DFG - DIGILOG


Digitales Netz

Das Forschungsprojekt   

Digitale Transformation auf der lokalen Ebene der Verwaltung in Europa: Dynamics and Effects from a Cross-Countries and Over-Time Comparative Perspective (DIGILOG) ist ein gemeinsames dreijähriges Forschungsprojekt  der Universität Potsdam, der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Wirtschaftsuniversität Wien. Ziel des Projektes ist es systematisches, länderübergreifendes und vergleichendes Wissen über den Stand der Umsetzung der digitalen Transformation und ihren Auswirkungen auf der lokalen Ebene in Europa zu generieren.  

Die digitale Transformation ist eine der wichtigsten Innovationen auf der kommunalen Ebene. Es wird erwartet, dass sie die lokale Leistungserbringung, die öffentliche Verwaltung und die Governance in Europa grundlegend verändert. Das Projekt reagiert damit auf den anhaltenden Bedarf nach einer Bestandsaufnahme, wie weit die Digitalisierung auf der Ebene der Kommunalverwaltung bereits fortgeschritten ist und wie sich ihre Dynamik und Ausgestaltung in Europa darstellt.  

Insbesondere die Covid-19-Pandemie hat deutlich gemacht, dass bestehende institutionelle Defizite, eine nachhaltige Erbringung von öffentlichen Dienstleistungen im digitalen Raum herausfordern. DIGILOG will daher die bestehenden Wissenslücken im Forschungsbereich  der digitalen Transformation und ihrer Auswirkungen auf der lokalen Ebene angehen und damit die wachsende Forschung auf der nationalen Regierungsebene um die lokale Perspektive ergänzen. Ein besonderer Fokus des Projektes liegt  auf dem vergleichenden Aspekt.  

Wer sind wir und was tun wir?  

Insgesamt bilden je zwei Forschungsteams von der Universität Potsdam in Deutschland und der ZHAW in der Schweiz das interdisziplinäre Forschungskonsortium. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) in Österreich ist als Partner eng in das Projekt eingebunden. Um die Dynamik im Zeitverlauf und die Auswirkungen der lokalen digitalen Transformation aufzuzeigen, werden wir zwischen disruptivem und inkrementellem Wandel unterscheiden. Wir gehen davon aus, dass eine spezifische Kombination von Erklärungsfaktoren auf der Makroebene (z.B. länderspezifische institutionelle Rahmenbedingungen und Verwaltungskultur, lokale Governance-Systeme und wirtschaftliche Situation), der Mesoebene (z.B. interne Organisation und Ressourcen) und der Mikroebene (Akteursstrategien und Mikropolitik) unterschiedliche Transformationsdynamiken sowie Outputs, Outcomes und Auswirkungen der Digitalisierung erklären.  

Das Projekt verwendet ein Mixed-Methods-Design, dass neuartige quantitative und qualitative Forschungsansätze verbindet und integriert. Der qualitative Teil baut hier überwiegend dem quantitativen Teil auf. Als Kernelement werden wir eine Echtzeit-Monitoring-Plattform für die digitale Transformation auf kommunaler Ebene in Europa entwickeln. Dies wird insbesondere durch das Team der ZHAW geleitet, das für den quantitativen Teil der Forschung verantwortlich ist. Mit Hilfe von Web-Crawling-Methoden und Umfragen zielt dieser quantitative Projektteil darauf ab eine breite systematische Datenerhebung und Analyse durchzuführen, die einen Großteil der europäischen Gemeinden erfasst. Das Team der Universität Potsdam ist für den qualitativen Teil verantwortlich, indem mit Hilfe von multiplen Fallstudien die Dynamiken und Entwicklungen der digitalen Transformation verschiedener europäischer Kommunen analysiert werden.  

Was sind unsere Ziele?   

DIGILOG zielt darauf ab, neues vergleichendes Wissen über lokale Digitalisierungsreformen zu generieren und die Zusammenhänge zwischen nationalen Kontextbedingungen, lokalen Veränderungsdynamiken und Reformeffekten aufzuzeigen. Die Ergebnisse werden den Umfang der konzeptionellen und empirischen Grundlagen der vergleichenden Forschung zu Kommunalverwaltung und digitaler Transformation erweitern. Die gewonnen Erkenntnisse über die Digitalisierungsbemühungen der Kommunalverwaltungen aus europäischer Perspektive, können als Grundlage für die politische Gestaltung der künftigen Modernisierung des öffentlichen Sektors genutzt werden.  

Fallstudien   

Begleitend zu den quantitativen Erhebungen werden in ausgewählten Kommunen, die auch Teil der erweiterten Erhebungsstichprobe sind, vergleichende Fallstudien durchgeführt. Die Fallstudien werden in Gemeinden mit unterschiedlichen Verwaltungskulturen durchgeführt, um die länderspezifische Varianz der lokalen Verwaltungssysteme zu erfassen.   

Der Fallstudienansatz stützt sich auf Feldforschungsmethoden und semi-strukturierte Experteninterviews sowie Fokusgruppen, die mit lokalen Hauptgeschäftsführer:innen, Chief Information Officers (CIOs), Abteilungsleiter:innen, Personalvertretretungen, Mitarbeitenden und Bürger:innen durchgeführt werden. Ziel ist es, aufbauend auf den Zwischenergebnissen des quantitativen Teils, vertiefte Einblicke in die internen Prozesse und Akteurskonstellationen der jeweiligen digitalen Transformationspfade zu gewinnen, indem die organisatorischen Realitäten in den Kommunen erfasst werden.  

  

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Campus Griebnitzsee
Raum: 3.01.1.89