Erfahrungsberichte


Auslandssemester

Lucas Hirsch, WCS 18/19,
University of Glasgow, Vereinigtes Königreich

Cameronians War Memorial
Foto: University of Glasgow
Das Kriegerdenkmal vor der Universität Glasgow.

Den Entschluss mein Auslandssemester in Glasgow zu absolvieren, fasste ich bereits in der ersten Woche meines Masterstudiums, nachdem Professor Neitzel in der ersten Sitzung von dieser Möglichkeit berichtete. Der formelle Bewerbungsablauf verlief relativ unkompliziert und schon wenige Tage nach meiner Bewerbung erhielt ich die formelle Zusage. Die Frist für meinen Aufenthalt von Januar bis April 2020 war der 1. Dezember 2019. In Glasgow habe ich ein Postgraduate Certificate (PGCert) in War Studies absolviert. Dieses erhält man nach der erfolgreichen Absolvierung von drei Kursen à 20 credits (entspricht 10 ECTS), was wiederum einer gewöhnlichen Semesterleistung in Deutschland gleichkommt. Die Studiengebühren betragen etwa 3.000 Euro.

Lucas Hirsch
Foto: Lucas Hirsch

Ankunft und Start hätten reibungsloser nicht verlaufen können. Der Ablauf der Seminare unterscheidet sich nicht groß von deutschen Universitäten. Es müssen in der Regel eine 15-minütige Präsentation, begleitet von einer schriftlichen Ausarbeitung derselben, sowie ein längeres Essay zum Ende der Vorlesungszeit erbracht werden. Der größte Unterschied besteht in der Menge der Lektüre, die es für jede Seminarsitzung vorzubereiten gilt. Bleibt man dort nicht auf dem Laufenden, gerät man in Diskussionen recht schnell ins Hintertreffen.

Ich habe meine Zeit in Glasgow außerordentlich genossen. Die War Studies-Kohorte ist mit 16 Leuten relativ klein und bereits nach der ersten Woche war ich voll in die Gruppe integriert und habe in meiner Zeit dort viele Freundschaften geschlossen. Es gab über die Seminare hinaus eine Fülle an Abendvorträgen und Veranstaltungen und ich nahm an so vielen wie möglich teil. Die Studenten des War Studies Programms haben zudem eine War Film Society ins Leben gerufen, im Rahmen derer wir jeden Freitag einen Film geschaut haben, der thematisch zu einem der während der Woche besprochenen Themen passte. Einen Aufenthalt in Glasgow kann ich jedem uneingeschränkt empfehlen. Die Einblicke, Möglichkeiten und Kontakte die sich mir dort ergeben haben gehen weit über das rein Akademische hinaus und waren ungemein bereichernd.

Lucas Hirsch
Foto: Lucas Hirsch

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Kevin Klemann, WCS 18/19,
State University Saint Petersburg, Russland

Bildbeschreibung für Sehbehinderte
Foto: Kevin Klemann
Eisschollen auf der Newa in Sankt Petersburg.

Im akademischen Jahr 2019-2020 habe ich an der Staatliche Universität Sankt Petersburg studiert. Ich hatte bereits im voraus mit den dortigen Dozenten geklärt, dass ich die Lehrveranstaltungen des (englischsprachigen) Studiengangs „Strategic and Arms Control Studies“ belegen würde. Angekommen besuchte ich neben diesen, auch einige Kurse des ebenfalls englischsprachigen Programms „International Relations“, sowie russische Sprachkurse. Natürlich bietet die Universität auch russische Kurse zu internationalen Beziehungen an, diese waren für mich jedoch wenig relevant oder fielen auf die gleichen Zeit wie andere Kurse.

Kevin Klemann
Foto: Kevin Klemann

Die Kurse aus „International Relations“ boten die Möglichkeit mit internationalen wie russische Studenten zu diskutieren, auch wenn sie akademisch eher auf Bachelor-Niveau waren. Die Kurse an denen ich in „Strategic Studies“ teilnahmen waren im Gegensatz dazu sehr interessant und tiefgreifend. Ihr Fokus auf nuklearer Rüstungskontrolle war eine wertvolle Ergänzung zu den Kursen die ich in Potsdam belegen konnte. Gerade die Diskussionen mit Experten des Feldes im Rahmen von Tagungen an der Universität waren enorm aufschlussreich, wenn sie mir auch nicht alle vollständig zugänglich waren.

An den englischsprachigen Kursen nahmen nur einige wenige russische Studenten teil. Insgesamt ist es sehr leicht sich in einer internationalen Blase aufzuhalten, insbesondere wenn man für die russischen Fachkurse unzureichende Russischkenntnisse hat. An sich waren die russischen Studenten mit denen ich mich, sei es in Kursen oder im Rahmen anderer Aktivitäten, getroffen habe aber sehr freundlich, hilfsbereit und wissbegierig.

Eines der größeren Hindernisse auch in den englischsprachigen Kursen ist das eher verschulte System der Universität. Beispielsweise sind Hausarbeiten eher Seltenheit und Klausuren die Regel und auch der Unterricht an sich ist eher frontal. Auch wenn mein zweites Semester durch die COVID-19 Pandemie leider sehr verkürzt und auf Fernunterricht umgestellt wurde, bin ich mit meinem Auslandsaufenthalt insgesamt doch zufrieden. Ganz zu schweigen von persönlichen Beziehungen die ich geknüpft habe, waren gerade die „Strategic and Arms Control Studies“ Kurse akademisch sehr bereichernd.

Kevin Klemann
Foto: Kevin Klemann

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Hans-Hendrik Wagner, WCS 16/17,
Universidad Nacional de Colombia, Kolumbien

Bogotá
Foto: Hans-Hendrik Wagner
Blick auf die Millionenmetropole Bogotá vom Hausberg Monserrate.

Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich im Sommersemester 2020 ein Auslandssemester an der Universidad Nacional de Colombia (UNAL) absolviert. Dabei verbrachte ich meinen Aufenthalt am größten der acht Campus in Bogotá. Mit zeitweise 60.000 Menschen, die an diesem Campus arbeiten und studieren, übertrifft es die Maßstäbe vieler deutscher Universitäten. Im Bereich Internationale Beziehungen  oder Sicherheitspolitik kann die Universität mit zwei Professoren, Alejo Vargas Velásquez und Carlos Medina Gallego, punkten, da beide direkt oder indirekt am Friedensprozess mit der FARC zwischen 2012 und 2016 beteiligt waren.

Hans-Hendrik Wagner
Foto: Hans-Hendrik Wagner

Bogotá mit seinen neun Millionen Einwohner bietet darüber hinaus eine Vielzahl an außeruniversitären Tätigkeiten. Gerade in der Nähe des Universitätscampus gibt es mehrere Viertel mit einer Vielzahl an studentischen Clubs und Bars. Speziell das Stadtviertel Chapinero ist bei den Studierenden wegen seiner Künstlerszene, den vielen Bars sowie der größten Diskothek Lateinamerikas, Theatron, beliebt. Wer während seiner Zeit in Kolumbien die heimische Küche vermisst, kommt in Bogotá auf seine Kosten. Neben einem Restaurant mit deutschen Bratwürsten gibt es viele Etablissements, die deutsche Biere anbieten. Darüber hinaus gibt es viele Sportplätze, innerstädtische Parks und Sehenswürdigkeiten. Für Radbegeisterte besonders interessant ist das sonntägliche Radfahren, bei dem große Teile der Innenstadt gesperrt sind. Außerdem sehenswert ist der Stadtkern mit dem Museo de Oro sowie die Pilgerkirche Montserrat auf 3200m Höhe.

Alles in allem ist ein Auslandssemester in Kolumbien eine Erfahrung, die jeder machen sollte, da das gesellschaftliche sowie kulturelle Leben einem eine andere Sicht auf das Leben in Deutschland ermöglicht, aber auch weil die schiere natürliche Diversität Kolumbiens sehenswert ist.

Hans-Hendrik Wagner
Foto: Hans-Hendrik Wagner

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Praktika

Steven Dewart, WCS 16/17,
Konrad-Adenauer-Stiftung, Libanon

Libanon
Foto: Gregor Rom (Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International License)
Der berühmte Uhrenturm auf dem Place de l’Étoile im Zentrum von Beirut.

Als mir über den Lehrstuhl die besondere Möglichkeit eröffnet wurde, ein dreimonatiges Auslandspraktikum in einem Field Office in Nahost zu absolvieren, nahm ich dankend an. Dieses Büro befasste sich im Schwerpunkt mit sicherheitspolitischen Entwicklungen in Syrien und dem Irak, die Einrichtung selbst arbeitete jedoch, der Praktikabilität wegen, von Beirut aus. In der libanesischen Hauptstadt fließen Orient und Okzident in bemerkenswerter Weise ineinander und vermischen sich zu einem komplexen, kaum vergleichbaren Gemenge aus Politik, Religion und Kultur. Dieses faszinierende Chaos bot in jedem Falle ein besonderes Arbeitsumfeld.

Steven Dewart
Foto: Steven Dewart

Der Auftrag der Einrichtung, welche bei einer politischen Stiftung eingegliedert war, war das Monitoring der sicherheitspolitischen Lage im nahöstlichen Raum, insbesondere im Rahmen des damaligen kurdischen Unabhängigkeitsreferendums im Nordirak sowie den damit einhergehenden Konflikt in der Region. Auch die Untersuchung der Beteiligung deutscher Rüstungsgüter war hier Gegenstand der Untersuchung. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Konferenzen ausgerichtet, beispielsweise um künftigen irakischen Entscheidungsträgern das Konzept der Good Governance näherzubringen.

Im Zuge meiner Tätigkeit selbst, und auch des heiß ersehnten Wochenendes, konnte ich schließlich Land und Leute kennenlernen. Der Libanon ist stabil in seiner Instabilität. So wie das gesamte Land von Korruption, Krieg und Zerstrittenheit geprägt ist, so sind es auch die Menschen in ihm. Hier hat man es verstanden, das Leben in seiner tatsächlichen Vergänglichkeit voll auszukosten. Dort wo vor nicht allzu langer Zeit noch Nachbarn einander ermordeten, ist es nun eine temperamentvolle Hassliebe, welche die Menschen in diesem Land zusammenhält. Die Stadt sucht mit ihrer warmen, beinahe exzentrischen Schizophrenie vergeblich ihresgleichen. Kaum eine Region ist kulturell, sprachlich und konfessionell so heterogen. Von den dekadenten Luxusyachten in der nördlichen Bucht sind nur es nur wenige Minuten in einem der unzähligen Taxis bis zu Flüchtlingslagern und brennenden Müllhalden. Vollkommen zerschossene Ruinen lehnen sich mahnend an glitzernde Fensterfronten. Wenn Paris und Bagdad ein uneheliches Kind hätten, es wäre Beirut. Ein unvergessliches Abenteuer, das ich nicht missen möchte.

Steven Dewart
Foto: Steven Dewart

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Niklas Ebert, WCS 17/18,
International Institute for Strategic Studies, London

Die Arbeit des IISS war mir bereits aus meinem Bachelorstudium bekannt, daher war ich besonders erfreut zu sehen, dass der Studiengang die Möglichkeit eines Praktikums dort unterstützte und, um es kurz zu halten, die Arbeit in London hat mir von meinen bisherigen beruflichen Erfahrungen am besten gefallen.

Niklas Ebert vor dem Gebäude des IISS.
Foto: Niklas Ebert
Niklas Ebert vor dem Gebäude des IISS.

Über den gesamten Zeitraum meines Aufenthalts fühlte ich mich immer wie ein gleichrangiges Mitglied des Teams und hatte stets das Gefühl, dass ich mit meiner Arbeit aktiv zum Vorankommen der Projekte beitrug. Positiv überrascht wurde ich auch von der angenehmen Arbeitsatmosphäre. Trotz des hektischen Betriebs haben sich alle Mitarbeiter, mit denen ich zu tun hatte als sehr hilfsbereit und zuvorkommend erwiesen. Während meiner Zeit beim IISS arbeitete ich eng mit Bastian Giegerich, dem Leiter des Defence and Military Analysis Programms zusammen. Dies funktionierte trotz seiner häufigen Dienstreisen ausgezeichnet und ich hatte die Gelegenheit ihn bei vielen unterschiedlichen Themen zu unterstützen. Unter anderem forschte ich zu europäischer Außen- und Verteidigungspolitik, 3D Drucken im militärischen Bereich und den Anstrengungen der NATO in Bezug auf Resilience. Zusätzlich haben wir gemeinsam einen Kommentar zur Deutsch-Britischen Militärkooperation veröffentlicht. Neben meiner Arbeit hatte ich außerdem die Möglichkeit den zahlreichen interessanten Veranstaltungen des Instituts beizuwohnen, zu denen nicht selten hochrangige Vertreter aus Politik und Diplomatie erschienen.

