Dienstreisen-Kilometer ca. 2400000km Flugzeug, 580000 Zug, 115000km PKW
Source: Arcadis

Klimafreundliche Dienstreisen

Der Besuch von Konferenzen oder die Durchführung von Projekten mit bundesweiten und internationalen Partner*innen ist einerseits bereichernd und trägt zur wissenschaftlichen Verständigung und Problemlösung bei, andererseits gehen die damit verbundenen Reisen aber mit erheblichen Treibhausgas-Belastungen einher. An der Universität Potsdam betrugen die Treibhausgas-Emissionen in diesem Bereich im Jahr 2018 ca. 3600t und damit 15% der gesamten Emissionen der Universität.

Deshalb sollten bei der Wahl des Verkehrsmittels neben Aspekten wie Entfernung, Machbarkeit und Kosten auch die CO2-Emissionen eine wichtige Rolle spielen. Bahn und andere öffentliche Verkehrsmittel weisen eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als PKW oder das Flugzeug.

Flüge sind durch den Höheneffekt besonders klimaschädlich, und in Deutschland für fast 10% des Effekts von Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die ETH Zürich hat festgestellt, dass die Hälfte ihrer Treibhausgas-Emissionen von Flugdienstreisen verursacht ist.

Kurzstreckenflüge sind besonders leicht durch Bahnreisen zu ersetzen, im Durchschnitt verursacht eine Bahnreise nicht mal 18% der Emissionen eines entsprechenden Flugs. Auf manchen Strecken ist die Einsparung besonders deutlich. Im ÖBB-Nachtzug z.B. von Berlin nach Wien verursacht ein Passagier nicht mal 5% der Emissionen eines Flugs. 

Dienstreisen-Kilometer ca. 2400000km Flugzeug, 580000 Zug, 115000km PKW
Source: Arcadis

Ergebnis der Selbstverpflichtungsinitiative gegen Kurzstreckenflüge von 2019

316 Mitarbeiter*innen der Universität Potsdam, darunter 66 ihrer Professor*innen, haben sich der Selbstverpflichtungsinitiative angeschlossen und werden künftig auf Kurzstrecken unter 1000km für Dienstreisen kein Flugzeug mehr benutzen – um damit einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, und auch zu zeigen: es ist wichtig, nicht nur Forderungen an andere zu stellen, sondern selbst mit konkreten Schritten voranzugehen.

An den beteiligten Einrichtungen in Berlin und Brandenburg (TU, HU, FU, UP, FH Potsdam, Beuth-Hochschule Berlin, IRS und Helmholtz-Zentrum Berlin) haben sich mehr als 1800 Wissenschaftler*innen zum Verzicht auf Kurzstreckenflüge bekannt. An der HNEE in Eberswalde sowie der HTW in Berlin wurden unlängst die Kurzstreckenflüge seitens der Hochschulverwaltung untersagt, so dass eine Beteiligung dieser Hochschulen an unserer Initiative nicht nötig war.

Auch Wissenschaftler*innen, die die Verpflichtung nicht eingehen konnten, haben sich geäußert: meistens sind es die Zwänge des Familienlebens mit kleinen Kindern, die es unmöglich machen, die manchmal deutlich längeren Reisezeiten hinzunehmen.

Die Selbstverpflichtungen wurden am 18.9.2019 dem Präsidenten der Universität, Herrn Prof. Oliver Günther PhD überreicht, die Aktion wurde am Aktionstag 20.9.2019 von der Bühne am Brandenburger Tor aus den Teilnehmer*innen der Großkundgebung kurz vorgestellt.

Prof. Dr. Gisbert Fansewlow übergibt die Unterschriften dem Präsidenten der Universität, Herrn Prof. Oliver Günther PhD

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