Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Generell ist die Vorbereitung auf den Aufenthalt wichtig und vergleichsweise einfach. Durch die vielen Infoveranstaltungen ist ein guter Überblick gegeben. Der einzige Nachteil sind meist die Websites. Diese sind oft nicht sehr intuitiv, nach einigen Versuchen findet man jedoch meist, was man sucht.
Bei der Bewerbung und fragen an die Gast Universität ist es wichtig, die unterschiedlichen Ferienzeiten der Universitäten zu beachten, da diese deutlich früher in Poznań sind als in Potsdam. Man sollte sich daher frühzeitig bei der Koordinatorin melden. Sie ist sehr hilfsbereit und zuvorkommend und kann bei Problemen unterstützen. E-Mails werden in der Regel schnell beantwortet. Bei Telefonaten mit anderen Personen, außer der Koordinatorin, sollte man jedoch damit rechnen, dass die Englischkenntnisse teilweise begrenzt sind.
Bei mir gab es ein Problem mit dem Online Learning Agreement (OLA), das manuell eingereicht werden musste. Deshalb empfehle ich, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen.
Die Bewerbung auf einen Platz an der Gastuniversität über die Website verlief schnell und unkompliziert. Um die Chancen auf einen Wohnheimplatz zu erhöhen, sollte man sich möglichst früh bewerben. Die Rückmeldung zu den Wohnheimplätzen kam leider relativ spät. Es gibt jedoch viele andere Wohnmöglichkeiten, und das International Office der AMU hilft auch gerne dabei, mögliche Scams zu erkennen.
Studienfach: Geoökologie
Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026
Gastuniversität: Adam Mickiewicz University Poznan
Gastland: Polen
Studium an der Gastuniversität
Generell waren die Anforderungen in den Erasmus-Kursen geringer als in den regulären Kursen. Das liegt vor allem daran, dass die Kurse auf ein eher niedriges Niveau angepasst sind, da Studierende verschiedener Studiengänge Zugang haben. Häufig entsprechen die Anforderungen nicht den vorherigen Kursbeschreibungen, und es wird meist bei den Grundlagen begonnen.
Wenn Interesse am Thema besteht und man sich engagiert, sind sehr gute Bewertungen einfach erreichbar. Es lohnt sich daher, aktiv mitzuarbeiten und neue Themenbereiche zu belegen. Wie bereits beschrieben, ist das Niveau durchmischt, was auch an den unterschiedlichen Semestern (z. B. 3., 5. usw.) innerhalb eines Kurses liegt.
Es gibt viele Bibliotheken, zum Beispiel an der Jura- oder der Sprachfakultät. Positiv fällt außerdem auf, wie viele Sitz- und Lernmöglichkeiten in allen Fakultäten vorhanden sind. Besonders die Biologiefakultät bietet viele unterschiedliche Sachen an, darunter Sitzsäcke, Sofas, eine Tischtennisplatte und einen Computerpool. In den Seminarräumen gibt es meist wenige Steckdosen an den Plätzen direkt, aber in Bahnen und Bibliotheken finden sich in der Regel Lademöglichkeiten.
Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden
Der Kontakt zu einheimischen Studierenden ist eher gering. Dafür ist das ESN-Programm sehr beeindruckend und der Austausch mit internationalen Studierenden groß. Es empfiehlt sich außerdem, am Buddy-Programm teilzunehmen, um bei Problemen eine konkrete Ansprechperson zu haben. Dadurch kann auch der Kontakt zu einheimischen Studierenden erleichtert werden.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Es war sehr hilfreich, bereits einen Polnisch-Sprachkurs besucht zu haben. Vor Ort gibt es ebenfalls Sprachkurse, diese beginnen jedoch alle bei Niveau 0. Die Kursstunden variieren, sodass man einen etwas höhere Intensität wählen kann.
Organisatorische Angelegenheiten, wie die Semesterfahrkarte oder die PESEL-Nummer, sind komplizierter. Dabei helfen auch grundlegende Polnischkenntnisse nur begrenzt, weshalb ein Buddy sehr hilfreich sein kann. Für die Kurse, das ESN-Programm und internationale Kontakte reichen die vorhandenen Englischkenntnisse jedoch vollkommen aus.
Wohn- und Lebenssituation
Auf einen Wohnheimplatz konnte man sich unkompliziert bei der Anmeldung an der Universität bewerben. Die Mietkosten hängen vom Wohnheim und der Zimmerausstattung ab. Im Hanka-Wohnheim im Zentrum zahlt man für ein Doppelzimmer mit Bad und Küche etwa 250 €. Es gibt jedoch auch günstigere Optionen; bei der Bewerbung kann leider keine Präferenz angegeben werden, wenn einem das Angebot nicht gefällt, kann der Platz immer noch abgelehnt werden.
Eine Monatskarte ist sehr zu empfehlen, wenn man regelmäßig Bahn fährt. Bezahlen ist unkompliziert, da fast alle Geschäfte Kartenzahlung akzeptieren. Mit der Revolut-App kann die Miete einfach überwiesen werden. Falls Bargeld benötigt wird (z. B. für ESN-Aktionen), empfiehlt sich eine physische Bankkarte. Mit der C24-Karte konnte ich viermal im Monat kostenlos Geld abheben, was völlig ausreichte. In Polen ist außerdem BLIK sehr verbreitet, es lohnt sich also, sich darüber auch zu informieren.
Bei der Krankenversicherung kommt es auf individuelle Bedürfnisse an; eine Rücksprache mit der eigenen Krankenkasse ist wichtig. Wenn viele kleinere Reisen geplant sind, empfiehlt sich zusätzlich eine Reiseversicherung.
Die Lebenshaltungskosten sind insgesamt eher gering. Besonders Milchprodukte, Gemüse und Brot sind günstig. Vegane Ersatzprodukte gibt es weniger, allerdings haben fast alle Läden Hummus. Restaurants sind günstiger als in Deutschland, Cafés bewegen sich preislich auf ähnlichem Niveau.
Die Freizeitangebote sind vielfältig. Besonders durch die ESN-Projekte ist das Angebot vielfältig. Die Universität bietet zudem verschiedene Sportkurse an, und in vielen Wohnheimen gibt es ein Fitnessstudio. Außerdem laden zahlreiche Parks zum Spazieren oder Joggen ein. Auch an Schreibwarenläden und Kinos mangelt es in Poznań nicht.
Rückblick
Besonders gefallen hat mir die Café- und Barkultur in Poznań. Es lohnt sich, Spaziergänge durch die Stadt zu machen und die verschiedenen Stadtbezirke zu erkunden. Auch die Parks sind sehr empfehlenswert. Insgesamt war es eine meiner schönsten Studienerfahrungen, da die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, im Auslandssemester deutlich größer ist als im gewohnten Alltag.