Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Ich habe mich im Januar 2024 für einen Auslandsaufenthalt im Wintersemester 2025/2026 an der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań beworben. Nach der Bestätigung durch die Uni Potsdam begann der Bewerbungsprozess an der Gastuniversität. Dieser war verständlich und auch mit der Erstellung des Online Learning Agreements gab es keinerlei Probleme. Allerdings gab es Probleme beim Transfer der OLA an die Koordinatorin in Polen. An dieser Stelle kann ich nur empfehlen so früh wie möglich damit anzufangen, weil das Semester in Polen früher endet als in Deutschland und deshalb ab Juni auch in der Verwaltung nicht mehr zwingend alle erreichbar sind.
Studienfach: Geoökologie
Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026
Gastuniversität: Adam Mickiewicz University Poznan
Gastland: Polen
Studium an der Gastuniversität
Die UAM ist eine der größten Unis in Polen und bietet eine Vielzahl an Modulen für Erasmus-Studierende an. Hier gibt es eine Übersicht über die angebotenen Kurse: https://amupie.amu.edu.pl/?displayMode=faculty&t=amupie&year=2026%2F2027. Die meisten Kurse werden in Englisch unterrichtet, vereinzelt aber auch in Spanisch oder Französisch. Das Angebot richtet sich dabei nur an internationale Studierende weshalb es keine Überschneidungen mit der Lehre für polnische Studierende gibt. Die Belegung der Kurse erfolgte erst sehr kurz vor dem Start des Semesters und war ein wenig chaotisch, allerdings stellt die Universität auch viele Hilfsmaterialien bereit, um die Plattformen korrekt zu bedienen.
Anders als in Deutschland gilt für die meisten Vorlesungen Anwesenheitspflicht, trotzdem war mein Unialltag aber sehr angenehm. Speziell für mich aus dem Studium Geoökologie passen die angebotenen Kurse nicht direkt zu meinem Studienverlaufsplan, allerdings war es eine bereichernde Erfahrung auch mal Einblicke in andere Fachbereiche und Themen zu bekommen.
Ich habe hauptsächlich am Morasko-Campus studiert. Dieser liegt, vergleichbar mit dem Campus Golm, leider etwas außerhalb der Stadt, ist aber mit Bus und Bahn relativ gut angebunden. In den einzelnen Gebäuden gibt es viele Aufenthaltsmöglichkeiten und kleine Bibliotheken, so dass es viele Möglichkeiten vor Ort gibt, um Wartezeiten zwischen Veranstaltungen zu überbrücken. Es gibt jedoch keine großen Mensen wie etwa in Golm, sondern nur kleinere Cafeterien.
Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden
Dadurch dass die Vorlesungen nur für internationale Studierende vorgesehen sind, hatte ich wenig Kontakt zu einheimischen Studierenden. Ich habe hauptsächlich über Veranstaltungen des „Erasmus-Student-Network“ andere internationale Studierende kennengelernt. Das ESN organisiert besonders in den ersten Wochen aber auch regelmäßig während des Semesters viele unterschiedliche und unterhaltsame Aktivitäten, in denen man leicht neue Menschen kennenlernen kann.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Für Studium und social-life bin ich mit meinen Englischkenntnissen gut klarkommen und wurde durch den häufigen Gebrauch nur ein wenig sicherer in der Anwendung. Zusätzlich hatte ich vor meinem Auslandsaufenthalt einen Sprachkurs für Polnisch an der Uni Potsdam gemacht und kann das sehr empfehlen. Beim Einkauf im Alltag oder auch bei der Kommunikation mit der Rezeption des Wohnheims war es durchaus hilfreich wenigstens die Grundlagen zu beherrschen, weil besonders ältere Menschen oft kein oder nur sehr wenig Englisch verstehen. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich viele freuen, wenn man wenigstens versucht auf Polnisch das Essen zu bestellen oder um Hilfe fragt. Wirklich verbessert hat sich meine Sprachkompetenz allerdings nicht, weil ich keinen weiteren Sprachkurs vor Ort besucht habe und durch den mangelnden Kontakt mit Einheimischen nicht oft genug zum Sprechen gekommen bin.
Wohn- und Lebenssituation
Ich habe eine Unterkunft im Hanka-Wohnheim der Universität bekommen. Dort hatte ich ein geteiltes Zimmer mit einem weiteren Studenten und eine eigene Küche und Bad für etwa 240 Euro in ziemlich modernem Zustand. Dafür musste ich nur bei der Bewerbung angeben, dass ich Interesse an einem Wohnheimsplatz habe und habe daraufhin ein Angebot von der Universität bekommen. Allerdings reichen die Plätze nicht für alle Studierenden und bei privaten Wohnheimen sind die Mieten deutlich höher. Ich habe vereinzelt auch Studierende kennengelernt, die eine Wohnung oder einen Platz in einer WG gefunden haben, das war aber die klare Minderheit.
Poznań ist eine schöne Studentenstadt, in der das Leben nie langweilig wird. Einerseits gibt es eine historische Altstadt, mit vielen Museen und Kunstausstellung und andererseits aber auch modernere Viertel wie zum Beispiel Jeżyce im Westen Poznańs, mit vielen netten Cafés und Restaurants. Zudem habe ich in der Nähe des Cytadela-Parks gewohnt, der auch im Winter zu entspannenden Spaziergängen einlädt. Generell ist der Großteil zu Fuß erreichbar, aber für meinen Weg zur Universität habe ich mir ein Semesterticket für Studierende geholt (etwa 50 €). Das gibt es anders als in Deutschland nicht automatisch für alle Studierenden. Dafür gibt es aber einen Rabatt von 50% für alle Züge in Polen, weshalb ich dringend empfehlen kann auch andere Städte in Polen wie Gdańsk, Warszawa oder Wrocław zu besuchen.
Rückblick
Insgesamt kann ich ein Erasmussemester an der UAM wärmstens empfehlen. Ich hatte dort das spannendste und schönste Semester meines bisherigen Studiums und glaube, dass mich die fünf Monate im Ausland wirklich sehr bereichert haben.