Insgesamt war das Praktikum beim IISS in London also eine sehr bereichernde Erfahrung. Das Team hat mich freundlich aufgenommen, ich konnte meine Research Skills weiter ausbauen und habe Einblicke in viele verschiedene und spannende Themen bekommen. Für all diejenigen mit einem Interesse an Rüstungs- und Sicherheitspolitik kann ich das IISS uneingeschränkt empfehlen.

Niklas Ebert vor dem Gebäude des IISS.
Foto: Niklas Ebert
Niklas Ebert vor dem Gebäude des IISS.

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Moritz Kosel, WCS 16/17,
BwConsulting, Berlin

Moritz Kosel
Foto: Moritz Kosel

Ich absolvierte ein Praktikum in der Inhouse-Beratung der Bundeswehr, der BwConsulting, am Standort Berlin. Die BwConsulting unterstützt das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) insbesondere bei seinen strategischen Projekten und ist dabei in den Beratungsfeldern Strategie & Steuerung, Prozesse & Organisation und Projektmanagement tätig.

Durch dieses Aufgabenspektrum war es mir in meinem Praktikum möglich, Einblicke in den Geschäftsbereich des BMVg zu erhalten und aktiv an dessen strategischen Projekten mitzuarbeiten. In der täglichen Praxis gestaltet sich dies durch eine Vielzahl an Aufgaben, die u.a. von Recherche- und Analyseaufgaben bis zu Entwicklungs- und Konzeptionsaufgaben, wie z.B. einer Unterstützungssoftware für den Geschäftsbereichs BMVg oder von Haushaltsvorlagen, reichte.

Das Studium unterstütze mich bei diesen Aufgaben auf mehrfache Weise. Beispielhaft sind dafür die Ansätze zur Organisationskultur aus der Militärsoziologie, die mir einen schnellen Zugang zu den kulturellen Eigenschaften der Bundeswehr ermöglichten. Zudem erhielt ich durch das Studium von militärgeschichtlichen Themenfelder ein tiefes Verständnis für das Aufgabenspektrum der Bundeswehr.

Moritz Kosel
Foto: Moritz Kosel

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Christopher Smith, WCS 18/19,
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin

Plakette am Eingang des Gebäudes der DGAP.
Foto: Peter Klöckner-Stiftung
Plakette am Eingang des Gebäudes der DGAP.

When I decided to pursue a Master’s Degree in War & Conflict Studies at the University of Potsdam, my decision was based in part on the close proximity of Potsdam to Berlin and the opportunity that would arise in the course of studies to participate in an internship with one of the many renowned think tanks in the greater Berlin metropolitan area. The reason this was important to me, is that my professional goals involve the practical implementation of theoretical knowledge in real life. More specifically, my goal is to use the theoretical knowledge gained in the academic sphere to inform the policy-making process, and the implementation of the results of that process. An internship promised to provide a window into how a think tank uses theoretical academic knowledge to inform the policy-making process at the ground level. Furthermore, I wanted become better informed about the German political discourse on security policy within the EU and NATO frameworks. The German Council on Foreign Relations (DGAP) provided an unbeatable opportunity to achieve these goals.

Plakette am Eingang des Gebäudes der DGAP.
Foto: Peter Klöckner-Stiftung
Plakette am Eingang des Gebäudes der DGAP.
Christopher Smith
Foto: Christopher Smith

I had the opportunity to work in the security and defense team, where my daily activities support research on a range of relevant security policy issues: possible impacts of the SARS-COV-2 pandemic on European defense spending and budgets, the German debate on nuclear sharing in NATO, deradicalization of extremists, the transition process in Sudan, the future of conflict, and the possible effects of the pandemic on crisis management and the EU’s Civilian Security and Defense Policy (CSDP). The DGAP provided an excellent complement to the War & Conflict Studies program, helped me better understand how academic knowledge informs the policy-making process, and provided me with an excellent opportunity to network with researchers and decision makers. The internship fully met and exceeded my expectations, and I am thankful to have had such an opportunity.

Christopher Smith
Foto: Christopher Smith

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Johanna Steger, WCS 16/17,
Konrad-Adenauer-Stiftung, Namibia und Panama

Blick von der Promenade auf die Skyline von Panama-Stadt.
Foto: Christian E. Rieck
Blick von der Promenade auf die Skyline von Panama-Stadt.

