Prüfungsdidaktik

Kompetenzorientiertes Prüfen

Seit der durch den Bologna-Prozess hervorgebrachten Umstellung auf kompetenzorientierte Studienziele, wächst der Bedarf nach studierendenzentrierten Lernformen, mit denen der studentische Kompetenzerwerb überprüft werden kann. Der Prüfungsinhalt wird dabei entlang der zuvor festgelegten Lernziele der Module konzipiert.  E-Assessments können dabei helfen, die Lernprozesse zu begleiten. Mehr Informationen zu kompetenzorientieren Prüfen finden Sie auf der Themenseite des ZfQ.

Constructive Alignment

Das Constructive Alignment ist ein didaktisches Konzept, das auf einem ergebnisorientierten Lehr-Lernverständnis beruht: Lehr- und Lernmethoden werden eng mit den angestrebten Lernzielen und der Prüfungsform abgestimmt. Constructive Alignment gehört zu den Grundpfeilern der Bologna-Reform.

Eine ausführliche Beschreibung inklusive Anwendungsbeispiele des Constructive Alignment finden Sie auf der e-Teaching Themenseite.

Ziele als Ausgangspunkt

Prüfungsaufgaben sollen sich eng an den Lernzielen orientieren, um den dort festgelegten Kompetenzerwerb der Studierenden zu unterstützen. Lernziele können unterschiedlichen Taxonomiestufen zugeordnet werden. Taxonomien dienen der Ordnung von Lernzielen und helfen dabei, diese nach logischen Kriterie hierarchisch zu gliedern. Die bekannteste Taxonomie stammt von dem Psychologen und Erziehungswissenschaftler Benjamin Bloom. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche E-Assessment-Formen sich am besten für die einzelnen Lernzielstufen eignen.

1. Wissen von Fakten, Methoden und Theorien des jeweiligen Wissensgebiets

2. Verstehen von Zusammenhängen / Erkennen der Bedeutungen der Teilinformationen, Rekombination, Treffen von Voraussagen

3. Anwenden des Wissens bei konkreten, bis dahin unbekannten Aufgaben und Problemstellungen

4. Analyse von Sachverhalten und Problemstellungen auf wesentliche Elemente

5. Synthese / kreative Kombination bekannter Informationen

6. Evaluation / Bewerten von Ergebnissen

→ Stufen 1-3: Single-& Multiple Choice-Formate 

→ Stufen 4-6: Open-Book/Take Home, Freitextformate

E-Portfolios können verschiedene Aufgabentypen kombinieren und können somit alle Taxonomie-Stufen abdecken.

Kompetenzorientiertes Prüfen

Seit der durch den Bologna-Prozess hervorgebrachten Umstellung auf kompetenzorientierte Studienziele, wächst der Bedarf nach studierendenzentrierten Lernformen, mit denen der studentische Kompetenzerwerb überprüft werden kann. Der Prüfungsinhalt wird dabei entlang der zuvor festgelegten Lernziele der Module konzipiert.  E-Assessments können dabei helfen, die Lernprozesse zu begleiten. Mehr Informationen zu kompetenzorientieren Prüfen finden Sie auf der Themenseite des ZfQ.

Constructive Alignment

Das Constructive Alignment ist ein didaktisches Konzept, das auf einem ergebnisorientierten Lehr-Lernverständnis beruht: Lehr- und Lernmethoden werden eng mit den angestrebten Lernzielen und der Prüfungsform abgestimmt. Constructive Alignment gehört zu den Grundpfeilern der Bologna-Reform.

Eine ausführliche Beschreibung inklusive Anwendungsbeispiele des Constructive Alignment finden Sie auf der e-Teaching Themenseite.

Innovativ prüfen!

E-Prüfungsplattformen bieten eine Vielzahl an Prüfungsmethoden. So können Audio-, Bild- und Video-Materialien eingebunden werden, Zwischenprüfungen können spielerisch gestaltet werden. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und wir besprechen mögliche E-Prüfungsszenarien für Ihre Lernziele.

→ Gut zu wissen: Unser Moodle-Kurs "Fragetypen in Moodle" bietet Ihnen einen detaillierten Überblick über innovative Assessmentfragen auf der Plattform

Assessment drives Learning: So gelingt kompetenzorientierte Fragenerstellung

Die Lernzieltaxonomie nach Bloom kann dazu genutzt werden, durch bestimmte Verben die Kompetenzprüfung zu steuern:  Wollen Sie zum Beispiel die Lernzielstufe „Wissen“ prüfen, eignen sich Verben wie "benennen", und "definieren" für die Frageerstellung. Für die höhere Lernzielstufe „Analysieren“, können Sie Verben wie "diskutieren", "dekonstruieren" oder natürlich "analysieren" nutzen.

