Teilprojekt: Organisation und Recht – politische Interessengruppen und rechtliche Interventionen

Das Projekt „Organisation und Recht“ ist Teil der DFG-geförderten Forschungsgruppe Recht-Geschlecht-Kollektivität. Das Teilprojekt ist angesiedelt an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam unter Leitung von Frau Prof. Dr. Maja Apelt. Es befindet sich derzeit in der zweiten Förderphasen. Informationen zur ersten Förderphasen finden Sie weiter unten.

 

Förderphase 2:  Die Organisation des Verbraucherschutzes – Politische Akteur*innen und rechtliche Rahmenbedingungen

Projektlaufzeit: 10/2021 – 09/2024
Leitung: Prof. Dr. Maja Apelt
Akademische Mitarbeiter*innen: Matthias Schneider, Teresa Löckmann

Die Beziehung zwischen Unternehmen und Verbraucher*innen ist meist durch ein Macht- und Informationsgefälle zugunsten der Unternehmen gekennzeichnet. Diese strukturelle Asymmetrie soll das Verbraucher*innenrecht ausgleichen. Doch während Unternehmen oft über eigene Rechtsabteilungen und hohe finanzielle Ressourcen verfügen, treten ihnen Verbraucher*innen meist als individuelle Akteur*innen mit beschränkten Rechtskenntnissen und finanziellen Mitteln gegenüber. Seit einigen Jahren solidarisieren und kollektivieren sich Verbraucher*innen dabei zunehmend, um eine Gegenmacht zu erzeugen und ihre Interessen und Rechte gegenüber korporativen Akteur*innen geltend zu machen.

In Bezug auf diese neue Entwicklung wird untersucht, welche Prozesse der Verorganisierung bei der Mobilisierung von Verbraucher*innen stattfinden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Rolle von Geschlecht und weiteren Dimensionen sozialer Ungleichheit. Diese intersektionale Perspektive wird des Weiteren um die Berücksichtigung von Transnationalität ergänzt. Die Bearbeitung der Frage nach der Verorganisierung geschieht anhand von zwei Fällen. Einerseits wird sie im Kontext der Senkung der Mehrwertsteuer für Hygieneprodukte für menstruierende Personen betrachtet. Andererseits gerät die Einführung der Musterfeststellungsklage in Bezug auf den Abgasskandal in den Blick.

Methodisch liegt den beiden Fällen ein Mixed-Methods Ansatz zugrunde. Zuerst wird der (1) rechtliche Kontext des Verbraucher*innenschutzes analytisch aufgeschlüsselt. Folgend wird eine (2) Political Claims Analyse durchgeführt, um eine Übersicht über die beteiligten Akteur*innen, Konfliktfelder und Claims – im Sinne von Stellungnahmen, Entscheidungen und Handlungen – zu erhalten. Mit diesem Wissen werden dann (3) Expert*inneninterviews geführt, um die gewonnen Erkenntnisse zu vertiefen. Zuletzt findet zusammenführend eine (4) Kartografierung statt, damit die Prozesse der Verorganisierung nachgezeichnet werden.

Das Teilprojekt „Die Organisation des Verbraucherschutzes“ leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen Recht und Organisationen, denen in der Rechts- wie der Organisationssoziologie bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ferner trägt es zur Weiterentwicklung der Gender-Organization-Debatte und der um Recht und Geschlecht bei.

 

 

Förderphase 1:  Männerbünde, Militär und Feuerwehr – Politische Interessengruppen und rechtliche Interventionen

Projektlaufzeit: 04/2018 – 06/2021
Leitung: Prof. Dr. Maja Apelt
Akademische Mitarbeiter: Dr. Henrik DosdallRay Trautwein, M. A.

Das Teilprojekt untersucht, wie das europäische Antidiskriminierungsrecht von der Gesetzgebung über die organisationalen Verordnungen, Anweisungen und Empfehlungen in zwei männlich geprägte Organisationstypen (korporative Akteure) - Militär und Feuerwehr - implementiert und umgesetzt wird. Dabei geht es darum, (1) welche kollektiven Akteure - Interessenorganisationen und soziale Gruppen - sich an diesem Prozess beteiligen, sich dabei konstituieren und wie sie sich aufeinander beziehen, (2) wie sich Recht in diesem Prozess verändert und (3) wie dies die Praxen der Gleichbehandlung beeinflusst. Das Projekt beginnt im Jahr 2000 mit den Antidiskriminierungsrichtlinien der EU und soll eine Dokumenten- und Medienanalyse, Experteninterviews in den beteiligten Organisationen und Gruppen, sowie auf ausgewählten Fallstudien zur Interaktion zwischen unterschiedlichen Akteuren integrieren.

 

Forschungsberichte

Forschungsbericht 1 - Wenn Bewegung ins Feld kommt

Forschungsbericht 2 - Gleichstellungs- und Gleichbehandlungsrecht für Bundeswehr und Polizei

 

Working Paper

Working Paper 01/2020 - "Und wir schätzen Euch wert. Genau wie jeden anderen, jede andere auch."

 

Wichtige Links

Projekthomepage der Forschungsgruppe

Projekthomepage der DFG

 

Links zu den im Forschungsverbund vertretenen Lehrstühlen

Lehrstuhl Prof. Dr. Susanne Baer

Lehrstuhl Prof. Dr. Martin Lücke

Lehrstuhl Prof. Dr. Beate Binder

Lehrstuhl Prof. Dr. Sabine Hark

Lehrstuhl Prof. Dr. Eva Kocher