Impressionen von „Uni findet Stadt“

Februar 2022 | Transformationen im KOSMOS – Lehramtsstudierende für das Fach Kunst stellten im Potsdamer Rechenzentrum aus

Tabea Russo: „Kunstbeeren“
Photo: Ruppe Koselleck

Erstmals sind im Januar und Februar 2022 in der Galerie KOSMOS des Potsdamer Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum studentische Arbeiten aus der Universität Potsdam ausgestellt worden. Gezeigt wurden Malerei und Zeichnungen, Skizzen und Objekte, die Lehramtsstudierende für das Fach Kunst in ihrem dritten Semester geschaffen haben. Zu sehen waren unter anderem Porträts von Überlebenden, die als Häftlinge im ehemaligen sowjetischen Geheimdienstgefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße einsitzen mussten. Studentin Joulia Hoppen entwickelte dafür eine Methode, sich den fremden Erinnerungen zu nähern. Über viele Stunden schaute sie sich die dort ausgestellten Interviews mit Zeitzeugen an und porträtierte sie parallel. Ebenfalls in der Galerie zu sehen war die Installation „Abstammung“ von Marius Illgen. Auf drei Holzscheiten widmet er sich vier Generationen, die die weibliche Linie seiner eigenen Familiengeschichte verdeutlichen. Auf dem Boden platziert wurde hier Bildhauerei und Malerei gelungen zusammenführt.
Student Leon Riedel zeigte in Aquarell gemalte Ohren von überdimensionaler Größe, die in den Veranstaltungsraum hineinlauschten, während sich Studentin Lilly Hubatsch skulptural und konzeptuell dem Fuß widmete, genauer dem Fußpilz. Sie präsentierte neben einem metergroßen Fußmodell mit ausgewachsenen, farbenfrohen Riesenchampignons einen komplexen Informationstisch, der zwischen professioneller Medikamentenwerbung und böser Satire changierte. Mit Julius Jacobsen und Tabea Russo wurden zwei Positionen vorgestellt, die sich dem Schönen und Schwachen widmeten: Jacobsen erzählte mit seinen freien und vergnügten Zigarettenmalereien Geschichten ausgerauchter Begegnungen in einem Aschenbecher. Und Russo spielte skulptural mit süßen Früchten und Beeren, indem sie vergrößerte Erdbeeren und Melonen als Modell einer überzuckerten Süßigkeit gegenüberstellte.

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Tabea Russo: „Kunstbeeren“
Photo: Ruppe Koselleck

6. Dezember 2021 | „Gottes Agenten – Engel in Potsdam“ im wissenschaftlichen Friseursalon

Gäste beim wissenschaftlichen Friseursalon
Photo: Antje Horn-Conrad

„Engel zeigen uns die besseren Menschen, die wir sein könnten. Und das kann in der Tat furchterregend sein …“, sagte Wim Wenders einmal über seinen Film „Der Himmel über Berlin“.

Für Prof. Dr. Johann Ev. Hafner eine der eindrucksvollsten künstlerischen Reflektionen über Engelsgestalten. Im 2. Wissenschaftlichen Friseursalon, zu dem die Potsdamer Friseurmeisterin Jana Schulze-Fengler in der Reihe „Uni findet Stadt“ eingeladen hatte, sprach der Religionswissenschaftler von der Universität Potsdam über die vielfältigen Deutungen und spirituellen Funktionen der Flügelwesen in verschiedenen Kulturen und Religionen. Eingestimmt wurden die Gäste mit Johann Sebastian Bachs „Air“, gespielt von Jörg Potratz am Kontrabass und Christiane Starke am Cello. Danach führte Hafner in seinem Vortrag tief in die Religionsgeschichte, um die Zuhörenden anschließend mitzunehmen auf einen gedanklichen und reich bebilderten „Spaziergang“ quer durch Potsdam – überall dorthin, wo uns „Gottes Agenten“ in der Stadt begegnen.  Neben Engelsfiguren auf und in den Kirchen kamen dabei auch Plastiken in Schaufenstern, Putten an Häusern und goldlockige Engelsgestalten auf Werbeplakaten zur Sprache. Hafner, der sich seit vielen Jahren mit der Angelologie befasst und darüber vielfach publiziert hat, fand für jede Erscheinungsform eine Erklärung, selbst für die Engelskekse, die Friseurmeisterin Schulze-Fengler für ihre Gäste gebacken hatte. In der Weihnachtszeit haben Engel eben Hochkonjunktur.    