Die Entscheidung für ein Auslandspraktikum stand für mich relativ schnell fest. Ich wollte unbedingt die Erfahrung machen für längere Zeit im Ausland zu leben, neue Menschen, Kulturen und Landschaften kennenzulernen. Interessensbedingt fiel meine Wahl auf die Konrad-Adenauer-Stiftung. Ende August 2017 begann meine Reise in Namibia. Ich absolvierte ein viermonatiges Praktikum in der Hauptstadt Windhuk.

Bildbeschreibung für Sehbehinderte
Foto: Johanna Steger

Während meiner Zeit arbeitete ich hauptsächlich für das EU-Projekt „Action for becoming a credible Civil Society Organisation in Namibian communities“, in dem 50 namibische CSOs aus fünf verschiedenen Regionen durch Capacity Building Aktivitäten unterstützt wurden. Ich unterstützte das EU Team der Stiftung bei der Organisation, Umsetzung und Nachbereitung des Training Moduls „Public participation and engagement skills“. Die Zivilorganisationen wurden auf zweitägigen Workshops von externen Trainer*innen geschult. Ich durfte meinen Kollegen auf die Workshops in zwei Regionen begleiten. Neben den Workshops wurden Vorortbesuche abgehalten, um den bisherigen Fortschritt der teilnehmenden Zivilorganisationen zu analysieren und Evaluierungen durchzuführen. Aufgrund der großen Distanzen Namibias und der Straßenumstände waren wir bei beiden Workshops jeweils eine Woche unterwegs. Es war eine tolle Erfahrung meinen Kollegen in die Regionen zu begleiten, da ich einen direkten Einblick bekommen habe, wie die verschiedenen Organisationen tatsächlich arbeiten.

Bildbeschreibung für Sehbehinderte
Foto: Johanna Steger
Gruppenbild des Teams um Winfried Weck (Mitte) im Auslandsbüro der KAS in Panama-Stadt.
Foto: Johanna Steger
Gruppenbild des Teams um Winfried Weck (Mitte) im Auslandsbüro der KAS in Panama-Stadt.

Im August 2019 zog es mich erneut ins Ausland. Nun ging es für mich nach Panama-Stadt. Hier arbeitete ich ebenfalls für die Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Stiftungsbüro in Panama wurde im März 2019 erst eröffnet, deshalb arbeitete ich größtenteils an der Eröffnungsveranstaltung und den damit verbundenen Besuch von Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorstandsvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Des Weiteren begleitete und unterstützte ich die Organisation von Veranstaltungen im Rahmen des Regionalprogramms „Allianzen für Demokratie und Entwicklung mit Lateinamerika“. Hierbei bekam ich unter anderem die Möglichkeit am lateinamerikanischen Think Tank Summit 2019 in Bogota, Kolumbien teilzunehmen. Außerdem unterstützte ich das Team bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung „Simulación de Parlatino Joven“. Schwerpunkt der Simulation war die Herausforderung politischer Partizipation junger Erwachsener.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Namibia und Panama sind natürlich recht unterschiedliche Länder in denen sich auch die Stiftung anderen Herausforderungen stellt. Dennoch waren es tolle Erfahrungen die ich nicht mehr missen möchte. Die Konfrontation mit den jeweiligen politischen und sozialen Realitäten waren sehr lehrreich. Ich durfte tolle Menschen kennenlernen, habe wunderschöne Orte bereisen dürfen und habe Erfahrungen für mein Leben gemacht, an die ich nach wie vor gerne zurück denke. Ich würde die Entscheidung für ein Auslandspraktikum jedem raten, denn die Erfahrungen sind einzigartig.

Gruppenbild des Teams um Winfried Weck (Mitte) im Auslandsbüro der KAS in Panama-Stadt.
Foto: Johanna Steger
Gruppenbild des Teams um Winfried Weck (Mitte) im Auslandsbüro der KAS in Panama-Stadt.

