Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Als ich die Zusage für meinen Erasmus-Aufenthalt an der Sciences Po Paris erhielt, war die Freude natürlich riesig. Die renommierte Pariser Hochschule für Politik- und Sozialwissenschaften genießt international einen exzellenten Ruf, und ich konnte es kaum erwarten, ein Semester in der französischen Hauptstadt zu verbringen.
Die erste große Herausforderung stellte sich jedoch schneller als erwartet: die Wohnungssuche. Wie viele internationale Studierende musste ich feststellen, dass bezahlbarer Wohnraum in Paris extrem knapp ist. Nach einigen Wochen intensiver Suche und ersten Sorgen gelang es mir schließlich doch noch rechtzeitig, ein Zimmer an der Cité Internationale Universitaire de Paris (CIUP) zu ergattern. Die CIUP, ein Campus mit verschiedenen internationalen Wohnheimen im Süden von Paris, sollte sich als absoluter Glücksgriff erweisen - nicht nur wegen der vergleichsweise günstigen Miete, sondern vor allem wegen der lebendigen internationalen Gemeinschaft.
Studienfach:
Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 12/2025
Gastuniversität: Sciences Po Paris
Gastland: Frankreich
Die ersten Tage in Paris vergingen wie im Flug. Bereits während der Welcome Week knüpfte ich zahlreiche Kontakte zu anderen internationalen Studierenden. Die Sciences Po hatte ein umfangreiches Programm organisiert, das uns half, die Stadt zu erkunden, das französische Hochschulsystem kennenzulernen und vor allem Gleichgesinnte zu treffen. Diese ersten Bekanntschaften entwickelten sich später zu echten Freundschaften, die meinen Aufenthalt bereicherten.
Akademisch gestaltete sich das Semester allerdings deutlich anspruchsvoller als zunächst gedacht. Um die geforderten 30 ECTS-Punkte zu erreichen, musste ich insgesamt zwölf Kurse belegen - eine Anzahl, die mich zunächst überraschte. Zwar waren einige davon Blockseminare, die nur an wenigen Tagen stattfanden, dennoch war der Workload beträchtlich. Die Kombination aus Vorlesungen, Seminaren, Lektüre und Prüfungsvorbereitung forderte ein hohes Maß an Organisation und Zeitmanagement.
Doch gerade das Zusammenleben mit den anderen Studierenden an der CIUP half mir, diese intensive Phase zu meistern. Gemeinsame Lern- und Kochabende, Gespräche in der Cafeteria und spontane Ausflüge am Wochenende schufen einen perfekten Ausgleich zum akademischen Stress. Ich hatte das Glück, Menschen aus allen Kontinenten kennenzulernen - von Brasilien über Indonesien bis Südafrika. Diese Vielfalt an Perspektiven und Lebensgeschichten machte jeden Tag spannend und ließ mich über meinen eigenen Horizont hinausblicken.
Inhaltlich waren die Kurse an der Sciences Po von hervorragender Qualität. Die Professoren dort sind nicht nur fachlich kompetent, sondern auch gut vernetzt, zugänglich und an der Diskussion mit den Studierenden interessiert. Die Seminare förderten kritisches Denken und internationale Perspektiven auf politische und gesellschaftliche Fragestellungen. Ich habe in diesem Semester fachlich enorm viel gelernt und Denkweisen kennengelernt, die mein Studium nachhaltig bereichern werden.
Rückblick
Rückblickend kann ich sagen, dass dieser Erasmus-Aufenthalt zu den prägendsten Erfahrungen meines Studiums gehört. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und des hohen akademischen Arbeitsaufwands überwiegen die positiven Erlebnisse bei Weitem. Die neuen Freundschaften, die akademische Bereicherung, das Leben in einer Weltstadt wie Paris und die Erfahrung, sich in einem fremden universitären System zurechtzufinden - all das hat mich persönlich und fachlich wachsen lassen. Ich würde jedem empfehlen, die Chance eines Erasmus-Aufenthalts zu nutzen. Die Erfahrungen, die man sammelt, und die Menschen, die man kennenlernt, sind unbezahlbar.