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Beyond ICM: Innovation trifft Forschung (nominiert für den E-Learning Award 2019)

Anja Penssler-Beyer

(wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Englische Sprache der Gegenwart)

Angaben zum Praxisbeispiel:


Mit Beginn des Sommersemesters 2017 führte ich in meinen Veranstaltungen am Lehrstuhl für Englische Sprache der Gegenwart das Inverted Classroom Modell (ICM) ein. Ursprünglich als Einzelkämpferin gestartet, ist im Verlauf der letzten sechs Semester eine lehrstuhlübergreifende, kollaborative Lehrpraxis entstanden, in dem Lehrende eine Vielzahl digitaler Materialien erstellen, um gemeinsam das Inverted Classroom Modell mit (digitalem) Leben zu füllen.

Mein Praxisbeispiel erstreckt sich über vier Lehrveranstaltungen mit einheitlichem Lehrkonzept: dem Inverted Classroom Modell, erweitert um forschungorientierte, studentische Projekte, die während der Präsenzphasen bearbeitet werden. Bei den Lehrveranstaltungen handelt es sich um die Einführung in die Englische Sprachwissenschaft, sowie um drei Aufbaukurse der Englischen Linguistik (Bachelor und Master, Lehramt, Zwei-Fach, Orientierungsstudium). Der Einführungskurs erstreckt sich über zwei Semester mit insgesamt 4 SWS. Er richtet sich an Studierende in den BA-Studiengängen Lehramt, Anglistik, sowie dem Orientierungsstudium. Insgesamt belegen pro Semester durchschnittlich 250 Studierende den Kurs, der in bis zu sieben Parallelgruppen unterrichtet wird. Anfänglich als Einzelkämpferin aktiv, konnte ich Schritt für Schritt Kolleginnen und Kollegen gewinnen, die die die anfänglich von mir in Zusammenarbeit mit der AG E-Learning entwickelten Materialien mit ergänzten.

Im ersten Schritt habe ich im Sommersemester die Grundlagen zur lehrstuhlweiten Einführung des ICM gelegt. Insbesondere Vorbehalte im Kollegium gegenüber der Methode mussten durch zahlreiche Diskussionen, die transparente Offenlegung meiner Materialien nach und nach abgebaut werden, um Interesse für die Umstellung der Studieneingangsphase zu wecken. Hier herrschte zum damaligen Zeitpunkt erheblicher Lehrfrust, sowohl auf der Seite der Studierenden, als auch auf der Seite der Lehrenden: die Anwesenheit lag teilweise unter 30% und die Durchfallquoten waren relativ hoch. Insbesondere durch die Bereitstellung meiner digitalen Arbeitswerkzeuge konnte ich das Interesse einiger Kolleginnen und Kollegen gewinnen. Gemeinsam mit dem ZfQ (AG E-Learning) arbeitete ich zudem an der Erstellung neuer Materialien. Nachdem vier der fünf Lehrenden überzeugt waren, das ICM gruppenübergreifend einzuführen und zu erproben, begann Schritt zwei: die Erprobung des ICM in der gesamten Studieneingangsphase der Englischen Sprachwissenschaft. Dies geschah erstmalig im Wintersemester 2018. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Verstetigung getroffen. Das Projekt wurde größer und mittlerweile erstellen alle beteiligten Lehrstühle kollaborativ neue digitale Lehr- und Lernmaterialien. Auch die durchgehende Evaluation durch die Studierenden trug maßgeblich zur Verbesserung der Angebote bei. Mit Ende des Sommersemesters 2018 war meine erste Mission erfolgreich: das ICM war flächendeckend in der Studieneingangsphase implementiert und erste Kinderkrankheiten waren behoben. Einzelne Kurse in den Aufbaumodulen arbeiteten ebenfalls bereits mit der Methode, hier erschien aber insbesondere die Präsenzphase noch nicht sinnvoll befüllt zu werden. Hier galt es nachzubessern. Während im Schritt eins und zwei also der Fokus auf der Ausgestaltung der digital unterfütterten Selbstlernphase innerhalb des ICM gelegt wurde, erfolgte nun der dritte Schritt: mit Beginn des Wintersemesters 2019/2020 erweitere ich das ICM um eine forschungsbezogene Komponente innerhalb der Präsenzphase. Konkret arbeiten nun ca. 150 Studierende unterschiedlicher Studiengänge (MA KoVaMe, MA FSL, MA Lehrämter, BA Zwei-Fach, BA Lehramt) in drei Kursen an jeweils drei unterschiedlichen studentischen berufsfeld- bzw. forschungsbezogenen Konzepten:

(1) PoVoLing: Erstellung von Podcastbeiträgen
(2) Digital Humanities: Visualisierung komplexer Datenstrukturen am Beispiel authentischer Erhebungen einer Feldstudie
(3) Instructional Videos: Teach the Freshmen.

Die Projekte finden semesterbegleitend statt. In der vorgeschalteten Selbstlernphase bringen sich die Studierenden die für die Präsenzphase notwendigen Grundlagen selbst bei. Dies geschieht mit Hilfe von digitalem Selbstlernmaterial sowie Tools zur freiwilligen Selbstüberprüfung. Die Präsenzphase folgt dem im ICM üblichen Ablauf: nach einem kurzen Inputreferat überprüfe ich das Vorwissen der Studierenden mit Hilfe von Audience-Response-Abfragen. Bei Bedarf wird das Gelernte wiederholt. In der sich anschließenden Praxisphase werden dann die unterschiedlichen Projekte bearbeitet. Studierende teilen sich den Projekten selbst zu, d.h. sie bestimmen selbst, in welchem Themengebiet sie arbeiten möchten. Neben den fachlichen Inhalten aus der Linguistik lernen die Studierenden so auch die Grundlagen des Projektmanagements kennen, sowie insbesondere auch interkulturelle Kompetenzen und wie die Arbeit in einem Team funktioniert.

Ziele des Einsatzes digitaler Medien (in der Lehrveranstaltung)

Besondere Herausforderungen

Umsetzung des mediengestützten Szenarios

Erfahrungen