uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

[Bibliographie] [Zitierhinweis]

Peter Beer - פטר באר

Peter Beer (1764 Neu-Bydžov - 1838 Prag), Lehrer, Schriftsteller, Gelehrter

 

Biographie 

von Vladek Viehmann

Quelle: The Jewish National and University Library, Jerusalem
Peter Beer, Kupferstich, um 1900

Mit 13 Jahren ging Beer nach Prag und von da nach Preßburg; an beiden Orten studierte er den Talmud. Dann aber wich er von den traditionellen Wegen ab und ging nach Wien, wo sich u. a. Sonnenfels seiner annahm und ihn stark beeinflusste.1780 studierte er Pädagogik an der Universität in Wien und war damit einer der ersten Juden, die im Rahmen des von Joseph II initiierten pädagogischen Reformprogramms, eine Ausbildung auf diesem Gebiet erhielten.Mit 18 Jahren wurde er Lehrer an der deutschen Schule in Mattersdorf (heute Ungarn).1785 kehrte er als Lehrer in seine Heimatstadt zurück.1797 erscheint sein Buch „Kelch des Heils“, das sich mit der Darstellung des Judenpatents von 1797, Aufmunterung zur Liebe und Dankbarkeit gegen den Monarchen und der genauesten Befolgung dieser Verordnung befasst. 1810 druckte er auf eigene Kosten das Buch „Judentum“, in dem er alle wesentlichen Glaubens-, Sitten- und Zeremoniallehren der damaligen Juden zum Gebrauch im Elementarunterricht darstellt.1811 wurde er nach Prag berufen, wo er als Lehrer an der „Normalschule“ arbeitete. Im Rahmen der Schule wünschte Beer kein hebräisches oder gar jüdisches Wort und auch keine übersetzten Zeremonialgesetze.Als Mitarbeiter war Peter Beer auch in der Zeitschriften Sulamith, Me’asef und Bikore Etim tätig.1822/23 erscheint sein Hauptwerk Geschichte, Lehre und Meinungen aller bestandenen und noch bestehenden religiösen Sekten der Juden und der Geheimlehre oder Kabbalah. In diesem Buch präsentiert Beer die Geschichte des Judentums als die Geschichte einer Abfolge von verschiedenen Sekten. 

Literatur

  • Hecht, Louise: Ein jüdischer Aufklärer in Böhmen. Der Pädagoge und Reformer Peter Beer (1758-1838), Köln/Weimar/Wien 2008.
  • Hecht, Louise: Beer, Peter, in: The YIVO Encyclopedia of Jews from Eastern Europe, letzter Zugriff (7. Dez. 2017].
  • Kestenberg-Gladstein, Ruth: Neuere Geschichte der Juden in den böhmischen Ländern, Tübingen 1969.
  • Encyclopaedia Judaica, Jerusalem 1973.
Quelle: The Jewish National and University Library, Jerusalem
Peter Beer, Kupferstich, um 1900

