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GPJE-Jahrestagung 2024

Ethische Grundlagen politischer Bildung

05.06. - 08.06.2024

Tagungsort: Campus Griebnitzsee, Anschrift: August-Bebel-Straße 89 14482 Potsdam

Politische Bildung sieht sich heute mit einer Vielzahl politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen konfrontiert, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten potenziert haben – Klimakatastrophe, Migration, Diversität, antidemokratische Positionen, Tendenzen zum Autoritarismus auch innerhalb von Demokratien, die Schere zwischen Arm und Reich. Hinzu treten sich verschärfende internationale Konflikte – demokratische Staaten vs. autoritäre Regime, die Rückkehr des Krieges nach Europa, globale Ungleichheiten etc. Auch wenn die politische Bildung nicht die von der Politik oftmals an sie herangetragene Rolle der „Feuerwehr“ in Krisenzeiten annehmen möchte, sieht sie sich gleichwohl von diesen vielschichtigen politisch-gesellschaftlichen Problemlagen (Stichwort „Polykrise“) heraus- und zu einem adäquaten Umgang mit diesen im Sinne des Bildungsanspruchs der Lernenden aufgefordert. In der Tradition der aristotelischen Klassifikation der Wissenschaften zählt die politische Bildung wie die Politikwissenschaft und die Ethik zur praktischen Philosophie, die sich auf das menschliche Handeln bezieht. Diese politisch-gesellschaftliche Praxis bedarf der ethischen Orientierung. Die GJPE-Jahrestagung 2024 möchte daher der Frage nachgehen, welches die ethischen Grundlagen sind, auf die sich die politische Bildung beziehen und stützen kann. Entsprechend der vielschichtigen Formationen des Politischen ergeben sich für die Reflexion der ethischen Grundlagen politischer Bildung eine Vielzahl von Themen, die einen Beitrag zur ethischen Selbstvergewisserung der Disziplin leisten können, u.a.:

  • Wie lässt sich die politische Bildung der Gegenwart jenseits jeglicher Moralisierung ethisch fundieren, so dass Schülerinnen und Schüler eigenständige Perspektiven für ein gelungenes Leben entwickeln können, das ihr Reflektieren und Handeln im Politischen einschließt?
  • Welche Quellen der Ethik vermögen Schülerinnen und Schülern angesichts einer zunehmenden Fragmentierung des Politischen, von scheinbar nicht zu überbrückenden politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Gegensätzen (I.L.A. Kollektiv 2017; Sandel 2023), Orientierung zu bieten?
  • Wie thematisieren Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in schulischen und außerschulischen politischen Bildungsprozessen ethische Grundlagen politischer Bildung?
  • Wie lassen sich in der politischen Bildung die Thematisierungen von Krieg und Frieden (Sander 2022), Diversität (Oberle/Stamer 2023), Digitalität und KI (Busch/Keuler 2023), des Anthropozäns (Juchler 2023), von Heterogenität (Bonfig/Scaramuzza 2021), Menschenwürde (Spieker 2022) etc. ethisch stützen?
  • Machen die Herausforderungen des Anthropozäns eine Vermittlung von entsprechenden Verhaltensdispositionen und die Veränderung althergebrachter Lebensgewohnheiten durch politische Bildung erforderlich? Stünde ein solcher Anspruch in Konflikt mit dem Überwältigungsverbot des Beutelsbacher Konsenses? Ließe sich ein solches didaktisches Ansinnen ethisch begründen?
  • Benötigt die Ausübung äußerer Freiheitsrechte als Voraussetzung innere Freiheit im Sinne der Beherrschung der eigenen Leidenschaften und Bedürfnisse?
  • Kommt bei der Begründung politischer Ethik für die politische Bildung allein Menschen eine Würde zu (Sutor 1997, 31) oder müssen auch „Tiere als Zwecke an sich“ (Korsgaard 2021, 191) betrachtet werden?

Literaturangaben sind im CfP zu finden.



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