Gäste beim wissenschaftlichen Friseursalon
Photo: Antje Horn-Conrad

25. November 2021 | IN VINO VERITAS – Ein Abend für Philosophen und Genießer

Gäste beim philosophischen Weinsalon
Photo: Antje Horn-Conrad

Weil im Wein bekanntlich Wahrheit liegt, lud der Potsdamer Weinhändler André Zibolsky gemeinsam mit der Universität Potsdam zu einem wissenschaftlichen Vortrag in sein Geschäft in der Innenstadt ein. Das „In vino“ wurde in der Reihe „Uni findet Stadt“ zum Schau- und Erlebnisort des ersten Philosophischen Weinsalons, in dem sich alles um das Symposion im antiken Griechenland drehen sollte. „Reich mir Becher zum Trunk, dort jene buntgleißenden, großen her!“, zitierte Prof. Dr. Filippo Carlà-Uhink aus den Schriften des griechischen Dichters Alkaios und führte in einem unterhaltsamen wie kenntnisreichen Vortrag ein in die Geschichte des „geselligen Beisammenseins“, bei dem der Wein eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Der Professor für Geschichte des Altertums berichtete von den Ritualen, denen ein Symposion folgte und die es zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden ließen, zu deren Gästen man gern zählen wollte. Wer geladen war, gehörte zum inneren Zirkel, war Mitglied einer Gemeinschaft, die hier ihre Fäden im sozialen und politischen Netzwerk einer Stadt spinnen konnte. Es wurde nicht nur gespeist und getrunken, gedichtet, gespielt und gesungen, sondern auch ordentlich geprahlt und gelästert – selbstverständlich über diejenigen, die nicht in der Runde saßen. Filippo Carlà-Uhink illustrierte seinen Vortrag mit Abbildungen von Malereien auf antiken Trinkschalen und Gefäßen, die die Vielfalt und Lebendigkeit der Symposion überliefern, ebenso wie die schriftlichen Zeugnisse von Dichtern und Philosophen, aus denen Carlà-Uhinks Student Luka Alacan Friedrich pointiert vortrug. Dass der Wein auf einem Symposion stets mit Wasser verdünnt gewesen sein soll, wollten die Gäste im „In vino“ nicht recht glauben. Möglicherweise, beschwichtigte Carlà-Uhink, habe man in der Antike hochprozentigeren Wein gekeltert, der unverdünnt in den gewünschten Mengen wohl nicht zu trinken gewesen wäre.      

Gäste beim philosophischen Weinsalon
Photo: Antje Horn-Conrad

6. Oktober 2021 | Wiederkäuer für die Wissenschaft – Erste „Kinder-Uni unterwegs“ führte zu den Schafen in Sanssouci

Das Bild zeigt Jakob Schulz, der an der Universität Potsdam Ökologie und Naturschutz studierte und über die Auswirkungen der weidenden Schafe auf die Vegetation seine Masterarbeit geschrieben hat. Das Bild ist von J. Potratz. Beim Anklicken öffnet sich das Foto in neuem Fenster.
Photo: J. Potratz

Wer nicht darauf vorbereitet ist, reibt sich verwundert die Augen: Schafe in Sanssouci? Genüsslich zupfen sie das Gras von den denkmalgeschützten Wiesen des Weltkulturerbes und lassen hier und da ein zufriedenes Blöken hören. Vor allem die Kinder freuen sich über den tierischen Zulauf im Schlosspark. Aber auch die Landschaftsökologen von der Uni Potsdam.

Was die weidenden Wiederkäuer mit der Wissenschaft zu tun haben, klärte sich bei der ersten „Kinder-Uni unterwegs“ im September, als rund 20 Mädchen und Jungen des Potsdamer Horts „Schulplatz 1“ der Herde und ihrem Schäfer einen Besuch abstatteten. Begleitet wurden die Viertklässler von Jakob Schulz, der an der Universität Potsdam Ökologie und Naturschutz studierte und über die Auswirkungen der weidenden Schafe auf die Vegetation seine Masterarbeit geschrieben hat.

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Das Bild zeigt Jakob Schulz, der an der Universität Potsdam Ökologie und Naturschutz studierte und über die Auswirkungen der weidenden Schafe auf die Vegetation seine Masterarbeit geschrieben hat. Das Bild ist von J. Potratz. Beim Anklicken öffnet sich das Foto in neuem Fenster.
Photo: J. Potratz

29. September 2021 | Neues Outfit für das Kesselhaus

Das Bild zeigt das Kesselhaus in der Schiffbauergasse Potsdam. Das Foto ist von Antje Horn-Conrad.
Photo: A. Horn-Conrad

Mehr als nur Fassade ist das neue Outfit des Kesselhauses am Waschhaus im Erlebnisquartier Schiffbauergasse, das am 29. September um 17 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Dahinter steckt eine Kooperation des Berliner Künstlerkollektivs „KlebeBande“ und des Fachbereichs ästhetische Bildung und Kunst der Universität Potsdam. Gemeinsam haben sie dem tristen Gebäude mit TapeArt und verschiedenen Rottönen ein weithin sichtbares Muster aufgemalt. Begleitet wurde das Projekt von kunstpädagogischen Workshops, in denen Lehramtsstudierende mit Potsdamer Schulklassen TapeArt-Miniaturen produzierten, die im Innenraum des Kesselhauses ausgestellt wurden.  

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Das Bild zeigt das Kesselhaus in der Schiffbauergasse Potsdam. Das Foto ist von Antje Horn-Conrad.
Photo: A. Horn-Conrad