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Geschichte der Juden in Kremmen

Foto: Wikimedia_@Clemensfranz
Wohn- und Geschäftshaus der Familie Borchardt, Am Mark 5

In Kremmen gab es bereits im 18. Jh. Juden, deren Anzahl jedoch stets gering blieb. Sie hatten aber eine kleine Synagoge im Stadtzentrum, die sich im Haus Am Markt 5 befand. Ihr Baujahr ist allerdings nicht bekannt. Doch schon 1840 wurde das Gebäude bei einem großen Stadtbrand zerstört.

Am selben Ort wurde später das Textilgeschäft der jüdischen Familie Borchardt errichtet. Isidor Borchardt erhielt 1840 Bürgerrechte in Kremmen; seine Nachkommen lebten bis 1938 in der Stadt. Mit Ausnahme von zwei Kindern, denen die Emigration nach Südamerika gelang, wurde der Großteil der Familie Borchardt im Warschauer Ghetto ermordet. Seit 1988 erinnern eine Gedenktafel und seit 2012 fünf Stolpersteine am Kremmener Marktplatz an den letzten freiwilligen Wohnort der Familie.

Nach 1945 lebte für kurze Zeit noch eine jüdische Familie in Kremmen.

Isak Aasvestad

 

Literatur:

Alemannia Judaica, in: www.alemannia-judaica.de/brandenburg_friedhoefe2.htm

Klaus-Dieter Alicke, Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, in: www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/m-o/1530-oranienburg-brandenburg

Maria Berger, Uri Faber,  Felicitas Grützmann u.a. (Hrsg.): Synagogen in Brandenburg. Spurensuche, in: www.uni-potsdam.de/synagogen-in-brandenburg/orte/kremmen.php

Dirk Nierhaus: Stolpersteine verlegt, in: Märkische Oderzeitung (MOZ) vom 30.4.2012.

Wolfgang Weißleder: Der gute Ort jüdische Friedhöfe im Land Brandenburg, Potsdam 2002.