag an sehr herzlich aufgenommen und integriert. Das Klima am German Department ist sehr familiär, alle gehen freundlich und respektvoll miteinander um, es wird viel gelacht und zusammen gegessen. Ich habe mich immer wohl und wertgeschätzt gefühlt und bin wirklich gerne zur Arbeit gegangen. Wenn es Probleme gab oder ich Fragen hatte, hat mir immer jemand weitergeholfen und wenn ich etwas auf Englisch nicht verstanden habe, wurde es geduldig wiederholt oder auf Deutsch erklärt. Der einzige Negativpunkt meines Praktikums war, dass ich 2/3 der Zeit über keinen eigenen Arbeitscomputer hatte. Es gab ein paar Schwierigkeiten und Missverständnisse mit dem School Office, die wir erst sehr spät klären konnten. Am Ende habe ich dann doch noch einen eigenen Computer zur Verfügung gestellt bekommen.

 

Persönlicher Mehrgewinn

Im Laufe meines Praktikums habe ich viele verschiedene Fähigkeiten erworben. Ich habe viele Einblicke in eine andere Lern- und Lehrkultur und in den Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht erhalten. Durch den Besuch von Germanistikseminaren an der Universität Bristol habe ich eine andere Perspektive auf das Fach Germanistik erhalten. Während es in Deutschland vor allem darum geht, sich möglichst tiefgründig mit der Struktur der Sprache und bestimmten Werken zu beschäftigen, wurde in England der Fokus darauf gelegt, dass die Studierenden einen Überblick über die deutsche Kultur und Literatur erhalten. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen setzen auch verschiedene Unterrichtsarten voraus. Vor allem über das Unterrichten habe ich sehr viel lernen können, womit sich mir ein Einblick in einen (für mich) neuen Berufszweig geboten hat. Auch die Mitarbeit und Herausgabe des German Department Magazins haben mir neue Erkenntnisse und damit Zugang zu dem Gebiet des Journalismus geboten. Das Korrekturlesen eines wissenschaftlichen Buches hat mich näher an die Verlagswelt herangeführt. Mein Praktikum wird im Rahmen meines Studiums als Pflichtpraktikum anerkannt, also haben all meine Erfahrungen mich sowohl auf fachlicher als auch auf administrativer Ebene im Studium weitergebracht.

Zusätzlich zu meinen theoretischen und praktischen fachlichen Erfahrungen, haben sich meine Sprachkenntnisse stark verbessert. Mir fällt es nun wesentlich leichter Gespräche auf Englisch zu führen und ich habe ein besseres Gefühl für die richtigen Zeitformen im Englischen entwickelt. Im Supermarkt, mit Freunden oder bei Servicestellen hatte ich am Ende meines Praktikums gar keine Probleme mehr damit, meine Anliegen zu kommunizieren und verstehe nun auch Muttersprachler mit stärkerem Dialekt. Mein Umgang mit der englischen Sprache ist selbstsicherer und flüssiger geworden.

Neben der Sprache durfte ich zusätzlich eine andere Kultur kennenlernen. Auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt, als wäre England gar nicht wirklich anders als Deutschland, gibt es doch viele Besonderheiten. Die englische Kultur beinhaltet vor allem das Wahren des Gesichts, wobei Höflichkeit eine wichtige Rolle spielt. Alles läuft möglichst strukturiert und bevor man in den Bus einsteigt, stellt man sich hinten an der Schlange an, anstatt zu drängeln. Sich vorzudrängeln oder nicht anzustellen (was in Deutschland ständig passiert) ist in England unglaublich unhöflich. Durch diese kleinen „Gesetzmäßigkeiten“ werden viele alltägliche Abläufe erleichtert, weil sie weniger stressig sind und dadurch oft alles schneller geht. Neben den alltäglichen Besonderheiten ist vor allem das Hochschulsystem anders als in Deutschland. Die Universitäten sind teilweise stark verschult und werden vor allem als Dienstleister betrachtet, weil die Studierenden Studiengebühren zahlen müssen. Daraus ergeben sich im universitären Kontext viele Problematiken, alles wird darauf ausgerichtet die Zufriedenheit und den Erfolg der Studierenden zu verbessen. Die Betreuung der Studierenden erfolgt wesentlich intensiver als hier, jede*r Student*in hat einen persönlichen Tutor, den er/sie bei Fragen und Problemen aufsuchen kann.

 

Resümee, abschließende Tipps und hilfreiche Links

Insgesamt war meine Zeit in Bristol unglaublich schön. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, meine Sprachkenntnisse stark verbessert und hatte ein offenes und freundliches Arbeitsumfeld. Ich kann das Praktikum definitiv weiterempfehlen, allerdings sollte man sich auf die englische Kultur einlassen können und versuchen sich so gut wie möglich (wie in jeder Kultur) anzupassen, damit man nicht negativ auffällt. Ich kann generell jedem der eine Wohnung sucht empfehlen den Arbeitgeber um Tipps zu bitten, da man sich als Außenstehender immer weniger auskennt als die Leute vor Ort. Außerdem sollte man sich vor einer Bewerbung unbedingt die Formalien auf der Seite des International Office ansehen und die Bewerbung am besten von einem Muttersprachler oder jemandem mit sehr guten Englischkenntnissen Korrektur lesen lassen.

Um am Anfang einfacher neue Leute kennenzulernen, kann ich empfehlen, zu den Erasmus Veranstaltungen zu gehen, auch wenn man selbst vielleicht gerade kein „richtiges“ Erasmusjahr macht. Gerade zu Beginn des Semesters sorgen die Organisatoren für gute Kennlernmöglichkeiten. Wir hatten sehr viel Spaß und das Beste ist, dass alle die in der gleichen Situation sind, wie man selbst. Am besten sucht man nach der Erasmus-Facebookgruppe für die jeweilige Stadt. Wenn man für längere Zeit im Ausland ist, kann es sich auch lohnen einer Society beizutreten. Es gibt in England unglaublich viele verschiedene Societies in denen man von Basketball spielen bis hin zum gemeinsamem Bücher lesen alles machen kann.

Die Erasmusgruppe für Bristol findet ihr auf Facebook unter verschiedenen Namen: Erasmus Society Bristol, ESN Bristol, Bristol Erasmus + Internationales.

Bewerbungstipps des International Office für Großbritannien

 

 

Studienfach: Germanistik (Master)

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Praktikumsgeber: German Department der University of Bristol

Gastland: Großbritannien


 

Aktuell haben wir Kooperationspraktika in England, Polen, Spanien, Frankreich, der Türkei, Israel, Indien, Argentinien, Brasilien und Uruguay akquiriert.Von studienbezogenen Praktika bis hin zu fachübergreifenden Angeboten bieten wir Studierenden einen bunt gedeckten Tisch mit Praktika auf dem Silbertablett.

Das Institut für Germanistik der Universität Bristol bietet exklusiv für Studierende der Universität Potsdam zweimal jährlich einen Praktikumsplatz an.

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