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Erina Waldmann, WCS 18/19,
Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin

Blick von der Villa La Collina auf den Comer See.
Foto: Erina Waldmann
Blick von der Villa La Collina auf den Comer See.
Erina Waldmann
Foto: Erina Waldmann

Ich war anderthalb Jahre lang studentische Hilfskraft in der Abteilung Internationale Politik und Sicherheit, zuvor Team Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in der Berliner Zentrale. Durch den Lehrstuhl erfuhr ich damals von dieser Stellenausschreibung. Die inhaltliche Nähe zum Studium der War & Conflict Studies ermöglicht theoretisches Wissen aus dem Hörsaal in die Praxis umzusetzen. Zu meinen Aufgaben gehören in erster Linie Recherchearbeiten zu sicherheitspolitischen Fragestellungen und das Verfassen von Konferenzprotokollen, aber auch die inhaltliche sowie organisatorische Vorbereitung zahlreicher Veranstaltungen in diesem Themenfeld. Die Vielfalt der Themen und Formate sorgt für stetige Abwechslung. Momentan beschäftige ich mich intensiver mit der europäischen Sicherheitspolitik und der Zukunft der Kriegsführung.

Über die KAS konnte ich bereits an mehreren Dienstreisen unserer Abteilung teilnehmen. Besondere Highlights sind die Aufenthalte in dem Tagungszentrum Villa La Collina in Cadenabbia am Comer See. Sowohl die gesellige Atmosphäre als auch der inhaltliche Austausch mit Experten bereiten jedes Mal viel Freude und stellen automatisch Chancen zur persönlichen Fortbildung dar. Mit dem Arbeitskreis Junge Außenpolitiker, den ich u.a. auch mitbetreut habe, durfte ich letztes Jahr einige Tage in Wien verbringen und die Bandbreite der multinationalen Organisationen vor Ort kennenlernen. Gerade als Masterstudentin bieten sich so unbezahlbare Gelegenheiten, erste Schritte ins Berufsleben zu fassen und ein eigenes Netzwerk aufzubauen.

Erina Waldmann
Foto: Erina Waldmann

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Laura Wurmbach, WCS 18/19,
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn

Ansicht des GIZ-Campus in Bonn
Foto: Laura Wurmbach
Ansicht des GIZ-Campus in Bonn

Von September 2019 bis Februar 2020 absolvierte ich ein sechsmonatiges Praktikum bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn. Im Rahmen der Umsetzung entwicklungspolitischer Maßnahmen beauftragt und fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Projekte, welche von der GIZ als Bundesunternehmen durchgeführt werden. Ich arbeitete in der Abteilung Krisenmanagement, Migration, Bauen, genauer in der untergeordneten Einheit, welche die entwicklungspolitischen Vorhaben in fragilen Kontexten konzipiert und umsetzt – die Übergangshilfe (ÜH). Die ÜH ist ein Instrument der Krisenbewältigung, welches zwischen der vom Auswärtigen Amt verantworteten humanitären Soforthilfe und der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit ansetzt – um ebendiesen Übergang zu schaffen und beide Bereiche miteinander zu verzahnen.

Laura Wurmbach
Foto: Laura Wurmbach

Zu meinen wichtigsten Aufgaben gehörte die analytische und inhaltliche Zuarbeit zu dem Bereich der Qualitätsverbesserung und strategischen Weiterentwicklung der ÜH-Maßnahmen. Diese Maßnahmen sollen die Widerstandsfähigkeit der Menschen in Krisen und Katastrophen erhöhen. Die Stärkung dezentraler und zivilgesellschaftlicher Strukturen sowie der Aufbau von Infrastruktur wie Schulen, Gesundheitszentren und Brunnen tragen dazu bei. Dafür analysierte ich Evaluationen verschiedener ÜH-Vorhaben in den Einsatzländern – mit dem Fokus Irak – und erarbeitete eine Querschnittsanalyse. Auch befasste ich mich intensiv mit dem kontext- und konfliktsensiblen Monitoring dieser Vorhaben.
Neben diesen hauptsächlich inhaltlichen Aufgaben hatte ich aber auch ausreichend Gelegenheit die GIZ als riesiges Unternehmen in ihren internen Abläufen kennenzulernen. Ich hatte die Möglichkeit zahlreiche interne Veranstaltungen zu verschiedenen Themen zu besuchen und ergriff auch die Gelegenheit, im Rahmen des Praktikantenprogramms, an einer viertägigen Exkursion zu den internationalen Organisationen nach Genf teilzunehmen.

Ich hatte eine höchst interessante und lehrreiche Zeit bei GIZ in Bonn und war von einem tollen Team umgeben, welches mich stets unterstützte und mir Verantwortung übertrug.

Laura Wurmbach
Foto: Laura Wurmbach

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