Video & Audio in E-Assessments integrieren
Bei Auswahlfragen sind diese Nuancen in der Frageerstellung nicht möglich. Durch Beurteilungsfragen in Kombination von Text-/Video-/ oder Audio-Ausschnitten ("Passage-based-Questions") können jedoch auch SC-Aufgaben die Kompetenzebene „Anwenden“ und „Analyse“ geprüft werden. Beispiel: Wurden alle Merkmale genannt? Ist der Prozess korrekt beschrieben? 

Doch auch ohne Analyse-Material lassen sich SC- und MC-Fragen kompetenzorientiert gestalten.

Do's & Don'ts: Multiple-Choice

Bei einer stetig wachsenden Anzahl Studierender hat sich die Multiple-Choice Prüfung als zeitsparendes Prüfungsformat durchgesetzt. Durch die automatisierte Auswertung bieten sich MC-Prüfungen gerade in Online-Szenarien an. Mit der richtigen Formulierung der Fragen und Antwortmöglichkeiten (Distraktoren), kann die didaktische Zielsetzungen des kompetenorientierten Prüfens gewährleistet werden.

Fragenerstellung bei MC-Prüfungen
Do'sDon'ts
  • Anwendungsfragen, z.B. fachliche Vorgehensweisen beurteilen
  • Jede Frage hat einen spezifischen Fokus 
  • Cover-the-Options-Rule: Die Fragen sind auch ohne die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten beantwortbar
  • Auswahl von Items: Einschränkung der Fragethemen auf Teilaspekte  (Kapitel, Vorlesungseinheiten, Lernziele)
  • Positive Formulierung verwenden  

 

  • Reine Faktenabfrage (z.B. Definitionen)
  • Mehrere Aspekte mit einer Frage abdecken
  • Negativfragen
  • Die Gestaltung der Frage lenkt vom Thema ab 
  • Fragen mit uneindeutigen Antworten („Was würden Sie machen?“)
  • Wissen um Abkürzungen von Fachbegriffen/ Institutionen voraussetzen
Erstellung von Distraktoren bei MC-Prüfungen
Do'sDon'ts
  • Nahliegende Distraktoren (z.B. gängige Fehlkonzepte)
  • Inhaltlich homogene, etwa gleich lange und gleich komplexe Antwortmöglichkeiten
  • Logische Anordnung der Antwortalternativen (z. B.  Zahlenwerte aufsteigend)                                                                                                
  • Variierende Anzahl an Distraktoren
  • Minimaler Leseaufwand
  • Abwegige oder offensichtliche Lösungsalternativen  
  • Die Antwortmöglichkeiten überschneiden sich
  • Wissenschaftliche Fachbegriffe sind ungleichmäßig über die Antwortalternativen verteilt
  • Absoluten Aussagen, wie „nie“, „immer“
  • Richtige Antwort kann anhand eines Musters identifiziert werden

Tipps zur Verhinderung von Täuschungsversuchen 

  • Zeit eher knapp ansetzen 
  • Vermeidung von Schlagwörtern in der Aufgabenstellung 
  • Fragen zufällig auswählen 

Barrierearmes E-Assessment

E-Assessments können durch örtliche und zeitliche Flexibilisierungsmöglichkeiten Barrieren abbauen, es können allerdings auch Barrieren entstehen. Für ein möglichst barrierearmes E-Assessment sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Bilder mit Bildbeschreibung ausstatten
  • Mehrere Methoden zur Eingabe von Antworten anbieten (Maus, Tastatur, Touch)
  • Assistenzsysteme nutzbar machen: z.B. Bildschirmlupe, Vorlesungssoftware (Kontaktieren Sie uns für Hilfestellungen bei der Einstellung)
  • Probeklausur: Lassen Sie Studierende die Prüfungsformate vor der Prüfung mit genug Vorlauf testen
  • Transparenz: Geben Sie den Studierenden die Möglichkeit, Sie diskret über Einschränkungen zu informieren um Ihr E-Assesment-Konzept danach ausrichten zu können
  • Überprüfen: Sind Graphiken für farbenblinde Studierende lesbar? Zum Beispiel mit dem Farbkontrast-Analyzer

Informationen zu digitaler Barrierefreiheit und Nachteilsausgleichsregelungen finden Sie hier: