Berufsorientierung

Während bereits 1999 bei dem Zusammentreffen der europäischen Bildungsminister in Bologna Employability gefordert wurde, rückte das Anliegen dahinter erst bei einem der Folgetreffen in London 2007 verstärkt in den Vordergrund. Als gängige Übersetzung des in der Bologna-Debatte verwendeten Employability-Begriffs wird meist Beschäftigungsfähigkeit verwendet. Dies zielt auf die Fähigkeit ab, sich erforderliche Kompetenzen bei sich verändernden Bedingungen aneignen zu können, um Erwerbsfähigkeit zu erlangen beziehungsweise aufrechtzuerhalten. Der Wissenschaftsrat spricht hingegen von Arbeitsmarktrelevanz, die sich laut seiner Definition gleichermaßen auf die Anforderungen und Bedarfe des gegenwärtigen Arbeitsmarktes wie auf die zukünftiger Arbeitsmärkte bezieht.

Auch in den Regeln des Akkreditierungsrats wird zu den Qualifikationszielen folgendes aufgeführt: Die Qualifikationsziele beziehen sich neben anderen Bereichen auf „die Befähigung, eine qualifizierte Erwerbstätigkeit aufzunehmen“. Und laut den European Standards and Guidelines (ESG) sollen „Studiengänge […], wo sinnvoll, gut strukturierte Praxisphasen […] (beinhalten).“

Letztendlich geht es aber immer wieder um den Punkt, wie ein Studium die Studierenden auch dazu befähigen kann, sich auf ein immer schneller veränderndes Beschäftigungssystem, in dem zunehmend mehr wissensintensive Tätigkeiten gebraucht werden, einzustellen. Neben Problemlösungs- und Innovationskompetenz wird von den Studierenden auch die Entwicklung von Transferkompetenz erwartet. Das bedeutet, dass sie sich nicht nur ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst sind, sondern auch dass sie in der Lage sind, theoretisch-exemplarische Studieninhalte auf ganz unterschiedliche Anwendungskontexte übertragen zu können sowie Entwicklungschancen und Weiterbildungsbedarfe im Laufe ihres Erwerbslebens zu nutzen.

Wie kann dies nun bei der Konzeption eines neuen Studienganges gelingen?

Das Leitbild Lehre an der Universität Potsdam gibt unter "Tätigkeitsorientierung und Persönlichkeitsbildung" die übergreifende Zielstellung bei der Entwicklung von Studienprogrammen vor.

Zum ausführlichen "Leitbild Lehre" mit dem Punkt "Tätigkeitsorientierung und Persönlichkeitsbildung"

Kriterien der Universität Potsdam
Aufgrund der BAMA-O, § 4 Bestimmung der Ziele im Studium, Abs. 1 sind Qualifizierungsziele eines Studienprogramms zu benennen, für deren Bestimmung vorher die Bedarfe des Arbeitsmarktes (z. B. Einbindung von Datenquellen und externe Expertise) berücksichtigt wurden. Daraus sind sowohl die Tätigkeitsfelder als auch die essentiellen Kompetenzen für den Einstieg in diese Felder zu bestimmen. Es ist nachvollziehbar und kongruent aufzuzeigen, mit welchen Bausteinen (z.B. durch außerhochschulische Praxiselemente, praxisorientierte Lehrveranstaltungen oder Einbezug externer Berufsfeldvertreter*innen in der Lehre) die in den Tätigkeitsfeldern benötigten Kompetenzen innerhalb des Curriculums entwickelt werden.

Empfehlungen zur Berufsorientierung für die (Weiter-)Entwicklung des Studienprogramms

Vorabklärung im Fachbereich zu den Qualifizierungszielen

Einbindung durch Datenquellen und externer Expertise

Kohärente Kommunikation der Qualifizierungsziele, Tätigkeitsfelder und Kompetenzen

Mögliche Curriculumsbausteine zur Arbeitsmarktbefähigung

Bei der Entwicklung eines neuen Studiengangs werden Sie sich im Prozess den Fragen des Perspektivgesprächs I und II stellen. Die oben stehenden Fragen geben Ihnen Anregungen, was Sie bereits in der Vorplanungsphase berücksichtigen können, um die Berufsorientierung und ausreichend Praxisbezüge im Sinne der Studierenden und künftigen Absolvent*innen dieses Studiengangs im Blick zu behalten.

Unterstützende Informationen zur Angabe von Berufsfeldern, in denen eine Tätigkeit mit einem Abschluss Bachlor of Education möglich ist, erhalten Sie vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB).