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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Nachdem ich für Finnland angenommen wurde, begann nach ein paar Monaten der Stress mit den ganzen Unterlagen. Viele Leute hatten mir vorher gesagt, dass dieser Prozess sehr anstrengend sei. Rückblickend kann ich jedoch sagen, dass es deutlich weniger stressig war als erwartete. Auch die Informationsveranstaltungen starteten bald und waren sehr hilfreich. Die Kontaktaufnahme mit meiner Gastuniversität in Finnland verlief ebenfalls unkompliziert. Von der Universität erhielt ich einen genauen Plan, in dem erklärt wurde, wie ich vorgehen muss und welche Unterlagen benötigt werden. Die Bewerbung verlief ohne Probleme, sodass ich mich schnell und ohne großen Stress auf mein Auslandssemester freuen konnte.


Studienfach: Englisch/LER

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: University of Eastern Finland

Gastland: Finnland

Die Kurse, an denen ich an der Universität teilgenommen habe, waren insgesamt sehr entspannt. Der Fokus lag weniger auf klassischen Vorlesungen und mehr auf selbstständiger Arbeit außerhalb der Kurse. Meist gab es zu Beginn ein bis drei Vorlesungen, danach folgten Hausarbeiten, Schulbesuche oder andere Projekte. Einige empfanden dies als nervig, da man nicht so leicht wie an der Universität Potsdam regelmäßig Kommilitonen kennenlernen konnte. Meiner Meinung nach wurde dies jedoch sehr gut durch die vielen Kennenlern-Events der Universität ausgeglichen. Das Studienklima war insgesamt sehr angenehm, auch wenn die Technik, wie überall, nicht immer einwandfrei funktionierte.

Der Kontakt zu einheimischen Studierenden war etwas schwieriger, aber dennoch machbar. Besonders schön waren jedoch die Freundschaften mit den internationalen Studierenden. Da alle auf der Suche nach neuen Kontakten waren, fiel es sehr leicht, neue Leute kennenzulernen. Die zahlreichen organisierten Events haben dabei besonders geholfen.

Auch wenn sich meine Sprachkompetenz nicht drastisch verbessert hat, habe ich deutlich mehr Mut gewonnen, Englisch zu sprechen. Dadurch fällt es mir inzwischen viel leichter, mich auf Englisch ganz selbstverständlich zu unterhalten, fast so, als wäre es meine Erstsprache.

Die Wohnungssuche war ehrlich gesagt etwas beängstigend. Während meines Aufenthalts habe ich öfter mitbekommen, dass andere Studierende noch dringend eine Unterkunft suchten. Ich selbst hatte Glück mit meiner Wohnsituation, da meine zwei Mitbewohner sehr entspannt waren. Ich denke jedoch, dass man gute Chancen auf eine Wohnung hat, wenn man sich rechtzeitig im vorgegebenen Zeitraum anmeldet. Unsere Wohnung war beim Einzug sauber und angenehm, da wir alle neu eingezogen waren. Ein Freund von mir hatte jedoch weniger Glück und bekam eine Wohnung, in der zuvor zwei Jahre lang jemand gewohnt hatte und die sehr unordentlich war. Insgesamt waren die Erfahrungen mit dem Wohnen aber überwiegend positiv.

Joensuu ist besonders gut durch Radwege verbunden, weshalb es fast schon Pflicht ist, sich ein Fahrrad zuzulegen. Die Busverbindungen waren jedoch ebenfalls sehr gut und definitiv empfehlenswert. Mit der Bank gab es keinerlei Probleme, allerdings sind die Lebensmittelpreise deutlich höher als in Deutschland. Das wird jedoch durch das sehr günstige Mensaessen ausgeglichen, das zwischen 1,80 € und 3,60 € kostet. Dafür bekommt man ein warmes Gericht, Salat, ein Getränk und unbegrenzt Brot mit Butter. Die Mensa war für mich eines der besten Dinge an Finnland.

In der Freizeit gibt es in Joensuu nicht so viele Möglichkeiten wie in einer Großstadt, da die Stadt eher klein ist. Dennoch gibt es genug Angebote, um die finnische Kultur kennenzulernen. Außerdem motiviert dies dazu, mehr zu reisen, was ich sehr empfehlen kann.

Rückblick

Insgesamt war mein Auslandssemester eine wundervolle und unvergessliche Erfahrung, die ich vor allem den vielen Menschen verdanke, die ich dort kennenlernen durfte. Wenn du diesen Bericht gerade liest und dir unsicher bist, ob du ein Auslandssemester machen möchtest, kann ich dir nur den Rat geben, den fast jeder gibt: Tu es. Es lohnt sich.
Und noch ein letzter Tipp: In Finnland sollte man den Bussen zuwinken, damit sie anhalten, sonst wird man, so wie ich, einfach nicht mitgenommen.


Finnland

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