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Medienbildung an der UP - Aktuelle Ausgabe des Journals zur Lehrerbildung

Vn UP2date Redaktion

Die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für einen „sorgsamen Umgang mit digitalen Medien“ und das Erlernen in „möglichst allen Fächern“ mit dem Ziel, „die jungen Menschen für die kompetente, verantwortungsbewusste und sinnvolle Nutzung digitaler Medien zu befähigen“ … mit diesen von Lehrerinnen und Lehrern immer wieder genannten Gründen für die „Pflichtaufgabe Medienbildung“ leitet Rowitha Lohwaßer das Editorial zur aktuellen Ausgabe von kentron – Journal zur Lehrerbildung ein. Das Thema Medienbildung in der Schule ist so aktuell wie nie zuvor und in den vergangenen drei Jahren ist an Universität Potsdam eine Menge in dieser Richtung passiert. Grund genug, um diesem Thema eine gesamte Ausgabe des Journals zu widmen.

Im Jahr 2013 erhielt das Projekt „Medienbildung in der LehrerInnenbildung“ (MedLeh) finanzielle Mittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE), um durch die technische Ausstattung der Fachbereiche einen Beitrag zur stärkeren Einbindung digitaler Medien in die Lehrer*innenbildung zu unterstützen. „Über 20 Konzeptanträge aus fast allen Fachbereichen der Lehrerbildung folgten“ auf die Ausschreibung des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB), berichtet Cornelia Brückner vom ZeLB in ihrem einführenden Artikel. So konnten über 400 mobile Endgeräte (Laptops, Tablets etc.) an die Projektteilnehmer ausgegeben und 19 Lehr-Lernräume digital ausgestattet werden (Interaktive Whiteboards, Lernlabore). Die Bestellung von Geräten war an konzeptionelle didaktische Überlegungen gebunden und sicherzustellen, „dass diese Geräte auch direkten Eingang in die Lehre finden“, schreibt Brückner. Das hat das Projekt „MedLeh“ auch erreicht: die Zahl der Lehrveranstaltungen im Lehramtsstudium, „die digitale Medien einsetzen und/oder zum Gegenstand für schuldidaktische Überlegungen haben“ sein sprunghaft angestiegen. In das „Was, womit und wie“ der Teilprojekte geben die vielfältigen Einzelbeiträge des Journals einen Einblick.

Workshoptage, Tablet-PC's und Interactive Whiteboards

Den Auftakt machen drei Projektberichte aus dem Sprachenbereich. Der Lehrstuhl Didaktik des Englischen wählte ein besonderes Format und organisierte unter dem Motto „What’s UP?“ Studientage für Schülerinnen und Schüler, die in Workshops mittels mobiler Endgeräte und nützlicher Apps Videoblog-Einträge, Kurzfilme und Comics entwerfen konnten. Die Studierenden des Fachs hingegen erprobten ihre medien- und fachdidaktischen Kompetenzen. Aus der Didaktik der romanischen Sprachen kommt ein Seminarbeispiel, in dem sich Studierende unter Nutzung des Klassensatzes von 24 Tablet-PCs mit verschiedenen für den Spanischunterricht sinnvollen digitalen Anwendungen bekannt machten, diese erprobten und auf ihre Möglichkeiten für den Schulunterricht hin kritisch reflektierten. Das MedLeh-Teilprojekt aus der Didaktik des Lateinunterrichts fokussierte (auch auf Basis von Studierendenbedarfen) den Einsatz und die Arbeit mit Interaktiven Whiteboards im Unterricht. Der Artikel gibt Einblick in mehrere sehr interessante und praxisorientierte Studierendenarbeiten (Seminar und Masterarbeiten).

Microteaching in der Geschichtsdidaktik

In der Geschichtsdidaktik hingegen wurden die Mittel des MedLeh-Projektes für Videokameras, Mikrofone, Laptops und Software zur Videobearbeitung genutzt, die beim Microteaching und Videocoaching zum Einsatz kommen. Dabei zeichnen Studierende Unterrichtssequenzen im Seminar und später auch im Praxissemester auf und reflektieren – begleitet durch Lehrende und Betreuer*innen - ihr Lehrhandeln anhand verschiedener Leitfragen. Die Resonanz bei den Studierenden ist sehr positiv.

Mobile Devices in Praxissituationen

Weitere Berichte stammen aus der Grundschulpädagogik Sachunterricht, wo die Pädagogische Werkstatt für Studierende und Lehrende mit einem Whiteboard und allen zur Verfügung stehender Lernsoftware ausgestattet wurde. Über die Arbeit mit Tablets und Flatpanel in Praxiskursen der Sportdidaktik berichtete UP2date berichtete bereits in Ausgabe 11.

Über den Einsatz von Tablets und Smartphones in Physiklehramts- und Schüler*innenpraktika berichtet der Lehrstuhl Physikdidaktik. Mobile Endgeräte werden hier zur Aufzeichnung von Experimenten sowie zur Auswertung von Daten genutzt, die auch Eingang in die Schule finden. Begleitend zur Praxis wird in einem Promotionsprojekt erforscht, wie Smartphone-Experimente authentischer gestaltet und in den Unterricht integriert werden können.

Es folgen Beiträge aus der Geographiedidaktik, die insbesondere die Potenziale digitaler, mobiler Medien im Rahmen von Exkursionen hervorhebt, aus der Didaktik der Informatik, die im neu eingerichteten Lernlabor, das aktive Gestalten und praktische Entwickeln von interaktiven Objekten und Installationen ermöglicht sowie aus dem Fachbereich Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT), wo Studierende durch Nutzung eines Tablets über das ganze Semester hinweg in- und außerhalb von Lehrveranstaltungen Erfahrungen beim Lernen mit digitalen Medien sammeln können. Abschließend wird das gemeinsame Projekt „Digitales Lernen Grundschule“ des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik mit der Rosa-Luxemburg-Schule Potsdam vorgestellt. (UP2date Nr. 10 berichtete) 

Wie Cornelia Brückner einleitend schreibt, waren mit dieser Ausgabe des Jorunals kentron zwei Ziele verbunden:  einerseits einen Einblick in die Aktivitäten in den Fachbereichen zu geben und öffentlich zu dokumentieren und andererseits zur weiteren Ideenentwicklung und zum Austausch zwischen den Teilprojekten anzuregen. Dies dürfte den Macher*innen des Journals und den Autor*innen bestens gelungen sein.

Wir gratulieren zu diesem sehr spannenden und interessanten Heft. Schauen sie rein, es lohnt sich!

Download kentron - Medienbildung

 

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