Bibliographie

zusammengestellt von Andreas Kennecke

Bücher

  • תולדות ישראל, oder Geschichte der Juden, von der Schöpfung bis nach Zerstörung des ersten Tempels, in hebräischer Sprache, nebst einer deutschen Übersetzung und moralischen Anmerkungen, dann Leseregeln der hebräischen Sprache, als Elementarunterrichtsbuch für jüdische Kinder, Prag (Elsenwanger) 1796. [Zweite Auflage Wien (Anton Schmid) 1810]
  • כוס ישועות, oder Kelch des Heils, gefüllt aus der Quelle der Wahrheit, und mit dem wärmsten Brudergefühle dargereicht den Kindern Israels in den k. k. österreichischen Staaten, besonders der Kolonie in Böhmen, Prag (K. Barth) 1802, XVI, 299 S. Hebräisch und Fraktur.
  • Dankrede dem hochwürdigen Herrn Joseph Devotti. Bei Gelegenheit einer Prüfung seiner in den grammatischen Klassen unterrichteten, sowohl christlichen als jüdischen Schülern, Prag (Gottlieb Haase) 1806.
  • Geschichte der Juden von ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bis zur Zerstörung des zweyten Tempels, nach Flavius Josephus. Zunächst für die jüdische Jugend bearbeitet und mit erläuternden Anmerkungen begleitet, Wien (Beck) 1808, xxviii, 312 S.
  • דת ישראל, oder, Das Judenthum, das ist: Versuch einer Darstellung aller wesentlichen Glaubens- Sitten- und Ceremoniallehren heutiger Juden : zum Gebrauche bei dem Elementarreligionsunterrichte ihrer Jugend : nebst einem Anhange für Lehrer, Prag (K. Barth) 1809–1810.
  • Die Macht der Religion. Ein Wort des Trostes, allen, denen der Krieg, mittelbar oder unmittelbar, eine geliebte Person durch den Tod entrissen hat, Prag (F. J. Scholl) 1814, 78 S. 
  • Gebetbuch für gebildete Frauenzimmer mosaischer Religion, zum Gebrauche bei der öffentlichen, als auch häuslichen Gottesverehrung, Prag (Enders) 1815, 202 S.
  • Handbuch der mosaischen Religion für studirende oder sonst höhere Bildung geniessende Jünglinge, Kurs 2; mit dem Portrait des Verfassers, Prag/Wien (Haas) 1818-1821.
  • Geschichte, Lehren und Meinungen aller bestandenen und noch bestehenden religiösen Sekten der Juden und der Geheimlehre oder Kabbalah, Brünn (Joseph Georg Traßler) 1823, XXIV, 439 S.
  • Über Versinnlichung und Zeremonien in der rein mosaischen Religion. Fragment eines bald erscheinenden Werkes über Mosaismus und Rabbinismus, Prag (Scholl & Landau) 1825.
  • Handwörterbuch der deutschen Sprache. Mit besonderer Beziehung auf ihre gleichnamigen (homonymen), sinnverwandten (synonymen) und uneigentlichen (tropischen) Ausdrücke. Nach den Wortfamilien geordnet, zunächst für angehende Schullehrer und reifere Schüler, Wien (Sollinger) 1827, mehrere Bände, in Fraktur.
  • Skizze einer Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten von der frühesten Zeit bis auf die Gegenwart, Prag (Landau) 1832, 83 S.
  • Leitfaden bei dem Elementar-Unterrichte in der mosaischen Glaubens- und Pflichtenlehre: der Vernunft, der Schrift und dem Bedürfnisse unserer Zeit gemäss, Prag (M. J. Landau) 1832, 94 S.
  • Probe einer Uebersetzung des More nebuchim, übersetzt von peter Beer, Prag (Sommer) 1833, 16 S.
  • Leben und Wirken des Rabbi Moses ben Maimon, gewöhnlich Rambam auch Maimonides genannt. Prodrom u. Einladung zur Subskription, auf eine, mit erl. Anm. begleiteten dt. Uebers. d. von diesem hochgefeyerten Manne verfaßten hermeneut.-philosoph.-theolog. Werkes More nebuchim, Prag (Sommer) 1834, 94 S.
  • Reminiscenzen, bezüglich auf Reorganisation des öffentlichen Gottesdienstes bei den Israeliten; Allen die Sinn für d. Gute haben, u. zunächst den verehrten Vereinsmitgliedern des neu organisirten Cultus der Israeliten in Prag, zur Beherzigung dargereicht, Prag (Buchdr. v. J. H. Pospischil) 1837, 73 S.

Artikel

  • Ueber einige bei der jüdischen Nation bestandene, und zum Theil noch bestehende religiöse Secten, in: Sulamith, I, S. 263–-284, 352–372.
  • Über Literatur der Israeliten in den kaiserlich-österreichischen Staaten, im letzten Decennio des 18. Jahrhunderts, in: Sulamith, I, S. 342–357, 421–426; II, S. 42–61.
  • Über die Nothwendigkeit einer Sammlung von Lebensbeschreibungen gelehrter und sonst rühmlich sich auszeichnender Männer in Israel, in: Sulamith. III, S. 234–266.
  • Auszug aus der Rede des Herrn P. Beer, in: Sulamith, IV, S. 157–166.
  • Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder, in: Sulamith, V, S. 3–22.
  • Historischer Flug durch die Regionen der Vorzeit, beim Eintritte des Jahres 1824, in: Sulamith, VI, S. 291–306, 366-372.
  • Über die Ansässigkeit der Hebräer in Österreich überhaupt, und in Wien besonders, in: Sulamith, VI, S. 171–179.

Zitierhinweis:Vladek Viehmann und Andreas Kennecke: Peter Beer. Biographie und Bibliographie, in: haskala.net. Das online-Lexikon zur jüdischen Aufklärung / hg. von Christoph Schulte, URL<>, letzter Zugriff [Datum, Uhrzeit].